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Aus- und einparken

Auf dem Parkplatz: Wer hat Vorfahrt?

Nach einem Auffahrunfall (Beispielbild) © Quelle: Mieth/Gettyimages.de

Bei vielen Autofahrern herrscht Unsicherheit über die Fahrregeln auf einem Parkplatz. Haben beispiels­weise dieje­nigen auf der Fahrbahn Vorfahrt gegenüber den Auspar­kenden – oder umgekehrt? Was Autofahrer grundsätzlich beachten müssen.

Auf Parkplätzen und anderen größeren Verkehrsflächen ohne Fahrbahneinteilung ist Verständigung zwischen den Autofahrern nötig. So steht es bereits in § 1 der Straßenverkehrsordnung. Daraus folgt nichts anderes, als dass man so vorsichtig fahren soll, dass kein Unfall geschieht.

Selbst wenn auf Parkplätzen die Fahrspuren markiert sind, sind sie nicht mit denen auf anderen Straßen zu vergleichen. Es entsteht dadurch keine Vorfahrtsregel, auch nicht gegenüber Ausparkenden, so die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV). Wer mit seinem Auto also aus einer Parkbucht kommt und gegen ein anderes Fahrzeug stößt, hat nicht automatisch immer zu 100 Prozent Schuld.

Das Amtsge­richt Wangen im Allgäu hat am 25. August 2016 (AZ: 4 C 165/16) folgenden Fall entschieden: Der Fahrer fuhr mit seinem Volvo rückwärts aus einer Parkbucht auf einem Parkplatz bei McDonald's. Der Fahrer hatte zwar die Seite im Blick, in die er rückwärts ausfahren wollte. Nicht gerechnet hatte er aber damit, dass ein Klein­trans­porter auf der Fahrspur zwischen den Parkbuchten rückwärtsfuhr – bis die Fahrzeuge zusam­menstießen.

Autounfall: Geteilte Haftung bei Parkplat­z­unfall

Nun stellte sich die Frage, wer von den beiden Fahrern haftet. Viele würden meinen, dass der Fahrer haftet, der mit seinem Fahrzeug aus der Parkbucht fährt. Dem ist aber nicht so. Daher ist es immer wichtig, sich nach einem Autounfall von einer Rechtsanwältin oder einem Rechts­anwalt beraten und vertreten zu lassen. Verkehrs­rechtsanwälte klären über die Rechte und Chancen eines Prozesses auf. Vor allen Dingen helfen sie, gegenüber der gegne­ri­schen Versi­cherung auf Augenhöhe zu agieren. Rechtsanwälte für Verkehrs­recht findet man in der Anwalts­suche.

So sah das Gericht hier auch die Haupt­schuld zu 75 Prozent bei dem Fahrer des Liefer­wagens und nur zu 25 Prozent bei dem aus der Parklücke kommenden Fahrer des Volvo.

Gericht: Rückwärtsfah­rende müssen vorsichtig fahren

Das Gericht stellte nach der Beweis­auf­nahme fest, dass das Auto des Klägers bei der Kollision bereits stand. Durch die geschlossene Bauweise des Liefer­wagens sei die Sicht für dessen Fahrer stark eingeschränkt. Das bedeute aber, dass er besonders sorgfältig rückwärtsfahren müsse. Der Fahrer müsse ständig in den Rückspiegel schauen und sich, wenn nötig, auch einweisen lassen. Daher haftete er zu 75 Prozent.

Aber auch der Kläger hätte vorsich­tiger sein können, so das Gericht. Der Fahrer hätte nicht nur die Richtung im Blick haben müssen, in die er mit dem Heck seines Fahrzeugs fuhr, sondern auch die andere Seite. Dann hätte der Fahrer den Liefer­wagen womöglich besser erkennen können.

Quelle: www.verkehrsrecht.de

Themen
Auto Autounfall Haftung Unfall

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