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Herbst

Laub: Wer kehren muss, wie oft, und wann es Geld vom Nachbarn gibt

Laub zu kehren ist im Herbst eine Pflichtaufgabe für Gartenbesitzer - und oft Anlass zu Streit unter Nachbarn. © Quelle: wholden/gettyimages.de

Wenn es Herbst wird, freuen Spazier­gänger sich über bunt gefärbtes Laub. Landet dieses Laub allerdings auf Straßen, Gehwegen und in Gärten, ruft es meist weniger Begeis­terung hervor. Unter Nachbarn kommt es immer wieder zum Streit darüber, wer dafür verant­wortlich ist, Laub im Garten zu räumen. Und nicht zuletzt steigt im Herbst die Unfall­gefahr durch nasses Laub auf Straßen und Gehwegen. Die Deutsche Anwalt­auskunft klärt die wichtigsten Rechts­fragen zum Thema Laub.

Im Winter ist es Schnee und Eis, im Herbst ist es Laub, das zur Rutsch­gefahr wird. Vor allem bei nassem Wetter ist das Risiko für Unfälle sehr hoch. Fußgänger sollten dann besonders vorsichtig sein. Aber auch Immobi­li­en­ei­gentümer beziehungsweise Vermieter haben Pflichten, wenn es ums Laub geht. Lesen Sie hier, was Sie zum Thema Laub kehren wissen müssen.

Wie oft muss ich Laub kehren?

Sobald im Herbst die Blätter fallen, wird es für Grundstücks­ei­gentümer Zeit, Laub zu räumen. Wer die Verkehrs­si­che­rungs­pflicht für sein Grundstück und zum Beispiel den dazuge­hörigen Gehweg inne hat, ist für dessen Reinigung und den Winter­dienst verant­wortlich. Und in der Folge auch dafür, dort Laub zu kehren. Doch das hat Grenzen, wie eine Entscheidung des Oberlan­des­ge­richts Schleswig gezeigt hat.

Demnach sind die für die Reinigung verant­wort­lichen Anlieger nicht verpflichtet, die Gehwege komplett laubfrei zu halten. Wie oft Laub geräumt werden muss, hängt dem Gericht zufolge davon ab, wieviel Laub anfällt. Die Laubmassen dürfen allerdings nicht so lange liegen gelassen werden, dass sich eine Laubdecke aus neuen und älteren, bereits glitschigen Schichten bildet. Räumt ein Eigentümer zu selten Laub und stürzt jemand auf dem betref­fenden Weg und verletzt sich, muss der Eigentümer unter Umständen Schadens­ersatz und Schmer­zensgeld zahlen.

Sind Sie Immobi­li­en­ei­gentümer oder –vermieter und sehen sich mit Schadens­er­satz­for­de­rungen aus einem Laubunfall konfrontiert? Oder Sie sind selbst gestürzt und möchten Ihre Ansprüche durchsetzen? In beiden Fällen sollten Sie sich von einem Experten beraten lassen. Eine Rechts­an­wältin oder einen Rechts­anwalt für Ihr Anliegen finden Sie in unserer Anwaltssuche.

Laub vom Nachbarn im Garten: Wann habe ich Anspruch auf finanzielle Entschä­digung?

Auch der Garten ist im Herbst voller Blätter – nicht selten von den Bäumen des Nachbarn. Ständig im Garten Laub räumen zu müssen, macht allerdings viel Arbeit. Grundsätzlich kann ein Grundstücks­ei­gentümer von seinem Nachbarn, dessen Bäume für das Laub verant­wortlich sind, dafür einen angemessenen finanziellen Ausgleich verlangen.

Die Rede ist von der sogenannten Laubrente. Um darauf Anspruch zu haben, muss allerdings deutlich mehr Laub in den Garten fallen, als es für die Gegend und die Jahreszeit üblich ist. Zudem muss der Garten­be­sitzer durch das Laub erheblich beeinträchtigt werden. Laubfall, der für die jeweilige Jahreszeit normal ist, muss er in der Regel jedoch hinnehmen. Zudem muss er die anfallenden Arbeiten erledigen, wie Laub zu räumen oder die Regenrinne zu reinigen.

Wenn Sie der Meinung sind, dass das Laub in Ihrem Garten von Nachbars Bäumen ein normales Maß überschreitet und Sie von Ihrem Nachbarn eine Laubrente fordern wollen, kontak­tieren Sie einen Rechts­anwalt oder eine Rechts­an­wältin für Miet- oder Wohnungs­ei­gen­tumsrecht. Einen Experten in Ihrer Nähe, der Ihr Anliegen prüfen und Sie beraten kann, finden Sie in unserer Anwaltssuche.

Wie muss ich gekehrtes Laub entsorgen?

Wenn man das Laub nun geräumt, zusammen­gekehrt und aus der Regenrinne geglaubt hat, wohin dann damit? Laub gehört grundsätzlich in die Biotonne. In vielen Städten und Gemeinden können die Bewohner Laub bei der Grünab­fall­sammlung abgeben. In Gegenden, in denen den Anwohnern weder Grünab­fall­sammlung noch Biotonne zur Verfügung stehen, können sie die Blätter auch in den Restmüll werfen.

Auch wenn es naheliegend erscheinen mag: Laub darf nicht im Wald entsorgt werden. Wer Laub und andere Garten­abfälle im Wald ablädt, handelt rechts­widrig und muss mit einem Bußgeld rechnen. Da die Bäume im Wald ebenfalls ihre Blätter verlieren, käme es mit dem Laub aus den Gärten zu einer Überdüngung.

Datum
Aktualisiert am
23.11.2016
Autor
red/dpa
Bewertungen
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Themen
Eigentum Herbst Unfall Verletzung

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