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	<title>Freiberuf &#8211; Deutsche Anwaltauskunft</title>
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	<title>Freiberuf &#8211; Deutsche Anwaltauskunft</title>
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		<title>Scheinselbstständigkeit vermeiden</title>
		<link>https://anwaltauskunft.de/themenwelten/scheinselbststaendigkeit-vermeiden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DAV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Apr 2023 12:51:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wer selbstständig arbeitet, unterliegt anderen steuerlichen Pflichten als abhängig Beschäftigte. Wenn Arbeitgeber versuchen, mittels scheinselbstständig-Angestellten Sozialversicherungsbeiträge zu sparen oder Mindestlohn- und Arbeitsschutz zu umgehen, kann dies zu gravierenden Strafen führen. Unser Artikel klärt die wichtigsten Begriffe und informiert, wie Sie Scheinselbstständigkeit erkennen und vermeiden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Was versteht man unter beruflicher Selbstständigkeit?</h2>



<p>Berufliche Selbstständigkeit bedeutet, dass eine Person <strong>selbstständig arbeitet</strong> und ihr <strong>Einkommen aus</strong> ihrer <strong>eigenen Arbeit</strong> erwirtschaftet, <strong>ohne</strong> von einer Arbeitgeberin oder einem Arbeitgeber <strong>abhängig</strong> zu sein. Im Gegensatz zu einem Arbeitnehmer hat eine selbstständig tätige Person mehr Freiheit in Bezug auf ihre Arbeitszeit, ihre Arbeitsweise und ihre Kunden. Sie ist auch <strong>verantwortlich</strong> für ihre <u>eigene Buchhaltung, Steuern und Sozialversicherung</u>.</p>



<p>Berufliche Selbstständigkeit kann in vielen verschiedenen Formen und Branchen auftreten. Einige <strong>Beispiele</strong> für <strong>beruflich Selbstständige</strong> sind:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Freiberufliche Dienstleister wie Anwälte, Ärzte, Berater oder Architekten</li><li>Künstler und Kreative wie Schriftsteller, Musiker oder Designer</li><li>Handwerker und Bauunternehmer</li><li>Kleinunternehmer, die ein eigenes Geschäft gründen und führen, z.B. im Einzelhandel oder im Gastrogewerbe.<br><br></li></ul>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was ist Scheinselbstständigkeit?</strong></h2>



<p>Scheinselbstständigkeit tritt auf, wenn eine Person, die <u>formal als selbstständig</u> eingestuft wird, <strong>in Wirklichkeit</strong><strong>wie ein Arbeitnehmer für einen Arbeitgeber tätig ist</strong>. Dies bedeutet, dass die Person in ihrer Arbeitsweise und Arbeitszeit eingeschränkt ist und <u>regelmäßige Arbeitsanweisungen vom Arbeitgeber erhält</u>. Die Person hat in der Regel wenig Kontrolle über den Arbeitsablauf und die Arbeitsbedingungen. Die Abgrenzung zwischen selbstständiger Tätigkeit und Scheinselbstständigkeit ist oft schwierig zu treffen und hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Art der Tätigkeit, dem Grad der Abhängigkeit vom Arbeitgeber und der Frage, ob die Person <strong>eigenes Unternehmerrisiko</strong> trägt.<br><br></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum sind Menschen Scheinselbstständig?</strong></h2>



<p>Bis auf einige Ausnahmen, bei denen die Abgrenzung zwischen angestellt und selbstständig schwieriger ausfällt, sind die spezifischen Konstellationen für den Großteil der in Deutschland arbeitenden Menschen offenkundig. Bereits der Begriff „Scheinselbstständigkeit“ lässt vermuten, dass ein Interesse für das vortäuschen von beruflicher Unabhängigkeit besteht. Ein <u>Vorteil aus Sicht der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber</u> kann darin liegen, dass sie auf diese Weise erhebliche <strong>Personalkosten sparen</strong>. Scheinselbstständige erhalten meist <strong>höhere Stundensätze</strong> als Arbeitnehmer, da sie selbst für ihre Abgaben und Versicherungen aufkommen müssen. <strong>Ein weiterer Vorteil</strong>: auf Schwankungen in der Nachfrage (Produkte/Dienstleistungen) können Arbeitgeber flexibler reagieren, da sie nicht an <strong>Kündigungsfristen</strong> und <strong>Arbeitszeitregelungen</strong> gebunden sind. <br><br></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Arbeitsverhältnis und Arbeitsvertrag</strong></h2>



