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Arbeitswelt

Homeoffice: Was ist rechtlich zu beachten?

Homeoffice ist nicht nur für Selbstständige und Eltern attraktiv. © Quelle: WavebreakmediaMicro/ panthermedia.net

Das Arbeiten zu Hause verspricht viele Freiheiten. Daher arbeiten nicht nur Selbstständige gern im Homeoffice, sondern auch abhängig Beschäftigte. Die Deutsche Anwaltauskunft stellt die wichtigsten Regeln zum Arbeiten im heimischen Büro vor.

In Deutschland arbeiten rund 12 Prozent aller Erwerbstätigen teils oder sogar komplett am Computer oder Schreibtisch daheim. Das sind fast fünf Millionen aller Erwerbstätigen, davon 2,7 Millionen Angestellte und Beamte. Diese Zahlen aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) machen deutlich, dass Homeoffice nicht nur für Selbstständige attraktiv ist.

Laut Studie sind es auch nicht nur Eltern, die sich vom Arbeiten in den eigenen vier Wänden eine bessere Vereinbarkeit von Job und Familie versprechen. Attraktiv ist Homeoffice der DIW-Studie zu Folge besonders für hochqualifizierte Arbeitnehmer wie Manager, Wissenschaftler, Publizisten oder Ingenieure. „Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen oder verschiedenen Altersgruppen sind gering“, erklärt der Arbeitsmarktexperte Karl Brenke vom DIW. „Leben Kinder im Haus, arbeiten Vater oder Mutter etwas häufiger von zu Hause aus. Entscheidend ist aber der jeweilige Beruf.“

Haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf Homeoffice?

Arbeitet jemand also in einem für Homeoffice geeigneten Beruf und möchte seine Aufgaben lieber zu Hause erledigen statt im Unternehmen, muss er das mit seinem Chef aushandeln. „Einen Anspruch auf Homeoffice hat ein Arbeitnehmer nicht“, erklärt der Rechtsanwalt Michael Eckert, Mitglied im Vorstand und in der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV).

Stimmt der Chef dem Homeoffice zu, sollten der Arbeitnehmer und sein Arbeitgeber alle wichtigen Fragen entweder im Arbeitsvertrag oder in einer Homeoffice-Vereinbarung regeln. Dabei legen die beiden Parteien zum Beispiel fest, welche Aufgaben der Mitarbeiter zu Hause erledigt, in welchem Stundenumfang er dies tut oder wann sie oder er in die Firma kommen muss, um etwa an Meetings teilzunehmen.

Beteiligt sich Chef an Kosten des Homeoffice?

Arbeitnehmer und Arbeitgeber legen auch fest, ob der Mitarbeiter zum Beispiel seinen eigenen Schreibtisch und Rechner für die Heimarbeit nutzt oder die Ausstattung von der Firma gestellt bekommt. Darüber hinaus sollten die Parteien vereinbaren, in welcher Höhe sich der Chef an den Kosten für das heimische Büro beteiligt, zum Beispiel an den Mietkosten. „Meistens zahlt der Chef dem Arbeitnehmer eine monatliche Pauschale, die alle Kosten abdeckt“, sagt der Arbeitsrechtsexperte Michael Eckert. „Dabei handelt es sich in der Regel um einen Auslagenersatz.“

Homeoffice: Unfallschutz beim Arbeiten zu Hause

Wie das heimische Büro aussieht, darf ein Arbeitgeber übrigens nicht kontrollieren, denn er darf die Wohnung seines Mitarbeiters nicht so ohne weiteres betreten. Das bedeutet allerdings auch, dass der Arbeitgeber nicht über den Gesundheitsschutz des Arbeitnehmers wachen kann. „Zu Hause hat der Arbeitgeber überhaupt keine Einflussmöglichkeit. Deshalb muss der Arbeitnehmer zum Beispiel selbst dafür sorgen, seinen Monitor so aufzustellen, dass die Sonne ihn nicht anstrahlt und den Augen schadet“, erklärt Eckert.

Beim Gesundheitsschutz ist ein zu Hause arbeitender Mitarbeiter stärker als im Büro auf sich allein gestellt. Dabei kann sich etwa auch die Frage des Unfallschutzes stellen. Das Bundessozialgericht hat Anfang Juli entschieden, dass ein Arbeitnehmer, der zu Hause arbeitet und beim Wasserholen auf einer Treppe stürzt, nicht über den Arbeitgeber unfallversichert ist, denn es handelt sich nicht um einen Arbeitsunfall (AZ: B 2 U 5/15 R).

Probleme beim Homeoffice

Im Homeoffice arbeitet ein Mitarbeiter die mit dem Chef vereinbarten Stunden. Doch hier liegt einer der Knackpunkte des Homeoffice: Ein Arbeitgeber kann trotz mancher technischen Möglichkeit der Zeiterfassung nicht wirklich kontrollieren, ob der Arbeitnehmer die abgesprochenen Stunden tatsächlich arbeitet und an seinen Aufgaben werkelt. Der Arbeitgeber muss seinem Angestellten hierbei schlicht vertrauen.

Der Mitarbeiter wiederum muss darauf achten, seine Arbeit in der besprochenen Zeit zu schaffen. „Er ist dafür verantwortlich, das Arbeitszeitgesetz einzuhalten“, betont Rechtsanwalt Eckert. Deshalb muss ein Arbeitnehmer, der gern in Heimarbeit tätig sein will, auch über besondere Fähigkeiten verfügen. Eine gute Selbstorganisation gehört unbedingt dazu.

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