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Hunde­bis­sat­tacke: Schmer­zensgeld bei Tod eines Hundes?

Wenn der eigene Hund von einem anderen Hund verletzt oder sogar getötet wird - erhält der Besitzer Schmerzensgeld? © Quelle: Rakusen/gettyimages.de

Oft nehmen Hunde einen großen Stellenwert in der Familie ein, sie sind wie Famili­en­mit­glieder. Wenn nun der geliebte Hund durch den Biss eines anderen Hundes verletzt oder sogar getötet wird, belastet dies Hunde­halter häufig schwer. Eindeutig ist in der Recht­spre­chung geregelt, dass Hinter­blie­benen beim Verlust eines nahen Angehörigen ein Schmer­zens­geldan­spruch zusteht. Gilt dies auch beim Tod eines Hundes?

Können Hunde­halter Schmer­zensgeld verlangen, wenn ihr Hund von einem anderen Hund verletzt oder sogar getötet wird? In der Recht­spre­chung ist ein Schmer­zens­geldan­spruch allgemein nur auf den Verlust engster Famili­en­mit­glieder begrenzt, so dass dem Hunde­halter grundsätzlich kein Schmer­zensgeld zusteht.

So hat bereits das Amtsge­richt Frankfurt im Jahre 2000 entschieden, dass eine Gesund­heits­ver­letzung im Sinne des § 823 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) nur dann gegeben ist, wenn medizi­nisch feststellbare psychische Auswir­kungen vorliegen, die über das allge­meine Lebens­risiko hinaus­gehen, beispiels­weise das Erleiden eines Schocks infolge des Miter­lebens des Unfall­todes eines nahen Angehörigen.

Hieraus folgt, dass der Anspruch auf Schmer­zensgeld nur dann besteht, wenn es sich um ein besonders eingrei­fendes Ereignis handelt, welches der Verletzte miter­leben musste, wie beispiels­weise der Tod eines nahen Angehörigen. Dies bezieht sich aber immer auf Situa­tionen, in denen ein naher Verwandter desje­nigen, der Schmer­zensgeld verlangt, zu Tode gekommen ist (LG München I ZFS 80, 200).

Voraus­setzung ist bei diesen Fällen immer, dass ein Mensch zu Tode gekommen ist. Eine Ausdehnung des Schmer­zens­geldan­spruchs auch auf fremde oder entfernte Angehörige hätte eine rechtlich nicht mehr klar abgrenzbare, mit der gesetz­lichen Funktion nicht mehr in Einklang stehende Auswu­cherung des Anspruchs zur Folge.

Wenn aber schon eine Ausdehnung auf fremde oder entfernte Angehörige für rechtlich unzulässig erachtet wird, muss dies auf jeden Fall für die Verletzung und den Tod eines Hundes gelten, so die Richter.

Die Zukunft wird zeigen, ob es Gerichte in Deutschland gibt, die auf die besondere Stellung des Hundes in der Familie abstellen und diese Recht­spre­chung ändern werden. Sie würden damit das durch den Hundebiss entstandene Leid der betrof­fenen Personen wenigstens etwas abmildern. Eine Änderung der Recht­spre­chung wäre diesbezüglich wünschenswert.

Andreas Ackenheil ist Anwalt mit dem Schwerpunkt Tierrecht (Hunderecht, Pferderecht, Recht rund um das Tier) und betreibt einen eigenen Blog, der unter http://www.der-tieranwalt.de aufzurufen ist. Auch für die Deutsche Anwaltauskunft bloggt Andreas Ackenheil regelmäßig zum Thema Tierrecht.

Themen
Familie Schmerzensgeld Tiere Tod

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