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Tierhaltung: Eine Katze ist kein kleines Tier

(DAV). Ein Mieter darf in seiner Wohnung Klein­tiere halten. Katzen aller­dings gehören nicht mehr zu den Klein­tieren. Hier gilt, was im Mietvertrag vereinbart wurde. Aller­dings: Ganz ohne Grund darf der Vermieter die Haltung von Katzen nicht verbieten, so das Amtsge­richt München.

Der Fall

Die Mieterin einer Wohnung mit rund 40 Quadrat­metern Wohnfläche schaffte sich zwei Katzen an und befes­tigte auf dem Balkon zwischen Brüstung und darüber liegendem Balkon ein Katzennetz. In ihrem Mietvertrag stand, dass das Halten eines Tieres ohne Einwil­ligung des Vermieters nicht gestattet ist. Davon ausge­nommen waren Klein­tiere „im Rahmen des vertragsgemäßen Gebrauchs“.

Die Entscheidung

Die Vermieter waren weder mit den Katzen noch dem Netz einver­standen. Sie klagten, hatten jedoch nur teilweise Erfolg. Katzen seien keine Klein­tiere, so dass ihre Haltung ohne Einwil­ligung des Vermieters grundsätzlich nicht erlaubt sei, stellten die Richter klar. Vermieter dürften aller­dings ihre Zustimmung zur Haltung der Katzen nur verweigern, wenn das Tier die Wohnung beeinträchtige oder andere Personen belästige oder gefährde. Nichts davon sahen die Richter im Fall der zwei Katzen: Die Tiere würden lediglich in der Wohnung gehalten – eine Belästigung des Vermieters oder anderer Mieter scheide also aus. Und von einer Lärmbelästigung sei ohnehin nicht die Rede gewesen.

Die Behauptung der Vermieter, die Katzen würden den Teppich beschädigen und verun­rei­nigen, habe sich als Behauptung ins Blaue hinein heraus­ge­stellt. Auf Nachfrage hätten die Vermieter angegeben, dass ihnen konkrete Schäden nicht bekannt seien, sondern sie diese nur vermu­teten. Auch lasse die Größe der Wohnung die Haltung der zwei Katzen ohne weiteres zu. Triftige Gründe, die Katzen­haltung zu unter­sagen, seien somit nicht gegeben.

Die Mieterin sei jedoch verpflichtet, das Katzennetz zu entfernen, da davon eine optische Beeinträchtigung ausgehe, die die Vermieter nicht dulden müssten. Die Mieterin werde durch die Pflicht zur Entfernung auch nicht unverhältnismäßig in ihren Rechten eingeschränkt. Sie könne die Katzen in der Zeit auf den Balkon lassen, in der sie anwesend sei und sie beauf­sich­tigen könne.

Amtsge­richt München am 26. Juli 2012 (AZ: 411 C 6862/12)

Rechtsgebiete
Miet- und Pachtrecht

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