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BGH: Bei Autore­pa­ratur müssen Vorgaben des Gutachters einge­halten werden

(dpa/red) – Der Bundes­ge­richtshof hat etwaigen Schum­me­leien bei Repara­tur­kosten von alten Autos einen Riegel vorge­schoben. Einem Urteil des BGH zufolge sei die Instand­setzung eines beschädigten Fahrzeugs in der Regel wirtschaftlich unvernünftig, wenn die voraus­sicht­lichen Repara­tur­kosten mehr als 30 Prozent über dem Wieder­be­schaf­fungswert lägen. In solchen Fällen erhalte der Geschädigte nur den Wieder­be­schaf­fungswert des Fahrzeugs.

Der BGH entschied außerdem, dass bei der Instand­setzung nicht von den Vorgaben des Sachverständigen­gut­achtens abgewichen werden dürfe. Dem Gutachten komme eine zentrale Bedeutung bei der Schadens­re­gu­lierung zu: Wenn man gestatten wollte, es nachträglich infrage zu stellen, würde seine Bedeutung unter­graben.

Im vorlie­genden Fall hatte ein Autobe­sitzer unter anderem eine gebrauchte Tür und Zierleiste von der Werkstatt einbauen lassen. Die Reparatur sei nicht entspre­chend den Vorgaben des Gutachters durchgeführt worden. Der Kläger blieb nun auf den Kosten sitzen, die über dem Wieder­be­schaf­fungswert des Autos lagen. 

Bundesgerichtshof am 2. Juni 2015 (AZ: VI ZR 387/14)

Rechtsgebiete
Verkehrsrecht Verkehrsversicherungsrecht Versicherungsrecht

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