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Rechtslexikon

Vorsatz

das Wissen und Wollen der Verwirklichung eines rechtswidrigen Erfolgs oder eines mit Strafe bedrohten Tatbestands in allen seinen Merkmalen

Vorsätzlich herbeigeführt ist nicht nur der vom Täter bezweckte (Absicht) oder als mit Sicherheit eintretend vorhergesehene (direkter V.), sondern auch der nur mit bedingtem V. verursachte Erfolg. Letzterer liegt vor, wenn der Täter den schädlichen Erfolg nicht erstrebte, aber als mögliche Folge seines Tuns voraussah und ihn (billigend) in Kauf nahm (Schuld). Tritt der vom Täter angestrebte Erfolg nicht auf die zunächst geplante, sondern später auf andere Weise ein, so ist der Täter dennoch wegen V. in der Form des allgemeinen V. zu bestrafen, wenn der abweichende Kausalverlauf noch als adäquat bezeichnet werden kann. Das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit der Tat gehört nicht zum V., doch schließt sein Mangel, wenn er unvermeidbar war, die Schuld aus (Irrtum). Strafbar ist nur vorsätzliches Handeln, wenn nicht das Gesetz fahrlässiges Handeln ausdrücklich mit Strafe bedroht (§ 15 StGB).

Quelle: Duden Recht A – Z © 2011 Bibliografisches Institut GmbH Berlin