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BU-Versicherung zahlt nicht: Was kann ich tun?

BU-Versicherung zahlt nicht: Was kann ich tun?
© Quelle: RAM/fotolia.de

Die Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­cherung, kurz BU-Versicherung, gilt als eine der wichtigsten Versiche­rungen für Arbeit­nehmer und Freibe­rufler. Doch immer wieder kommt es vor, dass der Versicherer sich im Ernstfall weigert zu zahlen. Oft landet der Streit vor Gericht, besonders wenn es um psychische Erkran­kungen geht – wie Burnout, das man schwer objektiv nachweisen kann. Das Rechtsportal anwalt­auskunft.de erklärt, was Sie tun können, wenn die BU-Versicherung nicht zahlt – und wie Sie Schwie­rig­keiten von Beginn an vermeiden.

BU-Versicherung: Darauf müssen Sie beim Vertrags­ab­schluss achten

In den vergangenen Jahren hat sich die Bereit­schaft der Versiche­rungen, Schäden zu regulieren, verschlechtert. Das geht aus einer Forsa-Umfrage unter den Mitgliedern der Arbeits­ge­mein­schaft Versiche­rungsrecht im Deutschen Anwalt­verein von 2014 hervor. Mehr als drei Viertel der befragten Rechts­anwälte mit Schwerpunkt in versiche­rungs­ver­trag­lichen Rechts­fällen sagen, dass es bei der BU-Versicherung besonders häufig zu Streitig­keiten kommt.

Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­cherung: Fallstrick Gesund­heits­fragen

Weigert sich die BU-Versicherung zu zahlen, hängt das meist mit den Gesund­heits­fragen zusammen, die man beim Vertrags­ab­schluss beantworten muss.

„Die Versicherung zahlt unter Umständen nicht, wenn Verbraucher hier falsche oder unvoll­ständige Angaben gemacht haben“, sagt Monika Maria Risch, Rechts­an­wältin für Versiche­rungsrecht und Vorsitzende des Geschäfts­füh­renden Ausschusses der Arbeits­ge­mein­schaft Versiche­rungsrecht im Deutschen Anwalt­verein (DAV). Manche seien bei den Gesund­heits­fragen möglicherweise nicht so genau, weil der Versiche­rungs­ver­mittler erklärt hat, dass die Fragen keine so große Bedeutung hätten.

BU-Versicherung: Vorsicht vor geheimen Verdachts­dia­gnosen in der Patien­tenakte

Es muss aber gar nicht an den Verbrauchern liegen, wenn sie falsche Angaben machen oder etwas weglassen. Rechts­an­wältin Risch zufolge tragen Ärzte manchmal Diagnosen oder Verdachts­dia­gnosen in die Krankenakte ein, von denen die Patienten gar nichts wissen. Deshalb können sie diese natürlich auch nicht angeben. „Die Versicherung kann das später als arglistige Täuschung auslegen“, warnt die Rechts­an­wältin.

Die Versicherung kann den Vertrag dann anfechten und er wird rückab­ge­wickelt. Das bedeutet, dass die Versicherung nicht zahlt, der Versicherte aber auch seine Beiträge nicht zurück­erhält.

Gesund­heits­fragen: Angaben für BU-Versicherung verjähren nach zehn Jahren

Die Ansprüche der Versicherung gegenüber dem Versiche­rungs­nehmer im Zusammenhang mit falschen oder unvoll­ständigen Angaben verjähren nach zehn Jahren. „Das wissen die Versiche­rungen natürlich. Sollten sie das einmal übersehen, lenken sie meist schnell ein, wenn man sie darauf hinweist“, sagt Sven-Wulf Schöller, Fachanwalt für Versiche­rungsrecht und Mitglied der gleich­namigen Arbeits­ge­mein­schaft.

Dennoch sollten Berufs­tätige, die eine BU-Versicherung abschließen, unbedingt alle Gesund­heits­fragen wahrheitsgemäß beantworten. Auch kurze, scheinbar unwichtige Erkran­kungen müssen genannt werden. Außerdem rät Rechts­an­wältin Risch Verbrauchern, bei der Kranken­ver­si­cherung eine Liste mit allen Ärzten anzufordern, bei denen sie in Behandlung waren. Verbraucher übermitteln die Liste an das Versiche­rungs­un­ter­nehmen, bei dem sie die BU-Versicherung abschließen wollen, und bieten an, Schwei­ge­pflich­t­ent­bindung für den Versicherer zu erteilen. So verbergen sie nichts vor dem Versicherer. Der Vorwurf der arglistigen Täuschung ist vom Tisch.

Zusätzlich können Verbraucher ihre Krankenakten anfordern und diese ebenfalls an den Versicherer senden. Hier sind alle Informa­tionen aufgeführt, die die Ärzte über die Patienten gespeichert haben.

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vhe
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