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Rechtslexikon

Recht

Im objek­tiven Sinn die Gesamtheit staatlich insti­tu­tio­na­li­sierter Regeln, die zuein­ander in einer gestuften Ordnung stehen und mensch­liches Verhalten anleiten oder beein­flussen (Rechts­ordnung). Als Recht im subjek­tiven Sinn wird dagegen der Anspruch bezeichnet, der für einen Berech­tigten aus dem objek­tiven Recht erwächst. Das Recht als solches steht wie der Staat unter ständigem Legiti­ma­ti­ons­zwang, den es zum einen durch seine demokra­tische Entstehung bzw. Bekräftigung, zum anderen durch eine sach- und inter­es­sen­ge­rechte Problembewältigung zu lösen sucht.

Von anderen Normen­ord­nungen (Moral, Sitte, Brauch) unter­scheidet sich das Recht durch seine staat­liche Insti­tu­tio­na­li­sierung und Durch­setzung mittels bestimmter Entschei­dungs-, Änderungs- und Anerken­nungs­regeln. Umstritten ist, ob es inhaltlich freige­setzt werden kann (Rechts­po­si­ti­vismus), ratio­nalen Bedin­gungen der Konsens­bildung in einer Gesell­schaft unter­liegt (Konsens­theorie), auf höchste Werte wie Gerech­tigkeit und Rechts­si­cherheit hin orien­tiert sein muss (Theorien einer Wertori­en­tierung des Rechts), von den materia­lis­ti­schen Entwick­lungs­ge­setzen der Gesell­schaft bestimmt ist (Marxismus) oder eine Fundierung in überzeit­lichen Gegeben­heiten (göttliches Gebot, Sein, Vernunft) findet (Natur­recht bzw. Vernunft­recht).

Rechtsquellen sind neben der förmlichen Rechtsetzung (Verfassung, Gesetz, Verordnung) das Gewohnheitsrecht und das sich aus der Rechtsanwendung ergebende Richterrecht der Gerichte. Dieses hat insbesondere im angloamerikanischen Rechtskreis zentrale Wichtigkeit (Case-Law), gewinnt aber auch im kontinentaleuropäischen Recht angesichts der beschleunigten Veränderung der Lebensverhältnisse an Bedeutung.

Nach dem Gegenstand der rechtlichen Regelung wird unterschieden zwischen Privatrecht, das im Wesentlichen das Verhältnis der Bürger und privatrechtlichen Gesellschaften zueinander regelt, und öffentlichem Recht, das das Verhältnis der Bürger zum Staat normiert. Des Weiteren differenziert man zwischen dem den Inhalt der Rechtsordnung darstellenden materiellen Recht und dem verfahrensregelnden Prozessrecht, dem formellen Recht Nach seiner hierarchischen Stellung lassen sich Verfassungsrecht, Gesetzesrecht, Verordnungsrecht und der staatliche Einzelakt unterscheiden. In föderalen Staaten wie Deutschland gibt es Bundes- und Landesrecht. Dazu kommt in zunehmendem Maße das Recht supranationaler Organisationen wie das Europarecht. Die Rechtsgewinnung erfolgt im Rahmen einer ausgearbeiteten Methodenlehre durch die Rechtsdogmatik. Daneben befassen sich als Teil der Rechtswissenschaft die Rechtsphilosophie, die Rechtstheorie, die Rechtssoziologie, die Rechtsgeschichte, die Rechtsanthropologie und die Rechtsinformatik mit dem Recht.