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Darf der Arbeit­geber Handys am Arbeits­platz verbieten?

Mobiltelefone am Arbeitsplatz - darf der Chef sie verbieten? © Quelle: Hero Images/gettyimages.de

Viele Arbeit­nehmer finden es selbst­verständlich, während der Arbeitszeit private E-Mails zu checken, Freunden über Whatsapp zu schreiben oder privat zu telefo­nieren. Doch muss der Arbeit­geber das akzep­tieren?

Handys sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzu­denken. Ob im Privat­leben, in der Schule oder am Arbeits­platz – man hat sein Handy immer dabei. Aller­dings bedeutet das nicht, dass man das Gerät auch immer dann nutzen darf, wenn einem danach ist.

Schüler wissen das schon längst. Denn ihnen ist es verboten, im Unterricht ihr Handy zu zücken, im Netz zu surfen oder Nachrichten zu verschicken. Auch nur das Handy im Unterricht eingeschaltet zu haben, ist Schülern nicht gestattet, sie müssen es in der Regel ausschalten.

Ähnlich strengen Regeln können auch Arbeit­nehmer unter­liegen. Zumindest darf ihr Arbeit­geber bestimmen, dass sie während der Arbeitszeit ihr Handy nur eingeschränkt privat nutzen dürfen. Mehr noch: Arbeit­geber dürfen den privaten Gebrauch von Mobil­funkgeräten am Arbeits­platz komplett verbieten.

Solchen Anweisungen muss der Betriebsrat im Unternehmen nicht zustimmen, und der Arbeitgeber muss sie nicht begründen. „Es liegt auf der Hand, dass Arbeitnehmer sich während der Arbeitszeit mit ihrer Arbeit beschäftigen sollen und nicht mit privaten Dingen wie ihrem Handy“, sagt die Kölner Rechtsanwältin Dr. Nathalie Oberthür von der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV).

Private Nutzung von Handys am Arbeits­platz – wann ist dies trotz Verbot möglich?

Von dem Verbot, das Handy privat während der Arbeitszeit zu nutzen, kann es aber Ausnahmen geben. Denn Beschäftigte können zumindest in Notfällen trotz Verbotes privat telefonieren, etwa wenn die Schule anruft, weil das Kind krank geworden ist. „Jedenfalls würde kaum ein Arbeitgeber private Telefonate in Notfällen sanktionieren“, sagt die Arbeitsrechtsexpertin Oberthür.

Außerdem erstreckt sich das Verbot der privaten Nutzung von Handys nicht auf die unbezahlte Pause. In ihr dürfen Arbeits­nehmer das Mobil­funkgerät nutzen.

Darf der Arbeit­geber verlangen, dass man das Handy während der Arbeitszeit komplett ausschaltet?

Arbeit­geber können auch verlangen, dass man sein Handy ausschaltet, während man arbeitet, und es in dieser Zeit auch ausge­schaltet lässt. „Solche Anord­nungen sind in der Regel aber nur zulässig, wenn eine dienst­liche Telefon­nummer für Notfälle zur Verfügung steht“, sagt Dr. Oberthür.

Denkbar sind Vorgaben, das Handy bei der Arbeit ausge­schaltet zu lassen, wenn Beschäftigte etwa in technisch sensiblen Unter­nehmen arbeiten und die Funkwellen ihres Geräts den Betrieb­sablauf stören könnte. Oder wenn ein Unter­nehmen besondere Sicher­heits­in­ter­essen verfolgt und sich mit kompletten Handy-Verboten unter den Beschäftigten etwa vor Indus­trie­spionage schützen will.

Darf man den Akku während der Arbeitszeit aufladen?

Die schlichte Antwortet lautet: Nein. „Es handelt sich hierbei um ‚Stromdiebstahl‘“ sagt Dr. Oberthür. „Mitarbeiter dürfen Betriebs­mittel privat nur verwenden, wenn es der Arbeitgeber ausdrücklich erlaubt.“ Wer sein Handy in der Arbeitszeit unerlaubt auflädt, riskiert eine Abmahnung.

Themen
Arbeit Arbeitnehmer Arbeitsplatz Handy Mobiltelefon

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