Anwältin/Anwalt finden!

Merkzettel

Es befinden sich noch keine Anwälte in Ihrer Merkliste.

Bestattung

Feuer­be­stattung: Urnen­bei­setzung, Seebe­stattung und Asche­felder

Immer mehr Menschen in Deutschland entscheiden sich für die Feuerbestattung. © Quelle: tpicka/gettyimages.de

Wie man nach dem Tod bestattet werden möchte, ist eine sehr persönliche Angele­genheit. Immer mehr Menschen entscheiden sich statt einer üblichen Erdbe­stattung für eine Feuer­be­stattung. Die Asche des Verstor­benen kann dann in einer Urne auf dem Friedhof, aber auch in einer See- oder Baumbe­stattung beige­setzt werden. Wir zeigen Ihnen in einem Überblick, welche Arten der Beisetzung nach einer Feuer­be­stattung erlaubt sind.

So manches, was in amerikanischen Filmen zu sehen ist, wirkt für deutsche Zuschauer verstörend: So steht zum Beispiel in vielen Filmwohnungen eine Urne mit der Asche eines verstorbenen Familienmitglieds auf dem Kamin. In Deutschland ist das nicht möglich. Auch in anderen Punkten ist das Bestattungsrecht mit Blick auf Feuerbestattungen hierzulande weniger liberal als in anderen Teilen der Welt. In den vergangenen Jahren haben sich die Regeln allerdings gelockert.

Außergewöhnliche Bestat­tungsart: Erlaubnis abhängig vom Bundesland

Jeder darf selbst entscheiden, wie er nach dem Tod bestattet werden möchte. Die Angehörigen beziehungsweise die Erben müssen den Wünschen des Verstorbenen Folge leisten. Dazu müssen sie natürlich wissen, wie er bestattet zu werden wünscht.

Die Wünsche zur eigenen Bestattung schreibt man am besten in einer Bestattungsverfügung nieder und übergibt sie der Person, die sich darum kümmern soll. Weicht die Bestattungsart, die der Verstorbene wünscht, von den üblichen Arten ab, müsste er außerdem im Vorfeld klären, ob das am gewünschten Ort erlaubt ist. Denn Bestattungsrecht ist in Deutschland, wie so vieles, Ländersache. Die einzelnen Regelungen unterscheiden sich teilweise sehr.

Bestat­tungsverfügung mit einem Rechts­anwalt aufsetzen

Was tun, wenn man keine Angehörigen hat, die man in einer Bestattungsverfügung einsetzen kann? „In diesem Fall kann man einen Rechtsanwalt damit beauftragen, sich nach dem Tod um die Beisetzung und gegebenenfalls die Grabpflege zu kümmern“, erklärt Rechtsanwalt Dr. Dietmar Kurze, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Erbrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Gebe es dennoch Angehörige, könne der Erblasser trotzdem einen Anwalt beauftragen – im Zweifel auch gegen den Willen der Erben. Ein Rechtsanwalt kann natürlich auch dabei helfen, eine rechtssichere Bestattungsverfügung aufzusetzen.

Fried­hofs­zwang auch bei Feuer­be­stattung

Bei einer Feuer­be­stattung, auch Kremation genannt, wird zunächst bei einer sogenannten zweiten Leichen­schau geprüft, ob der Verstorbene wirklich eines natürlichen Todes gestorben ist. Anschließend wird die Leiche im Krema­torium verbrannt und die Asche in einer Urne aufbe­wahrt.

Mit Ausnahme von Bremen herrscht in Deutschland Fried­hofs­zwang. Urnen dürfen deshalb in den restlichen Bundesländern nur auf Friedhöfen und an wenigen weiteren, ausgewählten Orten beige­setzt werden. Eine Urne zuhause aufzu­be­wahren ist auch in Bremen nicht erlaubt. Hier dürfen Angehörige eines Verstor­benen seine Asche aller­dings auf einem privaten Grundstück – zum Beispiel im Garten – bestatten oder verstreuen.

Nach einer Kremation sind folgende Bestattungsarten möglich:

1. Urnen­be­stattung im Urnengrab

Wer sich für eine Urnen­be­stattung auf dem Friedhof entscheidet, kann in einem Urnengrab beige­setzt werden. In der Regel besteht die Wahl zwischen einem Reihengrab und einem Wahlgrab. Bei letzterem können Angehörige bezie­hungs­weise der Erblasser den Standort des Grabes auf dem Friedhof auswählen. In einem Wahlgrab können auch mehrere Urnen begraben werden.

2. Bestattung im Kolum­barium

Urnen können nicht nur unter­ir­disch, sondern auch in einem Kolum­barium bestattet werden. Das ist eine Wand oder ein Gewölbe, in dem die Urnen in kleinen Nischen aufbe­wahrt werden. Die Kammern sind in der Regel mit Platten verschlossen, auf denen der Name sowie das Geburts- und Todes­datum eingra­viert sind. Häufig können diese Platten indivi­duell gestaltet werden. Kolum­barien zur Urnen­bei­setzung finden sich auf Friedhöfen oder in Krema­torien.

3. Baumbe­stattung

Wem ein klassi­scher Friedhof nicht zusagt oder wer besonders natur­ver­bunden ist, kann auch verfügen, im Rahmen einer Baumbe­stattung beige­setzt zu werden. Bei dieser Bestat­tungsart werden die eingeäscherten sterb­lichen Überreste des Verstorben in einer biolo­gisch abbau­baren Urne unter einem Baum beerdigt. Teilweise ist es möglich, eine kleine Tafel anzubringen, die an den Verstor­benen erinnert.

