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Versicherung

Wirtschaftskriminalität: Wie sich Unternehmen absichern können

Wirtschaftskriminelle Handlungen wie Datendiebstahl können Unternehmen teuer zu stehen kommen. © Quelle: Tetraimages/gettyimages.com

Es ist wohl eine der größten Ängste eines jeden Unternehmers: Wirtschaftskriminalität, also Straftaten, die in Zusammenhang mit dem Unternehmen stehen und ihm finanziell schaden. Dazu zählen Diebstahl, Unterschlagung oder Betrug. Allein im Jahr 2014 entstanden deutschen Unternehmen damit Schäden von rund 30 Milliarden Euro. Versicherungen versprechen, die finanziellen Risiken abzusichern. Worauf müssen Entscheider achten, die für ihr Unternehmen eine solche Versicherung abschließen wollen, und wo lauern Fallstricke?

Für die meisten Privatpersonen ist die Sache klar: Gegen Schäden, die sich aus eigenem, unabsichtlichen Fehlverhalten ergeben, sollte man sich mit einer Privathaftpflichtversicherung absichern. Verursacht man absichtlich einen Schaden, zahlt keine Versicherung. Bei Unternehmen ist das zumindest theoretisch anders: Vertrauensschadenversicherungen decken auch Schäden, die ein Mitarbeiter vorsätzlich begangen hat. Diese Möglichkeit nutzen allerdings nur wenige Firmen.

Vertrauensschadenversicherung: Hilft auch bei Taten aus Vorsatz

Insgesamt verfügen 35 Prozent der Unternehmen in der Bundesrepublik über eine solche Versicherung – wenig, verglichen mit den 60 Prozent, die von wirtschaftskriminellen Handlungen betroffen sind. „Das ist verwunderlich“, sagt Rechtsanwalt Christian Terno von der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Schließlich bestehe durch den Abschluss einer Vertrauensschadenversicherung für die Unternehmen die Aussicht, zumindest einen Teil des Vermögensschadens zu ersetzen.

Das Besondere an der Vertrauensschadenversicherung: Sie beginnt dort, wo die D&O-Versicherung (Directors-and-Officers-Versicherung) aussteigt, und zwar beim Vorsatz. Der Versicherungsschutz umfasst bedeutende Felder der Wirtschaftskriminalität, und zwar sowohl solche, die von den eigenen Mitarbeitern begangen wurden als auch zum Teil externe wirtschaftskriminelle Risiken.

Während die Vertrauensschadenversicherung Schutz bei vorsätzlichem Verhalten der Geschäftsleitung bietet, umfasst der Versicherungsschutz der D&O-Versicherung fahrlässige Verhaltensweisen des Managements.

Auch mittelbare Schäden teilweise abgedeckt

„Auch wenn das Hauptaugenmerk der Vertrauensschadenversicherung auf dem Ersatz unmittelbarer materieller Vermögensschäden liegt, decken neuere Bedingungen teilweise sogar mittelbare Schäden ab, zum Beispiel die Kosten der Schadenaufklärung und –abwicklung, wie sie etwa durch die Beauftragung externer Berater entstehen“, erklärt Rechtsanwalt Terno.

Kombination mit D&O-Versicherung kann sinnvoll sein

Wichtig ist dabei, dass Unternehmen die Bedingungswerke der Vertrauensschadenversicherungen genau prüfen, da sie zum Teil sehr stark variieren. Seit Kurzem sind Kombiprodukte erhältlich, bei denen Vertrauensschadenpolicen in Kombination mit einer D&O-Versicherung verkauft werden.

„Die Kombiprodukte haben einen entscheidenden Vorteil“, urteilt der Rechtsanwalt aus München. Würden beide Policen bei einem Versicherer abgeschlossen, sei im Schadenfall der Nachweis von Verschulden beziehungsweise Fahrlässigkeit weit weniger von Bedeutung. Da schließlich entweder der eine oder der andere Umstand vorliege, seien bei Abschluss einer Kombipolice beide Fälle von der Versicherung gedeckt.

„Werden hingegen beide Versicherungen bei unterschiedlichen Anbietern abgeschlossen, besteht im Schadenfall die Gefahr, dass eine Gesellschaft an die andere verweist, was die Schadenregulierung erschweren dürfte“, resümiert Rechtsanwalt Terno.

Reicht der Versicherungsschutz? Regelmäßig prüfen!

Wer eine Vertrauensschadenversicherung abschließt, sollte darauf achten, dass die aktuellen Bedingungen an die Entwicklungen der Wirtschafts- und Internetkriminalität angepasst werden. Die zuständigen Personen im Unternehmen sollten die Versicherungsbedingungen außerdem regelmäßig auf Marktaktualität überprüfen, damit auf Innovationen und Weiterentwicklungen reagiert werden kann. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) stehen den Unternehmen dabei als kompetente Berater zur Seite und unterstützen versicherte Unternehmen bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche.

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