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Schulfragen

Lehrer dürfen Hausauf­gaben der Schüler nicht benoten

Lehrer dürfen die Hausaufgaben ihrer Schüler nicht benoten - aber durchaus abfragen. © Quelle: Finaly/gettyimages.de

Bildung ist Ländersache, so dass sich recht­liche Regelungen unter­scheiden. Was aber in vielen Bundesländern gilt: Lehrer dürfen die Hausauf­gaben ihrer Schülerinnen und Schüler nicht benoten.

Die Hausauf­gaben nicht gemacht und schon trägt der Lehrer eine sechs ein: Gefühlt ist das den aller­meisten Schülerinnen und Schülern schon so ergangen. Doch hat die Sache einen recht­lichen Haken: Das ist in der Regel nicht erlaubt.

Denn Hausauf­gaben zu benoten wider­spricht geltenden Landes­ge­setzen, etwa in Bayern: Das Bayerische Gesetz über das Erzie­hungs- und Unter­richts­wesen trifft Regelungen zum Nachweis des Leistungs­stands, zur Bewertung der Leistungen und zu Zeugnissen. „Hausauf­gaben“ sind im Gesetz aller­dings nicht erwähnt.

„Man geht daher davon aus, dass sie nicht zu den Nachweisen des Leistungsstandes im Sinne des Gesetzes gehören“, erklärt Dr. Matthias Ruckdäschel, Schulrechtsexperte und Mitglied im Deutschen Anwaltverein (DAV). Das bedeute – so der Rechtsanwalt weiter –, dass Leistungsnachweise, die der Entscheidung über eine Versetzung in die nächste Klassenstufe zugrunde gelegt werden, in der Regel unter Aufsicht und Kontrolle der Schule erbraucht werden müssen – und eben nicht am heimischen Schreibtisch.

Eine Ausnahme von dem Grundsatz findet sich unter anderem in den Schul­ge­setzen des Landes Berlin. Hier bestimmt die Verordnung für die Sekun­dar­stufe I, dass auch Hausauf­gaben benotet werden können. Sie dienen aber auch hier in erster Linie der Vor- oder Nachbe­reitung des Unter­richts und spielen deshalb für die Verset­zungs­ent­scheidung keine entschei­dende Rolle.

Überprüfung und Auswertungen von Hausaufgaben aber erlaubt

In den Landes­ge­setzen ausge­klammert, findet sich der Begriff Hausauf­gaben dagegen in den Schul­ord­nungen. Nach den überein­stim­menden Regelungen der Schul­ord­nungen werden Hausauf­gaben gestellt, „um den Lehrstoff einzuüben und die Schülerinnen und Schuler zu eigener Tätigkeit anzuregen“, wie es in Bayern heißt.

Lehrer müssen also Hausaufgaben regelmäßig überprüfen und für die weitere Arbeit im Unterricht auswerten. Weil sie aber keine Leistungsnachweise sind, darf das nicht in Form einer Bewertung passieren.

Die objektiv erbrachte Leistung des Schülers steht bei der Bewertung im Mittelpunkt

Bewertet wird also nur die objektiv erbrachte Leistung eines Schülers (bei Hausauf­gaben können schließlich auch Geschwister oder Eltern helfen). Anlagen, Mitarbeit, das Verhalten des Schülers und die Frage, ob er Hausauf­gaben nicht oder nur schlecht macht, haben mit der objektiv erbrachten Leistung nichts zu tun.

„Die Würdigung und auch Beein­flussung gehören aller­dings zur Erzie­hungs­aufgabe der Schule“, erklärt der Regens­burger Rechts­anwalt Ruckdäschel. „Sie sollen daher unabhängig von der Bewertung der erbrachten Leistungen im Zeugnis in einer Bemerkung gewürdigt werden.“

Was dieser Logik folgend aller­dings möglich ist: eine kurze schrift­liche Kontrolle der Hausauf­gaben im Rahmen des Unter­richts, die dann auch benotet werden darf. So steht es im Schul­gesetz für das Land Berlin.

Übrigens: Zwar dürfen Hausaufgaben in der Regel nicht benotet werden, Eltern können einer Schule aber nicht verbieten, Hausaufgaben aufzugeben. Alles zu diesem Thema, finden Sie hier.

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Ausbildung Kinder Schule

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