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Wohnwerterhöhende Merkmale dürfen Abnut­zungs­er­schei­nungen haben

(dpa/tmn/red) Repräsentative Merkmale einer Wohnung wie Spiegel, Stuck oder Kronleuchter steigern den Wert des Objekts. In der Folge können Vermieter sie als Orien­tie­rungs­hilfe für eine Mieterhöhung auf die ortsübliche Vergleichs­miete nutzen. Das gilt auch, wenn die Pracht ein wenig schäbig ist, befand das Amtsge­richt Charlot­tenburg (Az: 210 C 42/15). Dies gilt aller­dings nur, wenn die Abnut­zungs­er­schei­nungen nicht über übliche Gebrauchss­puren hinaus­gehen.

Im konkreten Fall verlangte ein Vermieter für eine Zweizim­mer­wohnung eine Mieterhöhung von 36,91 Euro pro Monat. Insgesamt sollte der Mieter 367,53 Euro pro Monat zahlen. Der Vermieter begründete sein Verlangen unter anderem mit dem repräsenta­tiven Eingangs­be­reich des Hauses: Dieser war mit Treppen­stufen aus Marmor, einem Spiegel, einem Kronleuchter, Stuck und Sisal­belag ausge­stattet.

Außerdem sei eine Abstell­kammer vorhanden, die den Wohnwert erhöhe. Der Mieter hingegen führte an, dass das Treppenhaus und der Eingangs­be­reich starke Abnut­zungs­spuren aufwiesen. Die Wohnung habe keinen Balkon, und Wasser­lei­tungen seien über Putz verlegt. Außerdem fehle durch eigene Umbaumaßnahmen in der Wohnung die im Mietvertrag aufgeführte Kammer, demnach sei die Wohnung kleiner als angegeben.

Nach Auffassung der Richter darf der Vermieter die Miete dennoch erhöhen. Denn in der Gesamt­wertung der Wohnung führten die Abnut­zungs­er­schei­nungen nicht dazu, dass die genannten Ausstat­tungs­merkmale weniger Einfluss auf den Wohnwert hätten. Auch die Kammer zähle als wohnwerterhöhendes Merkmal, denn der Mieter habe diese durch eigene Umbaumaßnahmen entfernt.

Rechtsgebiete
Miet- und Pachtrecht Miethöhe / Mieterhöhung

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