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Schufa-Score und Bonitätsprüfung: So funktioniert der neue Punktwert

Wann muss mein Schufa-Score gelöscht werden? Welche Daten darf die Schufa über mich sammeln? Und welche Auswirkungen hat ein negativer Schufa-Score? Spätestens beim Umzug in eine neue Wohnung wird man mit ihr konfrontiert: die Schufa. Doch was ist sie überhaupt und welche Rechte habe ich? Das Rechtsportal anwaltauskunft.de erklärt.

Eine Lupe hat das Wort "Schufa" im Fokus. Denn wir gucken beim Schufa-Score genau hin.
Wir schauen uns genau an, was die Schufa ist und wie sie funktioniert.

Was ist die Schufa?

Die Schufa ist eine private Wirtschaftsauskunftei in Deutschland, die Informationen über die Kreditwürdigkeit (Schufa-Score) von Verbraucherinnen, Verbrauchern und Unternehmen sammelt und speichert. Der Name setzt sich wie folgt zusammen: Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung

„Meistens kommen Bürgerinnen und Bürger bei der Suche nach einer neuen Wohnung in Kontakt mit der Schufa, da viele Vermieter:innen eine Auskunft der Schufa einfordern“, sagt Rechtsanwältin Daniela Bergdolt, stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss Bank- und Kapitalmarktrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV). „Die Schufa ist allerdings nicht die einzige Wirtschaftsauskunftei in Deutschland, nur eben die bekannteste.“ Alternativen sind beispielsweise CRIF, Creditreform Boniversum, itsmydata und bonify.

An Informationen werden unter anderem Kredite, Leasingverträge, Girokonten, Kreditkarten und eventuelle Zahlungsausfälle oder Inkassoverfahren gesammelt. Diese Informationen werden genutzt, um eine sogenannte Bonitätsbewertungzu erstellen. Diese sagt aus, wie wahrscheinlich eine Zahlungsbereitschaft ist. Die Bewertung hilft zum Beispiel Banken, Vermieter:innen und anderen Kreditgebenden, die Kreditwürdigkeit potenzieller Kunden einzuschätzen.

Wie funktioniert die Schufa?

Seit 2026 gilt ein neues System bei der Schufa. Statt Prozentangaben, gilt nun ein Punktesystem. Dieses geht von 100 bis 999 und ist an sogenannte Score-Klassen geknüpft. „Ein hoher Punktwert deutet auf eine hohe Zahlungswahrscheinlichkeit hin, ein niedriger Wert bedeutet niedrige Zahlungsfähigkeit“, sagt Rechtsanwältin Bergdolt.

Zum Ermitteln der Punktzahl speichert die Schufa Informationen über Zahlungen und laufende Kredite. Daraus ergeben sich folgende Klassen: Hervorragend, Gut, Akzeptabel, Ausreichend und Ungenügend.

Wie bekomme ich einen guten Schufa-Score?

Von einem guten Schufa-Score spricht man ab 709 Punkten, von einem hervorragenden ab 776 Punkten. Wer pünktlich zahlt und keine Rechnung offenlässt, hat in der Regel nichts zu befürchten.

Übrigens haben circa 62 Prozent der Deutschen einen hervorragenden Schufa-Score. Den Bestwert von 999 Punkten erreichen dagegen nur 0,03 Prozent der Menschen in Deutschland.

Wie kann ich meinen Schufa-Score verbessern?

Wenn der Schufa-Score niedrig ist, kann das darauf hinweisen, dass offene Rechnungen nicht beglichen sind und vielleicht sogar Schulden existieren. Deshalb sollten in erster Linie offene Rechnungen beglichen und Zahlungsrückstände aufgeholt werden. Wichtig ist auch, dass Rechnungen pünktlich bezahlt werden.

Laut Schufa wirkt sich zudem das lange Bestehen eines Vertrages positiv auf den Score aus. Auch ein großer Kredit sei besser als viele kleine.

Wie genau setzt sich der Schufa-Score zusammen?

Der Score setzt sich der Schufa zufolge aus zwölf verschiedenen Kriterien zusammen. Der bekannteste sind wohl pünktlich geleistete Zahlungen, beziehungsweise nicht geleistete Zahlungen.

„Die Schufa beschreibt zwar, wie sich der Score zusammensetzt. In konkreten Fällen wäre jedoch mehr Transparenz wünschenswert, damit Verbraucher:innen ihre Werte genauer nachvollziehen können“, so Bergdolt. Aktuell verhandelt der Bundesgerichtshof, ob die Schufa mehr Auskunft über ihr Berechnungsverfahren geben muss.

Alle zwölf Kriterien sind: Zahlungsstörungen, Alter des ältesten Bankvertrags, Alter der ältesten Kreditkarte, Alter der aktuellen Adresse, Alter des jüngsten Rahmenkredits, Anzahl Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten in den vergangenen zwölf Monaten, Anzahl Anfragen außerhalb des Bankenbereichs in den vergangenen zwölf Monaten, aufgenommene Ratenkredite in den vergangenen zwölf Monaten, längste Restlaufzeit aller Ratenkredite, Kreditstatus, Immobilienkredit sowie das Vorliegen einer Identitätsprüfung.

Wie lange bleibt ein Eintrag in der Schufa stehen?

Bei der Schufa gibt es einen Code of Conduct, der die Löschung regelt, den hat sich der Verband Die Wirtschaftsauskunfteien e.V. selbst gegeben. Wann genau Daten gelöscht werden, hängt von den Daten selbst ab.

Kann ich meine Schufa auch kostenlos abfragen?

Wer seinen Schufa-Score erfahren will, um ihn zum Beispiel einem zukünftigen Vermieter mitzuteilen, fordert in der Regel den kostenpflichtigen Schufa-Bonitätscheck an. Eine Alternative dazu stellt die Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO dar. Sie gibt einen Überblick über die Bonität der letzten zwölf Monate. Sie wird postalisch zugestellt und ist in fünf bis sieben Tagen bei Ihnen zuhause.

Wie kann ich mich gegen einen falschen Schufa-Score wehren?

„Wenn Sie sich gegen einen falschen Schufa-Score wehren wollen, ist es ratsam sich anwaltlichen Beistand zu holen“, rät Rechtanwältin Bergdolt. Die passende Anwältin oder den passenden Anwalt finden Sie in der Anwaltssuche der Anwaltauskunft.

Autor Pia Benthin

Aktualisiert am

18.06.2026

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