Anwältin/Anwalt finden!

Merkzettel

Es befinden sich noch keine Anwälte in Ihrer Merkliste.

Unternehmen

Weihnachts­feier: Kann Arbeit­geber Kosten absetzen?

Betriebsausgaben: Die Kosten für die Weihnachtsfeier übernimmt der Chef. © Quelle: Pacho/ corbisimages.com

In vielen Unter­nehmen sind Weihnachts­feiern üblich und ein schöner Abschluss des Arbeits­jahres. Die Kosten für die Weihnachts­feier können Arbeit­geber als Betriebs­aus­gaben steuerlich absetzen. Wir zeigen, welche Regeln dabei gelten.

Weihnachtsfeiern bringen Teams zusammen und sind auch ein Dankeschön der Arbeitgeber an ihre Mitarbeiter. Bei Weihnachtsfeiern fallen in den meisten Fällen Kosten an, etwa für den Restaurantbesuch, das Essen, Getränke oder Geschenke für die Mitarbeiter. Diese Kosten müssen Arbeitgeber aber nicht unbedingt selbst tragen. „Arbeitgeber können die Kosten für Weihnachtsfeiern in der Regel als Betriebsausgaben steuerlich absetzen, wenn sie sich an einige Vorgaben halten“, sagt der Rechtsanwalt Sebastian Korts von der Arbeitsgemeinschaft Steuerrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV).  

Was muss man beim Absetzen der Kosten für eine Weihnachts­feier beachten?

Wenn Arbeit­geber die Kosten für eine Weihnachts­feier steuerlich absetzen wollen, müssen sie alle Mitar­beiter zur Weihnachts­feier einladen. Ob dann tatsächlich alle Arbeit­nehmer teilnehmen, ist steuer­rechtlich unwichtig. Auch spielt es keine Rolle, wo und wie die Weihnachts­feier statt­findet.

Außerdem darf die Weihnachts­feier höchstens die zweite Betriebs­ver­an­staltung im laufenden Jahr sein. Natürlich ist es Arbeit­gebern erlaubt, mehr als zwei Betriebs­feste pro Jahr zu veran­stalten, aber nur zwei dieser Feste erkennen die Finanzämter als lohnsteu­erfrei an.

Die Kosten für eine Weihnachtsfeier dürfen die Freigrenze von 110 Euro pro Teilnehmer nicht übersteigen. Es handelt sich hier um den Bruttobetrag. Von diesem Betrag muss man die Umsatzsteuer herausrechnen, so dass die Freigrenze bei 92,44 Euro netto liegt.

Arbeit­geber müssen die Kosten für die Weihnachts­feier zusammenzählen und dann durch die Anzahl der Mitar­beiter dividieren, die an der Feier teilnehmen oder sich zumindest angemeldet hatten. Auch angemeldete Mitar­beiter, die dann aber doch nicht teilnehmen, werden als Teilnehmer gezählt.

Kosten für Weihnachts­feier steuerlich absetzen: Welche Kosten fließen in die Freigrenze ein?

Die Freigrenze von 110 Euro brutto hat der Bundes­fi­nanzhof (BFH) 2013 in zwei Urteilen bestätigt und zugleich indirekt erweitert (AZ: VI R 94/10, VI R 7/11). Denn dem BFH zufolge fließen nur bestimmte  Kosten in die Berechnung der Freigrenze ein. Dazu gehören zum Beispiel die Kosten für das, was die Teilneh­menden konsu­mieren. Auch kleine Geschenke im Wert von bis zu 40 Euro brutto, die der Arbeit­geber an die Mitar­beiter auf der Weihnachts­feier verteilt, zählen bei der Berechnung der Freigrenze.

Demgegenüber fließen in die Freigrenze die Kosten etwa für die Organi­sation der Weihnachts­feier oder die Saalmiete nicht ein.

Arbeitgeber dürfen natürlich auch die Minijobber, die vielleicht in ihrem Betrieb arbeiten, zur Weihnachtsfeier einladen. Für Minijobber gelten keine besonderen Regeln, was sich allerdings ändern kann, wenn die Kosten für die Weihnachtsfeier die Freigrenze von 110 Euro brutto pro Mitarbeiter überschreiten.

„Soweit der Minijobber ohne Weihnachts­feier schon den maximalen Betrag ausge­nutzt hat, überscheitet dieser bei einer Weihnachts­feier mit einem Wert von beispiels­weise 160 Euro die Regelungen für Minijobber“, sagt Steuer­rechts­ex­perte Sebastian Korts. „Damit muss der Arbeit­geber zumindest für den Monat, in dem die Weihnachts­feier statt­ge­funden hat, Lohnsteuer zahlen und Sozial­ab­gaben abführen. Denn dann wird das ganze Anstel­lungsverhältnis wie ein normales Anstel­lungsverhältnis gewertet.“

Über das Thema Betriebsausflüge können Sie sich hier informieren.

Themen
Arbeit Arbeitnehmer Unternehmen Unternehmenssteuern Weihnachten

Zurück

Anwältin/Anwalt finden!

Merkzettel

Es befinden sich noch keine Anwälte in Ihrer Merkliste.

Mobilität
Sünden am Steuer: So verlieren Sie schnell Ihren Führerschein
Gesellschaft
DSGVO: Was Sie über den neuen Datenschutz wissen müssen
Wohnen
Wann ein befristeter Mietvertrag gültig ist
Beruf
Gehaltsverhandlung: Das sollten Arbeitnehmer wissen
Mobilität
Rote Ampel überfahren und erwischt – was nun?
zur
Startseite