<p>Dagegen ist im vierten Sozialgesetzbuch (SGB IV) festgelegt, wann jemand angestellt beschäftigt ist: „<em>Beschäftigung ist die nichtselbständige Arbeit, insbesondere in einem Arbeitsverhältnis. Anhaltspunkte für eine Beschäftigung sind eine Tätigkeit nach Weisungen und eine Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Weisungsgebers.</em>“, (<a href="https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__7.html" target="_blank" rel="noopener">§ 7, Art. 1, SGB IV</a>).</p>



<p><strong>Rechtsanwalt </strong><a href="anwaltssuche/alexander-stoehr-1lvq4"><strong>Alexander Stöhr</strong></a><strong>, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV)</strong>:<br>&#8222;<em>Zwischenzeitlich hat der Gesetzgeber in </em><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__611a.html" target="_blank" rel="noopener"><em>§ 611 a BGB</em></a><em> den Arbeitsvertrag &#8211; <u>nicht das Arbeitsverhältnis</u> &#8211; legal definiert. Hiernach wird der Arbeitnehmer <strong>durch den Arbeitsvertrag</strong> im Dienste eines anderen zur Leistung weisungsgebundener, fremdbestimmter Arbeit in persönlicher Abhängigkeit <strong>verpflichtet</strong>. Das Weisungsrecht könne Inhalt, Durchführung, Zeit und Ort der Tätigkeit betreffen</em>.“</p>



<p><strong>Weisungsgebunden</strong> sei nach der gesetzlichen Regelung, „<em>wer nicht im Wesentlichen frei seine Tätigkeit gestalten und seine Arbeitszeit bestimmen könne</em>“, so der <strong>Fachanwalt</strong>.<br><br></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Welche Risiken gehen Arbeitgeber ein, wenn sie Angestellte als scheinselbstständig beschäftigen?</strong></h2>



<p>Wenn Behörden die Verschleierung entdecken, können <strong>hohe Nachzahlungen</strong> für Sozialabgaben und Steuern anfallen, die das Unternehmen erheblich belasten. Zudem werden meist <strong>Bußgelder</strong> und <strong>Strafen</strong> fällig, die in einigen Fällen sogar <strong>existenzbedrohend</strong> sind. Eine <u>Prüfung des Betriebes</u> ist regelmäßig <u>durch die Rentenversicherung</u> vorgesehen. Dazu heißt es in <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__28p.html" target="_blank" rel="noopener">§ 28p, viertes Buch SGB IV</a>: „<em>Die Träger der Rentenversicherung prüfen bei den Arbeitgebern, ob diese ihre Meldepflichten und ihre sonstigen Pflichten nach diesem Gesetzbuch, die im Zusammenhang mit dem Gesamtsozialversicherungsbeitrag stehen, ordnungsgemäß erfüllen; sie prüfen insbesondere die Richtigkeit der Beitragszahlungen und der Meldungen (§ 28a) mindestens alle vier Jahre.</em>“</p>



<p>&#8222;<em>Ferner können sich Scheinselbständige beispielsweise bei einer Kündigung ihres Auftrags in das Unternehmen &#8222;einklagen&#8220; und </em><a href="https://anwaltauskunft.de/themenwelten/kuendigungsschutzklage-ihre-rechte-bei-kuendigung/"><em>Kündigungsschutzklage</em></a><em> einreichen, mit der Argumentation, sie seien in Wirklichkeit Arbeitnehmer gewesen. Dann hat das Unternehmen ungewollt einen neuen Mitarbeiter, der gar nicht so leicht kündbar ist, da für ihn das Kündigungsschutzgesetz gilt</em>&#8222;<strong></strong>führt<strong> Rechtsanwalt Stöhr aus.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Baufirma zu hoher Nachzahlung verurteilt</strong></h2>



