Anwältin/Anwalt finden!

Merkzettel

Es befinden sich noch keine Anwälte in Ihrer Merkliste.

Gewährungs­frist unklar

Probleme mit der Garantie auf Solar­an­lagen

Photo­vol­taik­an­lagen werden hierzu­lande immer beliebter. Zunehmend verdienen private Bauherren auch Geld damit – durch die Einspeisung des Solar­stroms ins öffent­liche Netz. Doch gibt es immer wieder Ärger mit den Gewährungs­fristen, denn es fehlt an einer einheit­lichen Recht­spre­chung.

Seit drei Jahren ist der Ausstieg aus der Atomkraft inzwi­schen eine vom Deutschen Bundestag beschlossene Sache und einher­gehend auch die Energie­wende. Erdwärme, Bio- und Windenergie sollen vermehrt gefördert und ausgebaut werden – und Photo­voltaik, also Energie durch die Sonne.

Die Bundes­re­gierung fördert Solar­an­lagen und durch den gesun­kenen Preis erfreuen sie sich bei Bauherren großer Beliebtheit. Nicht nur, dass der darüber bezogene Strom preis­werter als jener von den Stadt­werken ist. Wer zudem seinen privaten Strom ins Netz einspeist, kann Geld verdienen.

Die Gewährungs­fristen variieren je nach Bauart der Solar­an­lagen

Doch gibt es zunehmend Streit um die Garantie, also die Gewährungsfristen der Anlagen. Denn je nach Bauart der Anlage schwankt die Garantieleistung zwischen zwei und fünf Jahren. Die Arbeitsgemeinschaft für Bau- und Immobilienrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) rät daher Bauherren, sich von den Planern beim Bau entsprechend beraten zu lassen.

Garantie über fünf Jahre: Wenn die Dachanlage und das Haus voneinander abhängig sind, beträgt die Verjährungsfrist fünf Jahre. Das entschied das Oberlandesgericht München (Urteil vom 10. Dezember 2013; AZ.: 9 U 543/12 Bau). Das ist auch dann der Fall, wenn die Anlage eigenständig und erdverbunden ist und zudem über ein eigenes Fundament verfügt.

Garantie über fünf Jahre: Anders ist dies bei solchen Anlagen, die „nur“ auf dem Dach oder an einem anderen Teil des Hauses montiert werden. In diesen Fällen übernehmen sie keine Funktion für das Gebäude selbst; die Konsequenz: eine verkürzte Garantie. Höchstrichterlich entschied das auch der Bundesgerichtshof (Urteil vom 9. Oktober 2013; AZ.: VII ZR 318/12).

Die Betei­ligten am Bau sollten sich frühzeitig über die Solar­anlage verständigen

Da die Gewährungs­frist eine nicht unerheb­liche Auswirkung haben kann, rät die Arbeits­ge­mein­schaft Bau- und Immobi­li­enecht im DAV, dass sich alle am Hausbau Betei­ligten frühzeitig über die Bauart verständigen. So sollten die Planer den Bauherren die beiden Optionen aufzeigen und entspre­chend beraten. Die Arbeits­ge­mein­schaft favori­siert dabei die Lösung der direkten Abhängigkeit von Solar­anlage und Haus – und somit auch die längere Gewährungs­frist.

Themen
Bauherr Bauplanung

Zurück

Anwältin/Anwalt finden!

Merkzettel

Es befinden sich noch keine Anwälte in Ihrer Merkliste.

Mobilität
Sünden am Steuer: So verlieren Sie schnell Ihren Führerschein
Gesellschaft
DSGVO: Was Sie über den neuen Datenschutz wissen müssen
Wohnen
Wann ein befristeter Mietvertrag gültig ist
Beruf
Gehaltsverhandlung: Das sollten Arbeitnehmer wissen
Leben
Witwenrente und Witwerrente – was Sie wissen müssen
zur
Startseite