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Im Krankenhaus

Krankenhaus: Wer trägt die Kosten für einen Gebärdensprach­dol­met­scher?

Arzt und Patient © Quelle: HeroImages/gettyimages.de

Gehörlose Patienten sind bei der Kommu­ni­kation mit Ärzten oft auf Gebärdensprache angewiesen. Oftmals ist beim Austausch zwischen Arzt und Patient ein Gebärdensprach­dol­met­scher notwendig. Wer trägt die Kosten für den Einsatz von solchen Dolmet­schern?

Für eine reibungslose Kommunikation in der medizinischen Versorgung muss das Krankenhaus sorgen. Der Austausch zwischen Ärzten und Patienten hat einen besonderen Stellenwert. Im Zweifel muss das Krankenhaus einen Gebärdensprachdolmetscher beauftragen und die Kosten tragen. Daran ändert sich nichts, wenn der Patient selbst seinen Gebärdensprachdolmetscher mitbringt. In diesem Zusammenhang informiert die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) über eine Entscheidung des Sozialgerichts Hamburg vom 24. März 2017 (AZ: S 48 KR 1082/14 ZVW).

Eine gehörlose Patientin ließ sich durch eine Gebärdensprach­dol­met­scherin in ein Krankenhaus begleiten. Sie nutzte ihre Dienste für die Gespräche mit dem Klinikarzt über die Kranken­haus­auf­nahme, zur Opera­ti­ons­vor­be­reitung und beim Abschluss­gespräch. Selbst nach Ansicht der Klinik war der Einsatz der Gebärdensprach­dol­met­scherin notwendig. Diese stellte dem Krankenhaus letztlich 454,30 Euro in Rechnung. Das Krankenhaus lehnte die Zahlung ab. Es sah hier die gesetz­liche Kranken­kasse der Patientin in der Pflicht.

Gericht: Krankenhaus muss Kosten für Gebärdensprach­dol­met­scher zahlen

Das Sozial­ge­richt Hamburg war aller­dings der Meinung, das Krankenhaus sei grundsätzlich für eine reibungslose Kommu­ni­kation zwischen den behan­delnden Ärzten und dem Patienten zuständig. Dazu gehöre auch der Einsatz einer Gebärdensprach­dol­met­scherin.

Daran ändere auch der Umstand nichts, dass die Patientin selbst eine Gebärdensprach­dol­met­scherin mitge­bracht habe. Letztlich erfülle diese nicht die Pflicht gegenüber der Patientin, sondern für das Krankenhaus die Pflicht gegenüber der Patientin. Daher sei die Gebärdensprach­dol­met­scherin für das Krankenhaus tätig gewesen.

Die Kosten für den Dolmet­scher seien auch generell in den Behand­lungs­pau­schalen (sogenannte DRG-Pauschale) für die Krankenhäuser enthalten. Darin sei generell auch der Kommu­ni­ka­ti­ons­bedarf enthalten.

Patient koordi­niert Termin mit Gebärdensprach­dol­metcher: Kranken­kasse muss zahlen

In diesem Fall war es so, dass das Krankenhaus auch die Termine mit der Dolmetscherin selbst festgelegt hatte. Da es hierzu keine einheitliche Rechtsprechung gibt, kann es nach Ansicht der DAV-Sozialrechtsanwälte in anderen Fällen auch anders ausgehen. Etwa beispielsweise dann, wenn der Patient alle Termine auch mit dem Dolmetscher koordiniert. Aber selbst dann bliebe der Patient nicht auf den Kosten sitzen. Diese müsste die Krankenkasse zahlen. Im Zweifel müsste diese dann prüfen, ob sie das behandelnde Krankenhaus in Regress nehmen kann.

Fazit:

- Austausch zwischen den Ärzten und dem Patienten ist wichtig.

- Ein gehörloser Patient hat Anspruch darauf, von einem Gebärdensprachdolmetscher begleitet zu werden.

- Die Kosten für einen Dolmet­scher muss in aller Regel das Krankenhaus oder eventuell die Kranken­kasse zahlen, nicht jedoch der Patient selbst.

Themen
Geld Krankenhaus Krankenkasse

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