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Widerruf

Kann man einen Makler­vertrag wider­rufen?

Kann man Maklerverträge per E-Mail schließen und widerrufen? Der BGH hat in dieser Hinsicht nun ein Machtwort gesprochen. © Quelle: HeroImages/gettyimages.de

Wer Haus oder eine Wohnung kaufen möchte und dafür einen Immobi­li­en­makler beauf­tragt, findet womöglich schneller etwas – muss aber auch eine Provision zahlen. Darum kommt in der Regel herum, wenn man den Vertrag widerruft. Ob das auch bei einem Makler­vertrag möglich ist, hängt davon ab, wann der Vertrag zustande gekommen ist: bereits per E-Mail, als der Makler ein Exposé zusendet und der Kunde um einen Besich­ti­gungs­termin bittet, oder erst bei der Besich­tigung. Nun entscheidet der Bundes­ge­richtshof (BGH).

Wenn man Verträge abschließt, bei denen es um viel Geld geht, schlafen viele gerne noch einmal eine Nacht darüber – und wünschen sich die Möglichkeit, am nächsten Morgen ihre Entscheidung rückgängig machen zu können. Das ist allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. In zwei Fällen, in denen es um Maklerverträge geht, entscheidet nun der BGH.

In den beiden zu verhandelnden Fällen wollten die Grundstückskäufer ihrem Makler die Provision nicht zahlen. Sie begründeten dies damit, die Verträge widerrufen zu haben. Die beiden Makler waren allerdings der Ansicht, dass die Maklerverträge jeweils erst bei der Besichtigung zustande gekommen seien – und somit keine Fernabsatzgeschäfte seien, die man widerrufen könne.

BGH: Makler­vertrag per E-Mail wider­rufen ist möglich

Der BGH hat nun entschieden: Einen Makler­vertrag kann man schon vor einer Besich­tigung per E-Mail abschließen und damit auch wider­rufen. „In beiden Fällen gehen die Makler leer aus“, sagte der Vorsit­zende Richter des ersten Senats, Wolfgang Büscher, bei der Urteilsverkündung in Karlsruhe (AZ: I ZR 30/15 und 68/15).

Der Vertrag sei als Fernab­satz­geschäft zustande gekommen – nämlich per E-Mail bezie­hungs­weise Telefon. Zum Zeitpunkt der Besich­tigung war der Vertrags­schluss damit schon abgeschlossen, wie Büscher weiter erläuterte. Für die Kunden folgt daraus ein gesetz­liches Recht, das Geschäft innerhalb der vorge­se­henen Fristen zu wider­rufen.

Fernab­satz­geschäfte können wider­rufen werden

Generell gilt: Ein Widerruf ist nur möglich, wenn der Makler­vertrag ein Fernab­satz­geschäft ist. Dafür muss er ausschließlich per Fernkom­mu­ni­kation geschlossen werden - also etwa per E-Mail oder Telefon.

Themen
Hauskauf Immobilie Kaufen Vertrag

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