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Mietstreit

Fahrrad, Kinderwagen, Schuhe: Was darf man im Hausflur abstellen?

Kinderwagen, Schuhe, Hausrat: Darf man diese Gegenstände im Hausflur abstellen? © Quelle: DAV

In einem Mehrfamilienhaus wohnen die Mieter mitunter dicht beieinander. Das kann für Spannungen sorgen. Ein häufiger Streitpunkt: der Zustand des Treppenhauses. Stören sich die einen Bewohner an den Blumenkübeln des Nachbarn, ärgern sich andere über abgestellte Fahrräder.

Das Mietrecht sieht prinzipiell vor: Der Hausflur und das Treppenhaus sind Zugänge für Bewohner, über die sie zu ihrer Wohnung gelangen. Was über diese Grundnutzung hinausgeht, darf die anderen Mieter nicht beeinträchtigen, gefährden oder stören. Beim Hausflur handelt es sich außerdem um einen Fluchtweg. Er muss im Notfall allen Bewohnern, aber auch der Feuerwehr uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

Damit der Fluchtweg im Ernstfall genutzt werden kann, darf er nicht versperrt sein. Nach den Regeln des Mietrechts kann die Hausordnung bestimmen, dass man in einem Treppenhaus keine Gegenstände abstellen darf. Solche Regeln gelten jedoch nicht für Gehhilfen wie einen Rollstuhl oder einen Rollator für alte und kranke Menschen. Nach einem Urteil des Landgerichts Hannover (AZ: 20 S 39/05) dürfen Gegenstände wie eine Gehhilfe auch bei einem Verbot in der Hausordnung im Treppenhaus stehen bleiben.

Mietrecht: Darf man einen Kinderwagen im Treppenhaus abstellen?

Auch einen Kinderwagen darf man im Hausflur abstellen, solange es nicht zu Beeinträchtigungen für die Mitmieter kommt, entschieden das Landgericht Berlin (AZ: 63 S 487/08) sowie das Amtsgericht Braunschweig (AZ: 121 C 128/00).

Ist laut Mietvertrag das Abstellen von Gegenständen wie einem Kinderwagen ausdrücklich verboten, kann dies unwirksam sein. Dies gilt vor allem, wenn die Nachbarn den Flurbereich trotz der Kinderwagen nutzen können und Eltern nicht zuzumuten ist, den Kinderwagen mehrere Stockwerke hoch in die Wohnung zu schleppen. Ein „Parkverbot“ könnte allenfalls geben, wenn der Mieter den Kinderwagen problemlos mit in die Wohnung nehmen könnte oder wenn ein Aufzug vorhanden ist.

Mietrecht: Darf ein Fahrrad im Hausflur stehen?

Für Unmut sorgt auch immer wieder das Abstellen von Fahrrädern im Hausflur. In der Regel ist das verboten. Erlaubt ist das allenfalls für kurze Zeit oder mit Erlaubnis des Vermieters, soweit die Mitbewohner nicht gestört werden.

Mietrecht: Darf eine Fußmatte vor die Wohnungstür legen?

Es ist erlaubt, eine Fußmatte vor seine Wohnungstür zu legen. Weder der Vermieter noch die Nachbarn können dagegen einwenden, dass Fußmatten vor der Wohnungstür überflüssig sind, die anderen Treppenhausbenutzer gefährden oder Reinigungskräfte beim Putzen des Treppenhauses behindern.

Schuhe im Hausflur und Treppenhaus abstellen – ist das erlaubt?

Ein kleiner Schuhschrank im Treppenhaus kann erlaubt sein - wenn er die Flucht- und Rettungswege nicht versperrt und der Vermieter darüber Bescheid wusste und den Schrank geduldet hat, so ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichtes Köln (AZ: 222 C 426/00). Schuhe im Hausflur sind aber verboten. Schuhe darf man, wenn überhaupt, nur kurzzeitig im Treppenhaus abstellen (Amtsgericht Lünen, AZ: 22 II 264/00).

Essensgeruch, Zigarettenrauch, Urin-Geruch im Treppenhaus: Mietminderung möglich?

Auch über Gerüche im Treppenhaus kriegen sich Mieter in einem Mehrfamilienhaus oft in die Haare. Allerdings gilt: Essensgerüche müssen in der Regel hingenommen werden, weil das Geruchsempfinden sehr vom Einzelfall abhängt. Anders sieht es bei Zigarettenrauch aus. Das Rauchen im Flur oder im Treppenhaus ist grundsätzlich verboten. Zigarettenqualm müssen Mieter daher nicht hinnehmen. Das gleiche gilt für Uringestank.

Solche Gerüche sind grundsätzlich ein Grund zur Mietkürzung, wenn der Geruch dauerhaft ist. Allerdings muss der Mieter beweisen, dass ein Mangel vorliegt. Die Miete darf auch nur dann gemindert werden, wenn der Mangel dem Vermieter vorher angezeigt wurde. Damit soll dem Vermieter die Gelegenheit gegeben werden, den Mangel zu beseitigen.

Muss man das Treppenhaus oder den Flur putzen?

Gibt es in einem Mehrfamilienhaus die Regelung, dass sich die Mietparteien wöchentlich mit dem Putzen von Treppenhaus und Flur abwechseln und schert hierbei eine Mietpartei aus und unterlässt das Reinigen, dann handelt sie sich mit den Nachbarn und mit dem Vermieter Ärger ein. Die Mietpartei riskiert die Kündigung. Voraussetzung für die Kündigung ist nach einem Urteil des Amtsgerichts Wiesbaden (AZ: 91 C 2213/99-19), dass der Hausfrieden erheblich gestört ist. Der Vermieter kann aber auch eine kostenpflichtige Reinigung in Auftrag geben, für die der Mieter aufkommen muss.

All das muss allerdings nicht sein. Mieter sollten sich an die Regeln halten, die für ihr Haus gelten und ihr Mietvertrag festlegt. Um den Hausfrieden nicht zu gefährden, ist Rücksichtnahme angesagt. Davon profitiert jeder.

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Miete Mietminderung Mietstreit Mietvertrag

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