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Kündigung

Wann darf mein Vermieter meine Wohnung kündigen?

Altbauwohnung Quelle: DAV

Mieterschutz spielt in Deutschland eine große Rolle: Vermieter dürfen einen Mietvertrag nicht einfach kündigen. Es gibt aber einige Fälle, in denen das rechtlich möglich ist – auch wenn die Mieter sich nichts haben zu Schulden kommen lassen. Die Deutsche Anwaltauskunft zeigt Ihnen im Überblick, wann eine Kündigung durch den Vermieter erlaubt ist.

Der Brief kam unerwartet: Nach mehr als zehn Jahren in ihrer Mietwohnung flatterte den Müllers die Kündigung wegen Eigenbedarfs ins Haus. Das Ehepaar ist geschockt – und hat nun einige Monate Zeit, sich eine neue Wohnung zu suchen. Wann das rechtens ist und in welchen Szenarien eine Kündigung durch die Vermieter noch erlaubt ist.

Kündigung wegen Eigenbedarfs

Wohnungseigentümern dürfen ihren Mietern kündigen, wenn sie oder nahe Familienangehörige die Wohnung selbst brauchen. Die Anforderungen an eine Kündigung wegen Eigenbedarfs sind allerdings hoch.

Verwertungskündigung

Möchte ein Haus- oder Wohnungseigentümer das Grundstück verkaufen oder das Gebäude abreißen lassen, darf er seinen Mietern in diesem Gebäude ebenfalls kündigen. In diesem Fall spricht man von einer Verwertungskündigung. Diese ist aber nur erlaubt, wenn der Vermieter andernfalls Nachteile hätte. In solchen Fällen muss man die Nachteile, die dem Vermieter durch Fortführung des Mietverhältnisses entstehen, mit denen des Mieters vergleichen, wenn das Mietverhältnis gekündigt wird. Das geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 27. September 2017 hervor (AZ: VIII ZR 243/16).

In dem Fall hatte eine Gesellschaft ihren Mietern gekündigt, weil sie das Gebäude abreißen wollte, um das Modegeschäft auf dem Nachbargrundstück zu erweitern, das ihr ebenfalls gehörte. Die Kündigung war unwirksam, wie der BGH entschied. Die Klägerin konnte keine erheblichen Nachteile für den Fall nachweisen, dass das Mietverhältnis weiter bestanden hätte.

Vermieter kündigt, da der Mieter die Miete nicht zahlt

Zahlt ein Mieter seine Miete nicht oder zu spät, darf der Vermieter kündigen, wenn der Mieter zwei Monate im Rückstand ist. Das gilt als Vertragsverletzung. In diesem Fall ist auch eine fristlose Kündigung erlaubt. Eine vorherige Abmahnung ist nicht notwendig.

Kündigung wegen Störung des Hausfriedens

Auch wer den Hausfrieden stört, kann seine Wohnung verlieren. Das gilt für Mieter, die ihre Nachbarn belästigen, regelmäßig die Ruhezeiten verletzten oder Nachbarn und Vermieter gar beleidigen oder bedrohen. Auch das kann als Vertragsverletzung gelten. Bevor er kündigt, muss der Vermieter den Mieter aber zunächst abmahnen. Auch eine grobe Beleidigung des Vermieters kann ein Kündigungsgrund sein.

Kündigung wegen unerlaubter Untervermietung

Wer seine Wohnung untervermieten will, muss den Vermieter in der Regel um Erlaubnis fragen. Macht der Mieter das nicht oder vermietet er seine Wohnung sogar unter, obwohl der Vermieter es verboten hat, muss mit einer Kündigung rechnen. Auch hier ist eine fristlose Kündigung möglich. Vorsicht ist vor allem geboten, wenn ein Mieter seine Wohnung an Touristen vermietet.

Kündigung wegen Überbelegung der Wohnung

Gleiches gilt für eine nicht zumutbare Überbelegung. In den meisten Fällen darf ein Mieter zwar zum Beispiel den Partner in die Wohnung aufnehmen. Bei einer Überbelegung der Wohnung, die nicht zumutbar ist, hat der Vermieter allerdings das Recht zu kündigen, gegebenenfalls auch fristlos.

Was eine fristlose Kündigung bedeutet, wieviel Zeit Ihnen dann noch bleibt, um die Wohnung zu räumen und wann der fristlosen Kündigung eine Räumungsklage folgt, lesen Sie in diesem Artikel.

Streit mit Mieter oder Vermieter? Anwälte für Mietrecht helfen

Sie möchten Ihrem Mieter kündigen, weil sie die Wohnung selbst brauchen oder er den Mietvertrag verletzt hat, sind aber nicht sicher, ob das rechtlich in Ordnung ist? Sie haben Streit mit Ihrem Vermieter oder sogar schon die Kündigung auf dem Tisch? In diesem und anderen mietrechtlichen Fällen können Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte helfen. Sie können Sie auch dazu beraten, ob eine Klage sinnvoll ist. Mietrechtler aus ganz Deutschland finden Sie in unserer Anwaltssuche.

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Geld Kündigung Miete Wohnung

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