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Sonnen ohne Schutz

Nackt im Garten und auf dem Balkon: Was ist erlaubt?

Nackt im Garten und nackt auf dem Balkon – was gilt?
© Quelle: Radius Images/gettyimages.de

Die eigenen vier Wände, der eigene Garten – da darf man ja wohl nackt herum­laufen. Und kleidungs­loses Sonnen auf dem eigenen Balkon muss doch auch erlaubt sein. Könnte man meinen. Ganz so einfach ist es jedoch nicht.

Zunächst einmal darf man in seinen eigenen vier Wänden tun und lassen, was man möchte – solange die Handlung nicht gegen ein Gesetz oder die geltende Hausordnung verstößt. Das gilt auch im Garten oder auf dem Balkon.

Nackt im Garten: Ordnungswidrigkeit möglich

Wer sich also oben ohne sonnt, sich nackt in der Außendusche oder im Pool erfrischt oder textilfrei auf dem Balkon entspannt, begeht keine Straftat. In den meisten Fällen ist es auch keine Ordnungswidrigkeit. Allerdings entscheidet hier der Einzelfall.

So können sich andere Mieter oder Nachbarn durch zu viel Nacktheit berechtigt gestört fühlen, so dass das freizügige Sonnen­baden zur „Belästigung der Allge­meinheit“ führt. Dann ist zu viel Nacktheit eben doch eine Ordnungs­wid­rigkeit und kann mit einem Bußgeld zwischen fünf und eintausend Euro bestraft werden.

Nackte müssen mit Blicken der Nachbarn leben

Wer seinen Körper auf dem Balkon oder im Garten frei zur Schau stellt, muss mit Blicken der Nachbarn rechnen – und auch damit leben. Schauen Nachbarn oder Passanten aber gezielt in ein Fenster oder filmen sogar hinein, geht das zu weit. Die Bewohner können dann auf Unterlassung klagen. Das stellte das Oberlandesgericht München fest (Urteil vom 27. September 2005; AZ: 32 Wx 65/05).

Sichtschutz der Nackten erlaubt

Wer sich gerne nackt sonnt, neugierige Blicke aber vermeiden will, kann am Balkon einen Sicht­schutz anbringen. Dieser ist zumindest dann erlaubt, wenn die Verkleidung zum Stil des Hauses passt, entschied das Amtsge­richt Neubran­denburg (Urteil vom 10. Oktober 2006; AZ: 6 C 162/06).

Wegen Nacktheit gekündigt zu werden ist unwahrscheinlich

Vor allem Mieter, die sich gerne textilfrei auf dem Balkon aufhalten, sollten darüber nachdenken. Denn bei der Frage, wie viel Nacktheit erlaubt ist, geht es für sie um mehr als Bußgelder und Ordnungs­wid­rig­keiten. Sobald sie den Hausfrieden stören oder die Hausordnung verletzen, kann der Vermieter ihnen theore­tisch kündigen. In der Praxis ist das aller­dings unwahr­scheinlich.

In einem Fall aus dem Saarland hat das Gericht die Kündigung eines Vermieters gekippt. Es ging um eine Mieterin, die sich im Freien hin und wieder ausgiebig nackt räkelte. Der Vermieter kündigte ihr mit der Begründung, ihre freizügigen Sonnenbäder hätten für Gesprächsstoff in der dörflichen Nachbar­schaft gesorgt und den Hausfrieden dadurch gestört. Das Argument ließ das Amtsge­richt Merzig jedoch nicht gelten – und gab der Mieterin Recht (Urteil vom 5. August 2005; AZ: 23 C 1282/04).

Sex auf dem Balkon kann Hausfrieden stören

Nacktsein ist das eine, wer aber Sex auf dem Balkon hat, sollte gewarnt sein und ein Blick auf die Entscheidung des Amtsge­richts Bonn werfen (AZ: 8 C 209/05).

In dem Fall vergnügte sich die Mieterin eines Mehrfa­mi­li­en­hauses auf dem Balkon mit ihrem Freund. Die Nachbarn beschwerten sich daraufhin beim Vermieter, der die Mieterin abmahnte. Zu Recht sagten die Richter: Sex auf dem Balkon könne den Hausfrieden stören. Hinzu käme, dass der betref­fende Balkon von einem Kinder­spiel­platz einsehbar sei.

Zwar lässt sich daraus noch kein generelles Verbot ableiten. Doch wer sich sexuell auf seinem Balkon oder seinem Garten vergnügt, sollte sicher­stellen dabei erstens nicht gesehen werden zu können und zweitens auch nicht ander­weitig die Aufmerk­samkeit der Nachbarn auf sich zu ziehen – beispiels­weise durch Akustik.

Ärger mit dem Vermieter oder den Nachbarn? Anwälte helfen

Sie haben sich ein paar mal nackt auf dem Balkon gesonnt und Ihr Vermieter droht Ihnen mit Kündigung? Oder haben Sie freizügige Mieter, die Ihrer Ansicht nach den Hausfrieden stören? Mieter, Wohnungs- und Hauseigentümer können sich in solchen Fragen an Anwältinnen und Anwälte für Miet- und Wohnungs­ei­gen­tums­recht wenden. Diese beraten Sie in allen Fragen rund um die Themen Miete und Wohnen. Ansprech­partner in ganz Deutschland finden Sie über die Anwalts­suche oben auf der Seite.

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Garten Miete Mietstreit Wohnung
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ndm
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