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Energie

Strompreiserhöhungen: Was können Verbraucher tun?

Strompreiserhöhungen sorgen immer wieder für Ärger bei Verbrauchern. © Quelle: DAV

Die Preiserhöhungen seines Stromanbieters hatte ein Verbraucher gründlich satt und zahlte seine Stromrechnung nicht. Der Versorger stellte ihm daher den Strom ab - zu Recht, wie der Bundesgerichtshof nun entschied. Die Rechnung nicht zahlen ist also auch keine Lösung, um sich gegen Strompreiserhöhungen zu wehren. Was können Verbraucher dann dagegen machen?

Strompreiserhöhungen sind ein ständiges Ärgernis für Verbraucher, das sich in schöner Regelmäßigkeit wiederholt. Fast schon traditionell erhöhen die Versorger ihre Preise zu Beginn eines neuen Jahres. Und so müssen viele Verbraucher auch ab 2014 mehr für ihren Strom zahlen. Aber: Verbraucher können sich gegen Strompreiserhöhungen wehren.

„Verbraucher sollten zunächst prüfen, ob die Preiserhöhung rechtlich überhaupt zulässig ist“, sagt der Rechtsanwalt Jürgen Widder, Vorsitzender des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen im Deutschen Anwaltverein (DAV). Um das zu prüfen, sollten sie einen Blick in ihre Verträge mit den Stromanbietern werfen. Beinhalten die Verträge etwa Klauseln mit Preisgarantien, dann könnten die Preiserhöhungen unwirksam sein.

Manchmal erklären Versorger ihre Preiserhöhungen mit Zusatzkosten, für die sie nicht verantwortlich seien und die sie an die Verbraucher weitergeben müssten. Ein Beispiel für solche Zusatzkosten sind die Umlagen zur Förderung erneuerbarer Energien. Ob es legitim ist, solche Zusatzkosten auf die Verbraucher abzuwälzen, verraten auch die Klauseln in den abgeschlossenen Verträgen. „Je nach den Vertragskonditionen, könnten die Preiserhöhungen auch in diesem Fall nicht gelten“, sagt der Bochumer Rechtsanwalt Widder.

Wann darf ein Versorger Strom sperren?

Gegen die unwirksame Erhöhung ihrer Strompreise sollten Verbraucher bei ihren Versorgern widersprechen. Allerdings sollten sie vorsichtig handeln und ihre Zahlungen an die Versorger trotz Preiserhöhungen nicht ganz einstellen. Sie sollten zumindest den Betrag zahlen, der vor der Preiserhöhung fällig gewesen wäre. „Verbraucher sollten in jedem Fall vertragstreu bleiben“, betont Widder. „Sonst kann ihnen der Versorger den Strom abstellen.“

Ein Stromversorger darf säumigen Zahlern den Strom ab einem offenen Betrag von 100 Euro sperren - und wenn er vorher gemahnt und mit der Sperre gedroht hat. Allerdings gibt es für Stromsperren Ausnahmen – zum Beispiel dann, wenn die Verhältnismäßigkeit nicht gegeben ist. Wenn die Heizung eines Verbrauchers zum Beispiel mit Strom erwärmt wird, dann darf ein Stromversorger nicht so ohne weiteres den Strom sperren, vor allem nicht im Winter.

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