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Autofahrer

Wann darf man hupen?

Viele Autofahrer betätigen die Hupe, um andere auf vermeintliches Fehlverhalten hinzuweisen. © Quelle: Syda Producation/fotolia.com

Die Ampel schaltet auf Grün und ein Autofahrer fährt nicht schnell genug los, jemand biegt ab ohne zu blinken oder ein Fahrschüler würgt den Motor ab: Nicht nur in diesen Fällen haben viele Autofahrer das Bedürfnis zu hupen. Ob es überhaupt erlaubt ist, die Hupe in jeder Situation als Kommu­ni­ka­ti­ons­mittel zu nutzen, und wann man wirklich hupen darf, fragen sich die wenigsten.

Spätestens seit dem vergan­genen Sommer dürfte jeder mit den Klängen von Autokorsos vertraut sein. Nach einem Sieg beim Fußballspiel verleihen die Fans ihrer Freude häufig in den deutschen Innenstädten Ausdruck. Hupend durch die Straßen zu fahren ist auch bei Hochzeiten gang und gäbe. Aber ist das überhaupt erlaubt?

Außerhalb der Ortschaft überholen: hupen rechtens

Die Straßenver­kehrs­ordnung – die Bibel der Verkehrs­teil­nehmer – kennt zwei Fälle, in denen hupen erlaubt ist: um andere Verkehrs­teil­nehmer zu warnen, und beim Überholen außerhalb einer Ortschaft. Möchte man also zum Beispiel auf einer Landstraße ein anderes Auto überholen, kann man dies durch hupen ankündigen. „Die Hupe als Warnsignal einzu­setzen ist überall möglich“, infor­miert Dr. Michael Burmann, Rechts­anwalt für Verkehrs­recht und Mitglied der gleich­na­migen Arbeits­ge­mein­schaft des Deutschen Anwalt­vereins (DAV).

So könne man hupen, um ein entge­gen­kom­mendes Fahrzeug auf einen ungesi­cherten Unfall hinzu­weisen, oder wenn man bei dichtem Neben überholen wolle. Zulässig sei das auch, um sich in einer engen, nicht komplett einseh­baren Kurve, bei der man auf die linke Fahrbahn­seite ausweichen müsse, entge­gen­kom­menden Autofahrern bemerkbar zu machen.

Wann darf man hupen? Nicht aus Protest

In anderen Situa­tionen ist hupen nicht zulässig. „Autofahrer dürfen nicht hupen, um das Verhalten anderer Verkehrs­teil­nehmer zu sanktio­nieren“, sagt Rechts­anwalt Burmann. Der Verkehrs­rechts­ex­perte weist darauf hin, dass in diesen Fällen ein Verwarngeld möglich sei, Punkte fielen aber nicht an.

Es sei also nicht zulässig, hupend durch die Stadt zu fahren, wie es bei Autokorsos oder Hochzeiten üblich ist, sagt der Experte aus Erfurt. „Theore­tisch ist auch dann ein Verwarngeld möglich. In der Praxis drücken die Polizisten jedoch meist ein Auge zu.“

Unrechtmäßiges Hupen selten sanktio­niert

Hier gilt der Oppor­tunitätsgrundsatz: Unrechtmäßiges Hupen ist ein kein schwer­wie­gendes Vergehen. Die Polizei kann zwar eingreifen und die mittei­lungsbedürftigen Autofahrer verwarnen, muss aber nicht. Vor allem dann nicht, wenn sie andere Prioritäten hat.

Letztlich sollten Autofahrer also nicht bei jeder Gelegenheit auf die Hupe drücken, sondern erst einmal abwägen, ob das überhaupt erlaubt und sinnvoll ist. Schließlich gilt hupen als Warnsignal und sollte auch als solches erkannt werden. Auf die Frage „wann darf man hupen?“ gibt es also nur zwei Antworten: Um andere Autofahrer zu warnen oder um außerhalb der Ortschaft einen Überhol­vorgang anzukündigen.

Themen
Auto Bußgeld Polizei Straßenverkehr

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