TIPPS & URTEILE

20.000 Euro Schmerzensgeld für Sturz auf nicht gestreutem Weg

Zum Glück sah es das Oberlandesgericht in Brandenburg an der Havel anders und verurteilte den „Nichtstreuer“ zur Zahlung von Schadensersatz und zu 20.000 Euro Schmerzensgeld. Eine Mithaftung des Gestürzten sei grundsätzlich abzulehnen. Das gilt selbst dann, wenn dieser in der Straße wohnt, erläutert die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV).

Rutschpartie mit Folgen

Eine Frau verließ ihr Haus und stürzte vor dem Grundstück eines Nachbarn, der seit Tagen nicht gestreut hatte. An diesem Morgen hatte es um halb neun aufgehört zu schneien. Die Frau rutschte auf einer durch Neuschnee verdeckten Eisfläche aus. Sie zog sich mehrere Brüche zu, die operiert werden mussten. Der Nachbar, gegen den sie klagte, war der Meinung, die Frau trage zumindest eine Mitschuld, da sie den vereisten Gehweg genutzt habe.

Wer an Streugut sparen will, zahlt am Ende drauf

Vor Gericht bekam sie Schadensersatz und 20.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Grundsätzlich trage der Stürzende keine Mitschuld. Es könne der Frau „weder zum Vorwurf gemacht werden, dass sie bei den Witterungsverhältnissen überhaupt das Haus verlassen hat, noch ist ihr anzulasten, dass sie sich auf dem nicht vom Schnee geräumten Gehweg vor dem Grundstück des Beklagten bewegte“, so das Gericht in dem Urteil. Dies gelte auch für Anwohner – zumal die Eisfläche unter Neuschnee verborgen gelegen habe. Bei der Höhe des Schmerzensgeldes hatte das Gericht die Dauer und Heftigkeit der Schmerzen ebenso berücksichtigt wie auch die Beeinträchtigungen durch Verletzung und Operation. Die Frau habe vier stationäre Operationen sowie zwei weitere ambulante Operationen mit insgesamt 35 Tagen stationärer Behandlung über sich ergehen lassen müssen.

Oberlandesgericht Brandenburg am 23. Juli 2013(AZ: 6 U 95/12)

Quelle: www.verkehrsrecht.de

Wählen Sie aus über 65000 Anwältinnen und Anwälten in Deutschlands grösster Anwaltssuche

Strafverteidiger-Notdienst

Die Arbeitsgemeinschaft Strafrecht des Deutschen Anwaltvereins informiert auf ihrer Homepage über die aktuellen Rufnummern und Ansprechpartner der Notdienste für Strafsachen.

Ansprechpartner suchen

Mehr Recht ins Essen, Sarah Wiener?

Aus dem Magazin

  • Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

    Die Grundgesetz-App des Deutschen Anwaltvereins bietet u. a. alle Artikel der neuesten Fassung des Deutschen Grundgesetzes in ansprechender und übersichtlich gestalteter Form.

  • Bußgeldrechner

    Sie haben eine rote Ampel übersehen oder sind geblitzt worden? Mit der App des Deutschen Anwaltvereins können Sie direkt Ihr Bußgeld ermitteln – und sofort einen Anwalt finden.

  • Unterhaltsrechner

    Mit der Unterhalts-App lässt sich schnell und simpel ermitteln, welchen Unterhaltsanspruch Sie haben.

  • Blutalkoholrechner

    Sie möchten wissen, wie sich Alkoholkonsum auf den Blutalkoholspiegel auswirkt? Der Blutalkoholrechner des Deutschen Anwaltvereins hilft Ihnen weiter.