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Urlaubs­an­spruch: Was Arbeit­nehmern zusteht

Wer frühzeitig einreicht, hat bessere Chancen auf den Traumurlaub zum Wunschtermin. © Quelle: Poser/corbisimages.com

Bis zum Jahresende bleibt nicht mehr viel Zeit: Wer es jetzt versäumt, noch ausste­henden Urlaub zu planen, kann seinen Anspruch verlieren. Die Anwaltaus­kunft beant­wortet die wichtigsten recht­lichen Fragen zur schönsten Zeit des Jahres für Arbeit­nehmer.

Wie viel Urlaubs­an­spruch haben Arbeit­nehmer eigentlich?

Grundsätzlich hat nach dem Bundesurlaubsgesetz jeder Arbeitnehmer Anspruch auf bezahlten Urlaub – unabhängig davon, ob er als Geschäftsführer oder Aushilfe, in Teilzeit oder Vollzeit arbeitet. Den Anspruch erwirbt man auch dann, wenn man gar nicht arbeitet, sondern beispielsweise über einen längeren Zeitraum krankgeschrieben ist. „Entscheidend ist, dass ein gültiges Arbeitsverhältnis für mindestens einen vollen Monat besteht“, sagt der Rechtsanwalt Jakob T. Lange vom Deutschen Anwaltverein (DAV).

Für Verwirrung sorgt oft die Frage, wie hoch der gesetzlich definierte Mindestanspruch auf Urlaub genau ist. Das Bundesurlaubsgesetz legt hier 24 Werktage fest. Als „Werktage“ gelten aber alle Tage außer Sonn- und Feiertagen, also auch der Samstag. „24 echte Urlaubstage können damit nur Arbeitnehmer reklamieren, die eine Sechs-Tage-Woche von Montag bis Samstag haben“, sagt der Arbeitsrechtler Jakob T. Lange.

Wer, wie die meisten Arbeit­nehmer in Deutschland, lediglich von Montag bis Freitag arbeitet, kommt ohne die Samstag lediglich auf einen Anspruch von 20 Urlaubs­tagen – die Samstage hat er ja ohnehin frei. Praktisch läuft damit beides auf das Gleiche hinaus: „Der Minde­st­ur­laubs­an­spruch beträgt immer vier Wochen“, so Rechts­anwalt Lange.

An diesem Vier-Wochen-Anspruch ändert sich auch nichts, wenn ein Arbeitnehmer täglich in Teilzeit arbeitet. Bei weniger als fünf Arbeitstagen pro Woche reduziert sich der Mindesturlaub entsprechend: Für vier Wochenarbeitstage gibt es 16 Urlaubstage, für drei gibt es 12 usw. Lediglich Jugendlichen und schwerbehinderten Menschen gewährt der Gesetzgeber einen höheren Mindestanspruch.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber steht es selbstverständlich frei, einen höheren Urlaubsanspruch als den gesetzlich vorgesehenen zu vereinbaren. Häufig sind solche Ansprüche auch über Tarifverträge geregelt. Auch Praktikanten können übrigens einen Anspruch auf Urlaub haben – das gilt in der Regel dann, wenn das Praktikum dem Zweck der Aus- oder Fortbildung dient.

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