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Biss-Attacken

Wenn ein Hund beißt: Tierhal­ter­haftung und ihre rechtlichen Folgen

Wer haftet, wenn ein Hund einen anderen beißt und verletzt. © Quelle: HeroImages/corbisimages.de

Hund beißt Hund: Welche Kosten zahlt die Haftpflicht­ver­si­cherung?

In den Fällen, in denen ein Hund einen anderen beißt, stellt sich die Frage, wer haften muss. In der Praxis wollen Haftpflicht­ver­si­che­rungen geschä­digten Tierhaltern häufig nur 50 Prozent der Kosten für den Schaden zahlen. Die Versiche­rungen verweisen darauf, dass die Halter­haftung verschul­dens­un­ab­hängig sei und diese daher pauschal für 50 Prozent des Schadens selbst aufkommen müssen.

Diese Vorgehensweise berück­sichtigt jedoch nicht den konkreten Einzelfall, weshalb sie generell abzulehnen ist. Ein geschä­digter Tierhalter muss sich auf eine solche allgemeine Regelung nicht einlassen.

Wenn ein Dritter geschädigt wird, haften Tierhüter und Tieraufseher als sogenannte Gesamt­schuldner nach § 840 Abs. 1 BGB gemein­schaftlich. Im Innenver­hältnis der Verant­wort­lichen untereinander sind die Haftenden im Verhältnis zueinander grundsätzlich zu gleichen Anteilen verpflichtet, den Schaden des Geschä­digten auszugleichen.

Hundebiss: Haftungs­ver­teilung bei angeleintem Hund

Für Schäden, die durch einen nicht angeleinten Hund entstehen, haftet primär dessen Halter, wie das Oberlan­des­gericht (OLG) Oldenburg in zwei Urteilen entschieden hat (AZ: 13 U 104/00 und AZ 6 U 71/93).

Hundehalter haben die Pflicht, ihre Tiere jederzeit im eigenen Einwir­kungs­bereich zu haben. Viele Hundehalter nehmen daher ihren Vierbeiner vorsichts­halber beim Spazie­rengehen immer an die Leine. Kommt es dennoch zum Beißvorfall und war ein Hund angeleint und der andere nicht, so gilt ein anderer Haftungs­ver­tei­lungs­maßstab. In diesem Fall trägt der Halter des nicht angeleinten Hundes die Kosten für die tierärztliche Behandlung des anderen Tieres alleine, wie das Amtsgericht (AG) Frankfurt entschieden hat (AZ: 32 C 4500/94-39).

Gilt etwas anderes, wenn sich ein angeleinter Hund losreißt? Nach einer Entscheidung des Landge­richts Coburg vom 23. Juli 2010 nicht (AZ: 13 O 37/09). Nach dieser Entscheidung kann der Geschädigte den Ersatz ihm entste­hender Schäden in vollem Umfang verlangen, wenn sich ein anderer Hund losreißt oder besser gesagt unkontrolliert losrennt und ihm dadurch Schäden entstehen.

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Datum
Aktualisiert am
27.04.2017
Autor
Andreas Ackenheil
Bewertungen
79334 1
Themen
Gesundheit Haftpflicht­ver­si­cherung Haftung Tiere Verletzung

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