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Gesetzlich Versicherte

Leistungen der gesetz­lichen Kranken­ver­si­cherung: Was zahlt die Kasse?

Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung-wer zahlt?
© Canva

Kranken­ver­si­cherung: Haben Versicherte einen Anspruch auf eine Brille oder Kontakt­linsen?

Wer in früheren Zeiten auf eine Brille angewiesen war, dem wurde von der Kranken­ver­si­cherung ein sogenanntes „Kassen­gestell“ (teil-)finanziert. Zwar waren diese Brillen­ge­stelle wegen ihres Mangels an Schönheit gefürchtet, doch zumindest zahlte die Kranken­ver­si­cherung sie (mit). Anders heutzutage. Die Kosten für Brillen­ge­stelle, Brillen­gläser oder Kontakt­linsen müssen Versicherte in der Regel selbst zahlen, doch es gibt Ausnahmen.

Kranken­kassen und Leistungen: Wann zahlt die Krankenkasse eine Brille?

Seit März 2017 zahlen die Kranken­kassen bei Kurz- und Weitsich­tigkeit Sehhilfen mit mehr als sechs Dioptrien, bei Hornhaut­ver­krümmung reichen mehr als vier Dioptrien. Diese Regelung wurde mit dem Gesetz zur Stärkung der Heil-und Hilfsmit­tel­ver­sorgung (HHVG) beschlossen.

Urteil zu Kranken­kassen: Blinde haben Anspruch auf Stock mit Laser

Das Sozial­gericht Koblenz hat entschieden, dass Blinde Anspruch auf einen speziellen Blindenstock haben, der mithilfe eines Lasersensors besser vor Hinder­nissen warnt. (Aktenzeichen S 11 SO 62/15)

Geklagt hatte eine blinde Frau, weil ihre Kranken­ver­si­cherung ihr nur einen herkömm­lichen Blindenstock bewilligte. Die Frau monierte, mit dem konven­tio­nellen Taststock könne sie nur Hindernisse in Bodennähe ertasten. Ein mit Laser ausgestatteter Stock würde dagegen helfen, auch höhere Hindernisse rechtzeitig zu erkennen.

Das Gericht stimmte der Klägerin zu: Der Taststock erkenne höhere Hindernisse nicht, was schwere Verlet­zungen zur Folge haben könne. Blinde benötigten das Hilfsmittel täglich, um soziale Kontakte zu pflegen und ein selbst­be­stimmtes Leben zu führen.

Kranken­ver­si­cherung: Wer hat Anspruch auf einen Blindenhund?

Mag die Beeinträch­tigung eines Sinnes­organs noch durch andere Organe kompensiert werden können, ist dies bei einer Doppel­be­hin­derung sehr schwer. Daher haben Blinde, die zudem schwerhörig sind, in der Regel Anspruch auf einen Blindenhund. Die Krankenkasse muss für die Kosten aufkommen. Ein Betroffener muss sich nicht auf einen Blindenstock mit Mobili­täts­training verweisen lassen. Dies ergibt sich auch einer Entscheidung des Landes­so­zi­al­ge­richts Nieder­sachsen-Bremen (LSG) vom 29. August 2017 (AZ: L 16/4 KR 65/12), wie die Arbeits­ge­mein­schaft Sozialrecht des Deutschen Anwalt­vereins (DAV) mitteilt.

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Datum
Aktualisiert am
07.02.2024
Autor
DAV,ime/red/dpa
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Themen
Gesundheit Krankenkasse Kranken­ver­si­cherung Krankheit Versicherung

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