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Testament: Keine Pfeil­dia­gramme und Zeich­nungen

(DAV). Ein Testament muss handschriftlich verfasst sein. Man muss es also selbst schreiben. Die Arbeits­ge­mein­schaft Erbrecht des Deutschen Anwalt­vereins (DAV) warnt jedoch davor, Zeich­nungen oder Pfeil­dia­gramme einzufügen. Dadurch wird ein Testament insgesamt ungültig. Solche Diagramme können leicht geändert werden, ohne dass man die Echtheit wirksam überprüfen kann.

Der Fall

In dem vom Oberlan­des­ge­richt Frankfurt/Main entschie­denen Fall hatte der Erblasser in seinem handge­schrie­benen Testament durch Pfeil­ver­bin­dungen eine Zuordnung von Personen in seiner Erbfolge dokumen­tiert. Der verhei­ratete Mann hinterließ eine weitläufige Verwandt­schaft und eine nicht­ehe­liche Lebensgefährtin. Nach seinem Tod beantragte die Witwe einen Allei­nerb­schein. Das Nachlass­ge­richt verwei­gerte dies.

Die Entscheidung

Zu Unrecht. Das Testament entspreche nicht den Formvor­schriften, daher sei es insgesamt unwirksam. Der Witwe stehe aufgrund der gesetz­lichen Erbfolge der Erbschein zu. Die erfor­der­liche Schriftform eines Testa­ments solle den Erblasser zwingen, den letzten Willen wohlüberlegt und nicht übereilt nieder­zu­legen.

Zudem dokumen­tiere die Handschrift nachprüfbar die Identität des Schreibers. Pfeil­ver­bin­dungen oder zeich­ne­rische Darstel­lungen könnten jedoch jederzeit abgeändert werden, ohne dass dies ein Gutachter prüfen könnte. Eine zeich­ne­rische Gestaltung genüge daher nicht der gefor­derten Überei­lungs- und Überle­gungs­schutz­funktion.

Oberlan­des­ge­richt Frankfurt/Main am 11. Februar 2013 (AZ: 20 W 542/11)

Quelle: www.dav-erbrecht.de 

Rechtsgebiete
Erbrecht

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