<p>Das Hessische Landgericht verurteilte eine Baufirma am 07. März 2023, <strong>100.000€ an Sozialbeiträgen nachzuzahlen</strong> (AZ: L 8 BA 51/20). Das Unternehmen beschäftigte drei Männer, um Trockenbauarbeiten zu verrichten. Diese gründeten eine <strong>Gesellschaft bürgerlichen Rechts</strong> (GbR), um mit ihrem Arbeitgeber einen <strong>Nachunternehmervertrag </strong>abzuschließen. Der Arbeitgeber zahlte sodann keine Sozialversicherungsbeiträge. Nach mehreren gerichtlichen Instanzen wurde geurteilt, dass die Männer abhängig beschäftigt wurden und durch den Nachunternehmervertrag eine Scheinselbständigkeit geschaffen wurde: <br>„<em>Der mit ihnen geschlossene Nachunternehmervertrag habe lediglich der Verschleierung der tatsächlichen Verhältnisse und der Umgehung der gesetzlichen Sozialabgabenpflicht gedient.</em>“ <br><br>(<a href="https://anwaltauskunft.de/themenwelten/selbststaendig-oder-abhaengig-taetig-wann-greift-versicherungspflicht/">Selbstständig oder abhängig tätig: Wann greift Versicherungspflicht?</a>)<br><br><strong>Allerdings:</strong> auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ergeben sich <strong>Nachteile</strong>, wenn Sie widerrechtlich berufliche Unabhängigkeit vortäuschen. <u>Sie verlieren jedenfalls im Zeitraum ihrer Beschäftigung zunächst den Anspruch</u> auf <strong>Kündigungsschutz</strong>, <strong>Tarifbindung</strong>, <strong>soziale Absicherung</strong> und <strong>Entgeltfortzahlung</strong> im Krankheitsfall.<br><br></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie vermeidet man Scheinselbstständigkeit?</strong></h2>



<p>Einige Punkte sollten beachtet werden, damit man nicht in diese Kategorie fällt. Sie beinhalten:</p>



<ul class="wp-block-list"><li><strong>Klarheit bei der Vertragsformulierung</strong> &#8211; Verantwortlichkeiten/Art der Tätigkeit etc.</li><li><strong>unabhängige Arbeitsweise</strong> &#8211; nicht Weisungsgebunden</li><li><strong>eigene Arbeitsmittel</strong> – Ressourcen wie Arbeitsausrüstung, Werkzeuge, etc.</li><li><strong>eigene Angestellte</strong></li><li><strong>mehrere Auftraggeber</strong> &#8211; der Auftragnehmer sollte für mehrere Auftraggeber tätig sein und nicht ausschließlich für einen Auftraggeber arbeiten.</li></ul>