Diese Friedwälder oder Ruheforste gehören meist zu Friedhöfen oder sind als solche gewidmet. Eine Einzel­grab­stelle für eine Baumbe­stattung kostet in der Regel einige hundert Euro, ein Famili­enbaum kann schon mehrere tausende Euro kosten.

„Der Verstorbene sollte es ausdrücklich verfügen, wenn er eine Baumbe­stat­tungen oder eine andere außergewöhnlich Bestat­tungs­arten wünscht“, sagt Rechts­anwalt Kurze. Der Verstorbene sollte vorher außerdem festlegen, wer sich darum kümmern soll und vor allem wie die Bestattung bezahlt wird. Andern­falls könnte es unter den Angehörigen des Verstor­benen zu Streit kommen, wenn dort die Baumbe­stattung abgelehnt wird.

Vielen Angehörigen ist auch wichtig, dass der Name des Toten auf einem Hinweis platziert wird. Das sei aber meist eine Frage der Fried­hofs­ordnung bezie­hungs­weise der Verfügung des Verstor­benen, warnt der Rechts­anwalt aus Berlin.

4. Seebe­stattung

Ebenfalls unkon­ven­tionell, aber auch in Deutschland möglich, ist die Seebe­stattung. Dabei wird die Urne mit der Asche in der Ost- oder Nordsee versenkt. Obwohl man dabei von einem Seegrab spricht, gibt es natürlich kein Grab im klassi­schen Sinne. Die Familie, Freunde und Erben können aber die Koordi­naten der Bestat­tungs­stelle erhalten.

5. Asche­felder

Nicht immer müssen die eingeäscherten sterb­lichen Überreste in einer Urne beerdigt werden: Manche Friedhöfe verfügen über sogenannte Asche­felder oder Streu­felder. Das sind in der Regel Wiesen, auf denen ein Bestatter die Asche verstreut. Meist erinnert eine Gedenk­tafel an die dort Bestat­teten. In Bremen ist es auch möglich, die Asche auf einem Privat­grundstück zu verstreuen.

Urnen­bei­setzung auch anonym oder halba­nonym möglich

Wer nicht will, dass seine letzte Ruhestätte erkennbar ist, kann eine anonyme Urnen­bei­setzung verfügen. Dann wird die Urne auf einem Friedhof begraben, ohne dass die Grabstelle gekenn­zeichnet wird. Zudem darf bei der Beerdigung niemand anwesend sein. Die anonyme Beisetzung wird auch als stille Bestattung bezeichnet. Ob auch ein Sarg anonym bestattet werden kann, hängt von der jewei­ligen Fried­hofs­ordnung ab.

In manchen Bundesländern ist auch eine halba­n­onyme Urnen­be­stattung möglich: Die Grabstelle ist dann zwar nicht kenntlich gemacht, die Angehörigen dürfen aber bei der Bestattung dabei sein. So erfahren sie immerhin, wo die Urne beige­setzt wurde.

Körperspende: Sterb­liche Überreste für die Wissen­schaft

Immer beliebter wird es, seinen Leichnam der Wissen­schaft zur Verfügung zu stellen. Wer verfügt, dass seine Leiche an eine Universität oder ein anderes Forschungs­in­stitut überstellt wird, kann damit einen Beitrag zu Forschung und Lehre leisten. Anschließend werden auch in diesem Fall die sterb­lichen Überreste regulär bestattet. Bis dahin können aller­dings mehrere Jahre vergehen.

Feuer­be­stattung: Almwiesen-, Luft- oder Diaman­ten­be­stattung nicht erlaubt

Weitere, in anderen Ländern verbreitete Arten der Asche- oder Urnen­bei­setzung sind in Deutschland nicht möglich. Dazu zählen die Aufbe­wahrung der Urne zu Hause, Luft- oder Almwie­sen­be­stat­tungen sowie Kryonik. Dabei wird der Leichnam einge­froren und aufbe­wahrt, damit er bei einem Fortschritt der Forschung in einigen Jahren gegebe­nen­falls wieder zum Leben erweckt werden kann.

Auch die sogenannte Diamant­be­stattung ist in Deutschland nicht erlaubt, bei der ein Teil der Asche des Verstor­benen zu einem Diamanten gepresst wird. Wer dies trotzdem wünscht, muss es in einem anderen europäischen Land durchführen lassen, in dem die Gesetze lockerer gestaltet sind. Dennoch kann es kompli­ziert sein. So müssen die sterb­lichen Überreste im Krema­torium bei gerin­geren Tempe­ra­turen als gewöhnlich verbrannt werden. Den Rest der Asche, der nicht für den Diamanten genutzt wird, kann auf reguläre Art beige­setzt werden.

Strei­tig­keiten um Testament oder Bestattung? Anwalt für Erbrecht kontak­tieren

Sie haben Rechtsfragen zu den in Deutschland üblichen Bestattungsarten? Oder streiten Sie sich mit Familienmitgliedern über die Bestattung eines verstorbenen Angehörigen? Lassen Sie sich in solchen und anderen erbrechtlichen Fällen von einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt für Erbrecht beraten. In unserer Anwaltsuche finden Sie den passenden Ansprechpartner.

Themen
Bestattung Tod

Zurück

Anwältin/Anwalt finden!

Merkzettel

Es befinden sich noch keine Anwälte in Ihrer Merkliste.

zur
Startseite