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Steuern

Einmal Steuererklärung, immer Steuererklärung?

Eine Steuererklärung zu machen bedeutet oft, Unterlagen und Formulare zu wälzen. © Quelle: contrastwerkstatt/fotolia.com

Seiten­weise Formulare auszufüllen mag nicht immer Spaß machen – es kann sich aber lohnen, zum Beispiel bei der Steuererklärung. Viele Arbeit­nehmer, die nicht dazu verpflichtet sind, geben aber trotz der Aussicht auf Rückzahlung keine Steuererklärung ab, da sie den Aufwand scheuen. Wer einmal freiwillig eine Steuererklärung abgibt, müsse immer eine Steuererklärung machen, heißt es dann oft. Gilt wirklich: einmal Steuererklärung, immer Steuererklärung? In unserer Reihe „Recht oder falsch?!“ klären wir diesen Rechts­mythos auf.

Steuererklärung: Für manche Arbeit­nehmer Pflicht

Zunächst einmal gilt: Manche Steuerzahler in Deutschland sind dazu verpflichtet, jedes Jahr eine Steuererklärung abzugeben. Das kann auch auf Arbeitnehmer zutreffen, zum Beispiel wenn sie nebeneinander bei mehreren unterschiedlichen Arbeitgebern beschäftigt sind, wenn einer von zwei zusammenveranlagten, Arbeitslohn beziehenden Ehegatten in Steuerklasse V besteuert wurde, wenn Beschäftigte außerdem Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung erwirtschaften, oder sich im betreffenden Kalenderjahr der Scheidung wieder verheiraten. Unter §46 Absatz 2 Nr. 1 bis 7 Einkommensteuergesetz (EStG) sind alle Voraussetzungen aufgelistet, unter denen Arbeitnehmer um die Steuererklärung nicht herumkommen.

Freiwillige Steuererklärung kann sich auszahlen

Wer nicht zu dieser Gruppe zählt, kann dennoch freiwillig eine Steuererklärung abgeben. Steuerzahler können darin Ausgaben wie Werbungskosten, Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Das kann sich finanziell auszahlen, denn häufig gibt es Geld vom Staat zurück. Nur wenn das Finanzamt von den Kosten durch die Abgabe der Steuererklärung erfährt, kann es die Ausgaben anerkennen.

Einmal Steuererklärung, heißt nicht immer Steuererklärung

Auch wenn es lukrativ sein kann, für ein bestimmtes Jahr eine Steuererklärung abzugeben, entsteht daraus für Arbeitnehmer keine Verpflichtung für das folgende Jahr: „Wer als Arbeitnehmer nicht verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben, kann sich jedes Jahr neu dazu entscheiden“, sagt Rechtsanwältin Sabine Unkelbach-Tomczak aus Frankfurt, Mitglied im Geschäftsführenden Ausschuss der Arbeitsgemeinschaft Steuerrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Arbeitnehmer müssten sich also keine Sorgen machen, wenn sie nicht sicher seien, ob sie auch im folgenden Jahr Zeit für eine Steuererklärung haben. Solange sich an der steuerrechtlichen Situation nichts ändert und die Arbeitnehmer nicht unter die Bedingungen des § 46 Absatz 2 Nr. 1 bis 7 EStG fallen, besteht keine Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung (Stand 02.01.2017).

Themen
Arbeitnehmer Geld Recht oder falsch?! Steuererklärung Steuern

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