<p>Die Kriterien können von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Daher ist es ratsam, sich von einer Expertin oder einem Experten mit Spezialisierung auf Arbeits- oder Sozialrecht beraten zu lassen. Um sicherzustellen, dass alle Aspekte der Zusammenarbeit rechtskonform sind. Suchen Sie am besten direkt nach Anwältinnen und Anwälten in Ihrer Nähe auf <a href="anwaltssuche">anwaltauskunft.de</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Podcast: Gewerbesteuerpflicht für Gewinne aus Online-Pokerspielen?</title>
		<link>https://anwaltauskunft.de/themenwelten/podcast-gewerbesteuerpflicht-fuer-gewinne-aus-online-pokerspielen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DAV]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Jun 2021 12:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Seit Jahren erfreut sich das Pokerspiel einer gesteigerten Beliebtheit. Nicht nur die TV-Übertragungen sind erfolgreich, auch online bieten viele Portale das Spiel an....]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Seit Jahren erfreut sich das Pokerspiel einer gesteigerten Beliebtheit. Nicht nur die TV-Übertragungen sind erfolgreich, auch online bieten viele Portale das Spiel an. Manche Teilnehmer erzielen hier regelmäßig hohe Gewinne. Das interessiert auch den Fiskus. Ist die Online-Zockerei ein Hobby oder ein Gewerbe? &#8211; Es kommt darauf an, lautet die klassische juristische Antwort. Und zwar auf die Zeit, die man mit dem Spielen verbringt, die Gewinne und die Gewinnerzielungsabsicht. Spielt man summarisch über 400 Stunden im Jahr und erzielt fünf- bis sechsstellige Gewinne, liegt ein Gewerbe vor. Dafür muss Einkommens- und Gewerbesteuer gezahlt werden. Dies entschied das Finanzgericht Münster.</p>



<p>Einzelheiten dazu im Podcast der Deutschen Anwaltauskunft mit Rechtsanwalt Swen Walentowski.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Podcast: Bei minderjährigen Youtube-Stars teilweise Unterschrift der Eltern erforderlich</title>
		<link>https://anwaltauskunft.de/themenwelten/podcast-bei-minderjaehrigen-youtube-stars-teilweise-unterschrift-der-eltern-erforderlich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DAV]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jul 2017 08:35:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Immer mehr Kinder und Jugendliche betreiben auf Youtube, Twitch oder Instagram eigene Kan&#228;le und Profile. Manche werden dabei ber&#252;hmt und verdienen sogar Geld. Sobald ein Kind Profit erwirtschaftet, braucht es einen Gewerbeschein, sagt Rechtsanwalt Swen Walentowski von der Deutschen Anwaltauskunft in unserem Podcast. Er beantwortet darin folgende Fragen:]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>1. Es geht nicht nur um Youtube, sondern auch um Instagram oder Twitch. Wo lauern die Fallen für die Kids?</p>



<p>2. Ein Siebenjähriger braucht einen Gewerbeschein?</p>



<p>3. Welche Fallstricke lauern noch?</p>



<p>4. Fallstrick Nummer 3 – die Werbeverträge?</p>



<p>Was <a href="https://anwaltauskunft.de/themenwelten/mein-kind-ist-ein-youtube-star-was-muessen-eltern-beachten/" target="_blank">Eltern sonst noch wissen müssen, wenn ihre Kinder erfolgreiche Social-Media-Kanäle betreiben</a>, lesen Sie in diesem Artikel.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Restaurant oder Café eröffnen: Das sollten künftige Gastronomen wissen</title>
		<link>https://anwaltauskunft.de/themenwelten/gastronomie-recht-cafeeroffnung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DAV]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Sep 2016 11:43:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Traum vom eigenen Café klingt nach gutem Kaffee und leckerem Kuchen. Doch es gibt auch rechtliche Fragen, die man beachten muss, wenn man eine Gaststätte aufmachen möchte.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wer einen Gastronomiebetrieb gründen will, braucht ein stimmiges Konzept, die passenden Geschäftsräume und gutes Personal. Und als ob das noch nicht genug Aufwand wäre, gibt es auch noch rechtliche Vorschriften, die angehende Gastronomen auf der Rechnung haben müssen. Diese sind allerdings nicht so streng, wie mancherorts behauptet wird. Wir beantworten die wichtigsten Rechtsfragen zum Thema.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gastronomiebetrieb nur mit Gaststättenkonzession</h2>



