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Gehalt

Entgelt­trans­pa­renz­gesetz: das müssen Arbeit­nehmer wissen

Viele Deutschen wünschen sie mehr Transparenz beim Lohn. © Quelle: Ingold/gettyimages.de

Sie wollten schon immer wissen, ob Sie fair bezahlt werden? Ein neues Gesetz für mehr Lohnge­rech­tigkeit soll Arbeit­nehmern erleichtern, es heraus­zu­finden. Wie das Entgelt­trans­pa­renz­gesetz funktio­niert, erklärt die Anwaltaus­kunft.

Über Geld spricht man nicht: Dieser Grundsatz gilt in vielen deutschen Unter­nehmen bis heute. Was die Kollegen verdienen, wissen hierzu­lande nur die Wenigsten. Die Folge sind teils erheb­liche Lohnun­ter­schiede für gleiche Arbeit.

Das am 6. Juli 2017 in Kraft getretene Entgelt­trans­pa­renz­gesetz soll jetzt Abhilfe schaffen. Es ermöglicht Arbeit­nehmern zu erfahren, ob sie beim Gehalt benach­teiligt werden. Voraus­setzung: Das Unter­nehmen beschäftigt nicht weniger als 200 Angestellte und mindestens sechs Kollegen des jeweils anderen Geschlechts erfüllen einen ähnlichen Job wie der Antrag­steller.

Das genaue Gehalt des Kollegen erfährt man nicht 

Konkret verläuft die Anfrage so: Verfügt das Unter­nehmen über einen Betriebsrat, lassen Arbeit­geber ihren Auskunfts­wunsch anonym an die Perso­nal­ab­teilung weiter­leiten. Ist dies nicht der Fall, wenden sie sich direkt an die Perso­nal­ab­teilung – dann jedoch ohne Anony­mi­sierung. Für eine Antwort hat der Arbeit­geber drei Monate Zeit.

Das Gehalt einzelner Mitar­beiter erfahren Arbeit­nehmer jedoch nicht. Antworten beziehen sich grundsätzlich auf das Durch­schnitts­gehalt vergleich­barer Kollegen des anderen Geschlechts. „Ob diese Auskunft als Grundlage für eine Klage auf höhere Vergütung heran­ge­zogen werden kann, ist fraglich,“ sagt Dr. Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeits- und Sozial­recht in Köln. 

Anfrage kann gutes Argument für nächste Gehaltsverhandlung sein 

Denn selbst wenn die Antwort ergibt, dass ein Mitar­beiter tatsächlich weniger verdient: Das Gehalt anpassen muss der Arbeit­geber deshalb nicht. „Dem Einzelnen bringt die Anfrage wahrscheinlich wenig mehr als ein gutes Argument für die nächste Gehalts­ver­handlung“, so Dr. Oberthür. Dennoch sei es ein erster Schritt zu mehr Trans­parenz bei der Vergütung.

Was Arbeitnehmer über Gehaltsverhandlungen wissen müssen lesen Sie hier.

Ein rechtlicher Anspruch auf mehr Geld kann sich dann ergeben, wenn der Chef anderen, in vergleichbaren Positionen tätigen Mitarbeitern im Unternehmen das Einkommen erhöht, einen Arbeitnehmer aber davon willkürlich und ohne sachlichen Grund ausnimmt. Ein solches Vorgehen könnte gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung verstoßen und dem übergangenen Mitarbeiter deshalb ein Anspruch auf mehr Lohn oder Gehalt zustehen.

Wer sich aufgrund der Höhe seinen Gehaltes unberechtigt übergangen fühlt, kann sich an eine Rechtsanwältin oder an einen Rechtsanwalt wenden und sich von diesem beraten und über die Rechtslage informieren lassen.

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