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Keine Mitschuld bei Motor­rad­fahren mit Sport­schuhen

(DAV). Motor­rad­fahrer müssen zu ihrem eigenen Schutz spezielle Kleidung wie Handschuhe, Helm, Motor­r­a­d­jacke und eine feste Hose tragen. Ansonsten haften sie für die Unfall­folgen mit. Dies gilt aber nicht hinsichtlich spezi­eller Schuhe.

Schutz­kleidung ist für Motor­rad­fahrer wichtig. Zahlreiche Gerichte stellen eine Mitschuld hinsichtlich der Verlet­zungen bei einem Unfall fest, wenn diese fehlt. Das Oberlan­des­ge­richt Nürnberg hatte zu entscheiden, ob eine solche Mitschuld auch dann vorliegt, wenn der Biker normale Sport­schuhe trägt.

Der Fall

In dem von der Arbeits­ge­mein­schaft Verkehrs­recht des Deutschen Anwalt­vereins (DAV) mitge­teilten Fall parkte ein Autofahrer rückwärts aus. Er stieß mit dem Motor­rad­fahrer zusammen. Dabei geriet dessen Fuß so unglücklich in die Pkw-Stoßstange, dass er stark verletzt wurde. Der Unter­schenkel musste amputiert werden. Der Motor­rad­fahrer verlangte 45.000 Euro Schmer­zensgeld und rund 13.000 Euro Schadensersatz. Die gegne­rische Versi­cherung war jedoch der Meinung, den Motor­rad­fahrer treffe eine Mitschuld. Hätte er Motor­rad­schuhe getragen, wären die Verlet­zungen nicht so gravierend gewesen.

Die Entscheidung

Der Biker erhielt in allen Instanzen Recht. Ihn treffe auch keine Mitschuld, weil er Sport­schuhe und keine Motor­rad­s­tiefel getragen habe. Es fehle derzeit noch an einem allge­meinen Bewusstsein, dass ein Motor­rad­fahrer zu seinem eigenen Schutz spezielle Motor­rad­schuhe tragen sollte.

Oberlan­des­ge­richt Nürnberg am 9. April 2013 (AZ: 3 U 1897/12)

Quelle: www.verkehrsrecht.de 

Rechtsgebiete
Verkehrsrecht

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