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Keine Ware erhalten: Inter­netverkäufer haftet

(DAV). Wer im Internet Waren verkauft und diese nicht liefern kann, ist dem Käufer grundsätzlich zum Schadensersatz verpflichtet. Das geht aus einer Entscheidung des Landge­richts Coburg hervor.

Der Fall

Über eine Inter­ne­tauk­ti­ons­plattform erwarb der Käufer 10.000 neuwertige Hosen für rund 20.000 Euro. Unmit­telbar nach Erteilung des Zuschlags teilte der Verkäufer ihm aber mit, die Ware sei mittler­weile ander­weitig verkauft worden und könne nicht mehr geliefert werden. Der Bruder des Verkäufers habe nach einem Wasser­schaden die Hosen ohne Kenntnis des Verkäufers weiter­ver­kauft. Nun verlangte der Käufer rund 10.000 Euro entgan­genen Gewinn als Schadensersatz. Er hätte die Hosen für 30.000 Euro weiter­ver­kaufen können. Der Verkäufer war dagegen der Meinung, dass er keine Vertrags­pflichten verletzt habe. Jeden­falls könne er nichts dafür, dass sein Bruder die Hosen weiter­ver­kauft habe.

Die Entscheidung

Das Gericht gab der Klage in vollem Umfang statt. Durch den Kaufvertrag hätte der Verkäufer die Verpflichtung übernommen, aus einem beste­henden Vorrat zu liefern. Er habe auch die Unmöglichkeit der Lieferung zu verant­worten, da er seinen Geschäftsbe­trieb so organi­sieren müsse, dass Verkäufe, die beste­henden Verträgen wider­sprechen, unter­blieben. Es sei nicht ersichtlich, dass der Verkäufer entspre­chende Vorkeh­rungen getroffen habe.

Landge­richt Coburg am 17. September 2012 (AZ: 14 O 298/12)

Rechtsgebiete
Internetrecht

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