<p>Wer ein Restaurant, eine Bar oder ein Café eröffnen möchte, braucht eine Gaststättenerlaubnis beziehungsweise Gaststättenkonzession. Diese müssen künftige Café- und Restaurantinhaber beim Gewerbeamt – heute meist Ordnungsamt – der Gemeinde beantragen, in der sie die Gaststätte eröffnen wollen. Für den Antrag, der mehrere hundert Euro kosten kann, sind einige Dokumente erforderlich. Darunter ein <a href="https://anwaltauskunft.de/themenwelten/polizeiliches-fuehrungszeugnis-antworten-auf-die-wichtigsten-fragen/" target="_blank">polizeiliches Führungszeugnis</a> und eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">1. Braucht man eine Ausbildung in der Gastronomie, um eine Bar, ein Restaurant oder ein Café eröffnen zu können?</h2>



<p>Eine Ausbildung, zum Beispiel als Koch, Restaurantfachmann oder Fachgehilfe im Gastgewerbe, ist dazu nicht notwendig.</p>



<p>„<em>Wohl aber muss der Gastwirt oder sein Stellvertreter die Teilnahme an einer speziellen Unterrichtung nachweisen, um die Gaststättenerlaubnis erhalten zu dürfen“</em>, erklärt <strong>Rechtsanwalt Olaf Möhring, Anwalt für Verwaltungsrecht und Internationales Wirtschaftsrecht, Spezialist für Gewerberecht und Gaststättenrecht sowie Mitglied im <a href="https://anwaltverein.de/de/" target="_blank" rel="noopener">Deutschen Anwaltverein (DAV)</a></strong>. Bei der Unterrichtung gehe es hauptsächlich um Lebensmittelrecht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Café eröffnen: Ausbildung oder spezielle Unterrichtung notwendig</h2>



<p>Die <a href="https://www.dihk.de/" target="_blank" data-type="link" data-id="https://www.dihk.de/" rel="noreferrer noopener">Industrie- und Handelskammern</a> bieten solchen Unterrichtungen an, sie kosten circa 50 bis 60 Euro. Die angehenden Gastwirte erhalten über den Unterricht eine Bescheinigung, die sie für den Antrag auf die Gaststättenerlaubnis beim Gewerbe- beziehungsweise Ordnungsamt vorlegen müssen. Hat ein angehender Gastronom allerdings eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem gastronomischen Beruf, braucht er die Unterrichtung nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">2. Muss man perfekt Deutsch sprechen, um eine Gaststätte in Deutschland eröffnen zu können?</h2>



<p>Wie sieht es mit Sprachkenntnissen aus: Ist gutes Deutsch – beziehungsweise gute Kenntnisse in der am Geschäftsort gesprochenen Sprache – eine Voraussetzung, um zum Beispiel ein Restaurant eröffnen zu können?</p>



<p><em>„Entgegen der Ansicht, die vielfach vom Ordnungsamt und Gewerbeamt vertreten wird, muss ein Gastwirt keine ausreichenden Deutschkenntnisse nachweisen können“,</em> beruhigt <strong>Rechtsanwalt Möhring</strong>. Das Gaststättenrecht verlange dies ebenso wenig wie das allgemeine Gewerberecht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sprachkenntnisse teilweise wegen Aufenthaltsrecht notwendig</h2>



<p>Das Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße hat das in einem aktuellen Fall klargestellt. Eine Vietnamesin hatte erfolgreich geklagt, weil sie die Genehmigung wegen mangelnder Deutschkenntnisse nicht erhalten hatte (Beschluss vom 14.06.2016, <a href="https://www.landesrecht.rlp.de/bsrp/document/NJRE001264518" target="_blank" data-type="link" data-id="https://www.landesrecht.rlp.de/bsrp/document/NJRE001264518" rel="noreferrer noopener">AZ: 4 L 403/16.NW</a>).</p>



<p>Für Menschen aus manchen Herkunftsländern kann es dennoch sein, dass sie Sprachkenntnisse mitbringen müssen, um einen Imbiss oder ein Restaurant eröffnen zu können. Dies ergibt sich dann allerdings aus dem Aufenthaltsrecht. Um die oben genannte Unterrichtung müssen sich Nicht-Muttersprachler allerdings keine Sorgen machen: Wer ein Restaurant oder Café eröffnen will, kann zu dem Seminar einfach einen Dolmetscher mitbringen. Auch das hat das Verwaltungsgericht in der genannten Entscheidung
herausgestellt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">3. Kann man einen Gastronomiebetrieb eröffnen, wenn man vorbestraft ist?</h2>



