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Kinderreisepass

Ausweispflicht für Kinder & Babys bei Auslandsreisen

Ohne den Kinderreisepass können auch die Kleinsten meistens nicht ins Flugzeug steigen, um ins Ausland zu fliegen. © Quelle: tanyakotenko9/fotolia.com

Früher war es einfach: Kleinkinder und Babys reisten „auf Kosten“ der Ausweise ihrer Eltern ins Ausland. Inzwischen aber besteht eine Ausweispflicht auch für die Kleinsten. Wer davon betroffen ist und in welchen Fällen: Alles zu Kinderausweisen auf Auslandsreisen in die EU, nach Übersee –und was für Deutschland selbst gilt.

Dass die EU nicht ausschließlich Verordnungen erlässt, die zur allgemeinen Glückseligkeit beitragen, ist bekannt. So trat im Jahr 2012 ein Gesetz in Kraft, dass Familien nicht nur finanziell belastet – sondern seither auch eine Auslandsreise mit Kindern und Babys verkompliziert. Diese benötigen nämlich nun einen eigenen Ausweis, wenn sie sich auf Auslandstour mit ihren Eltern machen. Zuvor wurden sie lediglich im Pass der Eltern mitaufgeführt.

Kinderausweis, Reisepass, Personalausweis: Welcher Pass für wen gilt

Je nach Alter braucht es unterschiedliche Pässe für Kinder und Jugendliche – solange sie deutsche Staatsangehörige sind. Wichtig zu wissen: Die Passpflicht gilt für jedes Kind, egal ob Säugling oder 15 Jahre alt. Und für alle drei Passarten braucht es ein biometrisches Foto des Kindes. Mitunter eine Herausforderung für die Eltern, denn auf diesen Bildern sollen die Kinder mit einem „neutralen Gesichtsausdruck“ zu sehen sein.

  • Der Kinderreisepass ist die entscheidende Neuerung, denn der muss künftig mit an Bord sein, wenn es ins Ausland geht. Diesen erhalten Kinder bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres. Er gilt sechs Jahre und die Kinder müssen ab zehn Jahren darauf selber unterschreiben. Der Kinderreisepass enthält keine digitalisierten Informationen
  • Den elektronischen Reisepass können Kinder ab zwölf Jahren beantragen, auf Wunsch der Eltern auch früher. Er ist nichts anderes als jener, den auch Erwachse nutzen. Bis zum 24. Lebensjahr ist er sechs Jahre gültig, anschließend zehn. Der zentrale Unterschied zum Kinderreisepass: Hier werden Informationen digital gespeichert.
  • Für den Personalausweis gilt: Jeder Mensch ab 16 Jahren muss laut Gesetz diesen Ausweis besitzen. Auf Wunsch der Eltern kann dies aber auch schon früher geschehen.

Ausweispflicht: Pass richtet sich nach Reiseland

Welchen Pass sie für welches Reiseziel brauchen, richtet sich nach letzterem. Dass es keine Passpflicht innerhalb der EU bzw. des Schengen-Raums gibt, ist ein Mythos. Demnach gilt nicht nur für die Eltern, dass sie ihren Pass einstecken sollten – auch ihre Kinder müssen sich ausweisen können. Allerdings genügt bei diesen Reisezielen der Kinderreisepass, der übrigens 13 Euro kostet.

Auch in den allermeisten anderen Ländern reicht diese Passform für Kinder unter 12 Jahren aus. Nicht aber im Falle der USA. Die Amerikaner verlangen den elektronischen Reisepass auch für kleine Kinder. Andernfalls kann es passieren, dass sie unverrichteter Dinge noch am amerikanischen Flughafen die Heimreise antreten müssen. Eltern sollten sich vorsichtshalber im Vorfeld über die Passbestimmungen im entsprechenden Reiseland informieren.

Einverständniserklärung, wenn Kinder oder Babys ohne Eltern reisen

Nicht selten machen kleine Kinder Urlaub mit ihren Großeltern, etwa an der niederländischen Nordsee. In diesem Fall reicht der Kinderreisepass nicht aus. Eltern sollten unbedingt eine Einverständniserklärung beziehungsweise Vollmacht beilegen. Wenn die Mutter und der Vater erziehungsberechtigt sind, müssen auch beide die Erklärung unterschreiben.

Ausweispflicht für Kinder auch innerhalb Deutschlands?

Dass Eltern seit zwei Jahren für Auslandsreisen einen extra Ausweis für ihre Kinder brauchen, hat nichts mit den Bestimmungen in Deutschland zu tun. Hierzulande gilt nach wie vor: Die Ausweispflicht greift erst mit dem 16. Geburtstag. Dann braucht jede Person einen Personalausweis – oder wenigstens einen elektronischen Reisepass.

Übrigens: Eltern, die Sozialleistungen vom Jobcenter beziehen, und ein Kind haben, dessen Klassenfahrt ins Ausland gehen soll, müssen die Kosten für den Kinderreisepass selber übernehmen. Das entschied im Jahr 2012 das Sozialgericht Chemnitz. Im betreffenden Fall bezahlte das Jobcenter zwar die Kosten für die Fahrt, gemäß dem Zweiten Sozialgesetzbuch. Das Kind sollte nach England auf Klassenfahrt. Da zu der Einreise auch ein Personalausweis reiche, entschied das Gericht gegen den Wunsch der Eltern, dass der Kinderreisepass vom Jobcenter übernommen werden sollte (Az.: S 31 AS 3050/12 ER).

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