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Umgangs­recht der Großeltern muss konkret festgelegt werden

(red/dpa). Die Trennung der Eltern zieht häufig auch die Großeltern in Mitlei­den­schaft. Auch sie haben ein Umgangs­recht mit den Enkeln, das dann geregelt werden muss.

Wenn die Beteiligten sich nicht einigen können, wann und wie oft die Großeltern die Enkel sehen dürfen, muss das Gericht entscheiden. Das berichtet die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) und verweist auf eine Entscheidung des Brandenburgischen Oberlandesgerichts.

Die Eltern des Mädchens leben getrennt. Das Kind lebt bei der Mutter, der Umgang mit dem Vater ist geregelt. Die Großeltern väterli­cher­seits forderten 2012 Umgang mit ihrer Enkelin an jedem ersten Woche­nende eines Monats sowie in den Herbst­ferien desselben Jahres. Dagegen wandte sich die Mutter. 

Zu viel Zeit für die Großeltern?

Die Großeltern und die Mutter konnten eine Teilei­nigung erzielen. Gegen einen Teil der gericht­lichen Entscheidung legte die Mutter jedoch Beschwerde ein: Sie war nicht damit einver­standen, dass die Großeltern mit ihrer Enkelin Umgang für einen zusammenhängenden Urlaub in einer Woche in den Ferien des Landes Brandenburg haben sollten. Auch sie und der Vater wollten Urlaub mit ihrem Kind verbringen. Darüber hinaus hätten auch die Großeltern mütterli­cher­seits ein Umgangs­recht gefordert. Hätten die Großeltern väterli­cher­seits mit ihrer Forderung Erfolg, stünde ihrer Tochter für eine indivi­duelle Ferien­ge­staltung mit anderen Kindern keine Zeit mehr zur Verfügung.

Großeltern haben Recht auf Umgang mit dem Enkel

Das Oberlan­des­ge­richt sprach den Großeltern die erste Woche in den Herbst­ferien von Samstag zu Samstag als Umgangs­woche zu. Grundsätzlich haben Großeltern ein Recht auf Umgang mit dem Enkel, wenn dieser dem Wohl des Kindes diene, erläuterten die Richter. Das sei hier der Fall. Und auch die Inter­essen der anderen Umgangs­be­rech­tigten widersprächen nicht dem Ferie­numgang der Großeltern väterli­cher­seits für eine Woche im Jahr. Es stünden ausrei­chend weitere Ferien­wochen zur Verfügung.

Die Entscheidung der ersten Instanz sei jedoch abzuändern: Der Umgang der Großeltern väterli­cher­seits mit dem Kind in den Ferien müsse konkret geregelt und Art, Ort und Zeit des Umgangs genau festgelegt werden. Es müsse auch konkret geregelt werden, wann der Umgang zeitlich vorge­sehen ist, also zum Beispiel in welcher Woche der Herbst­ferien er geplant sei. 

Brandenburgisches Oberlandesgericht am 21. Februar 2014 (AZ: 10 UF 159/13 UF)

Quelle: www.dav-familienrecht.de

Rechtsgebiete
Ehe- und Familienrecht

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