<p>Zu den Bedingungen, um ein Restaurant, eine Bar oder ein Café eröffnen zu können, zählt nicht unbedingt eine – rechtlich gesehen – weiße Weste. Ob man die Gaststättenkonzession erhalten kann, wenn man vorbestraft ist, hängt vom Einzelfall ab.</p>



<p><em>„Generell gilt: je schwerer der Tatvorwurf und je höher die Zahl der Verstöße, desto eher begründet dies die Unzuverlässigkeit des Gastwirts und damit die Versagung beziehungsweise den Widerruf der Gaststättenerlaubnis“</em>, erklärt <strong>Rechtsanwalt Möhring.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Gewerbebezogene Straftaten: Versagen der Konzession möglich</h2>



<p>Dabei gilt: Straftaten wiegen schwerer, wenn sie mit dem Gewerbe selbst in Zusammenhang stehen. Dann reicht in vielen Fällen bereits eine einzige Verurteilung, die nicht im Strafregister getilgt ist, damit die Gaststättenerlaubnis entzogen wird. Aber auch eine größere Zahl kleinerer Verstöße kann ausreichen, teilweise sogar bloße Ordnungswidrigkeiten. Alleine aufgrund von Bagatellverstößen kann eine Gaststättenerlaubnis allerdings nicht widerrufen beziehungsweise versagt werden.</p>



<p>Welche Verbrechen sind es, die als Unzuverlässigkeitsgründe gelten? <em>„Neben Kapitalverbrechen wie Mord oder bewaffnetem Raubüberfall gehören zum Beispiel unerlaubte Veranstaltung eines Glücksspiels, Körperverletzung, Drogenmissbrauch, Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz, Verstöße gegen das Lebensmittelrecht, Hygieneverstöße, Lärm und die Nichteinhaltung der Sperrstunde dazu“</em>, erläutert <strong>Rechtsanwalt Möhring</strong>.</p>



<p>Sei ein Gastronom verurteilt, spiele es keine Rolle, ob das Urteil rechtskräftig ist oder nicht: Vom Traum des eigenen Cafés oder Restaurants müsse er sich in manchen Fällen vorerst verabschieden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">4. Wann kann die Gaststättenkonzession wegen Unzuverlässigkeit versagt werden?</h2>



<p>Für die gaststättenrechtliche Unzuverlässigkeit, wegen der einem angehenden Gastronomen die Gaststättenkonzession versagt werden kann, kann es aber auch andere Gründe geben. Diese müssen nicht im Strafrecht verwurzelt sein. Es genügt schon, wenn das Gewerbeamt davon ausgehen kann, dass der Antragsteller nicht die persönliche Eignung besitzt, eine Gaststätte zu führen, weil er zum Beispiel alkoholabhängig ist, hohe Steuerschulden oder Sozialabgaben nicht abgeführt hat.</p>



<p>Die Gründe für die Versagung der Gaststättenerlaubnis, insbesondere wegen Unzuverlässigkeit, regelt § 4 Gaststättengesetz. Der Widerruf und die Rücknahme einer erteilten Gaststättenerlaubnis werden in § 15 Gaststättengesetz geregelt. Der gaststättenrechtliche Begriff der Unzuverlässigkeit ist grundsätzlich derselbe wie der gewerberechtliche, der für die Gewerbeuntersagung gemäß § 35 Gewerbeordnung gilt.</p>



<p>Für solche Kandidaten steht der Weg zum eigenen Restaurant, Café oder Imbiss möglicherweise dennoch offen. Die Gaststättenkonzession kann dann aber vielfach nur über die Einsetzung eines – zuverlässigen – Stellvertreters erreicht werden, der allerdings kein bloßer „Strohmann“ sein darf.</p>
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