Anwältin/Anwalt finden!

Merkzettel

Es befinden sich noch keine Anwälte in Ihrer Merkliste.

Aufschub für Firmen

SEPA-Umstellung: Kannst du IBAN?

Aufgepasst: Kontoinhaber können sich schnell der Geldwäsche schuldig machen. © Quelle: DAV

Die EU will die Frist für die Sepa-Umstellung zum 1. Februar kassieren. Unter­nehmen und Vereine haben sich nicht schnell genug vorbe­reitet. Um ein Zahlungs­chaos zu vermeiden, sollen sie mehr Zeit bekommen: Sechs Monate Aufschub.

Das Schre­ckens­ge­spenst Firmenpleite hatte Mitte Juli vergan­genen Jahres eine Armada an Bankenverbänden und öffent­lichen Einrich­tungen rund um die Deutsche Bundesbank losge­treten. Ihr Aufhänger: die bedrohlich zeitnah ablau­fende Frist für die SEPA-Umstellung. Der Konsens: Den Unter­nehmen fehlt es an Problem­be­wusstsein – es bleiben nur noch wenige Monate, um der Zahlungsunfähigkeit zu entgehen. Insbe­sondere vielen kleinen Handwerks­be­trieben und Vereinen sei noch nicht bewusst, dass die neuen EU-Regeln für Überwei­sungen und Lastschriften ab 2014 auch national verbindlich gelten - und nicht etwa nur im Verkehr mit dem Ausland.

EU zieht dei Notbremse

Die bishe­rigen Überwei­sungswege sollen noch sechs Monate länger funktio­nieren. Eigentlich sollten sie zum 1. Februar einge­stellt werden. EU-Finanz­mi­nister und das Europa­par­lament müssen dem Vorschlag noch zustimmen.

Die Begründung für den Aufschub: Unter­nehmen und Vereine, die sich nicht recht­zeitig vorbe­reitet haben, hätten ihre Zahlungen - etwa an Liefe­ranten oder Mitar­beiter - nicht mehr abwickeln können. Damit hätten Liquiditätsengpässe ab dem eigent­lichen Stichtag zur Sepa-Umstellung gedroht. Bislang war das der 1. Februar. Nach einer Ende November veröffent­lichten Umfrage der Fachhoch­schule des Mittel­stands (FHM) im Auftrag der Commerzbank können Mittelständler die Engpässe im Schnitt 37 Tage lang überbrücken - 14 Prozent sind aber schon nach 5 Tagen nicht mehr flüssig, weitere 19 Prozent nach 15 Tagen.

Nachhol­bedarf bei der Gläubiger-ID

Winkt die EU den Aufschub durch, müssen Überwei­sungen erst ab Mitte des Jahres auf das SEPA-Format umgestellt sein: IBAN anstatt Konto­nummer und BIC anstelle der Bankleitzahl – was bislang nur für Überwei­sungen ins europäische Umland galt, muss ab Stichtag auch für den natio­nalen Zahlungs­verkehr erfüllt sein. Die meisten Banken greifen ihren Kunden hier mit Konver­tie­rungs­pro­grammen unter die Arme: Das Geldin­stitut überführt für Überwei­sungen die alten Konto­daten auf Kunden­wunsch ins SEPA-Format. So weit, so gut – aber nur für die kommenden zwei Jahre: Ab Februar 2016 läuft diese Karenzzeit aus. Dann sind Unter­nehmen selbst gefordert, die Zahlen­ko­lonnen bei Überwei­sungen einzu­tragen.

Ist Ihre IT fit für Sepa?

Klären Sie ab, ob Ihre Firmen-Software fit für SEPA ist.

Wenn nicht, gibt es ein Update? Nützlich könnte zudem ein IBAN-Assistent sein –

vor allem, wenn ihre Hausbank kein Konver­tie­rungs-programm anbietet.

Das Haupt­problem rankt sich für Firmen um das Lastschrift­ver­fahren. Das wird in seiner bishe­rigen Form abgeschafft. An seine Stelle tritt im Geschäftsverkehr die SEPA-Firmen­last­schrift. Ihr zugrunde liegt die sogenannte Gläubiger-Identi­fi­ka­ti­ons­nummer, ohne die Unter­nehmen ab Februar kein Geld mehr von ihren Kunden oder Geschäftspartnern einziehen können: Ohne Gläubiger-ID liegen Firmen­konten mit dem SEPA-Start brach – sie ist also zwingend erfor­derlich.

In Deutschland stellt die Gläubiger-ID die Deutsche Bundesbank aus – allerdings erst auf Antrag. Der Weg zur ID führt  über die Homepage der Bundesbank: Dort stellt die Notenbank den Antrag zur Verfügung und beantwortet darüber hinaus auch die häufigsten Unsicherheiten zu SEPA.

Die Einzugsermächtigung ist tot, es lebe das Lastschrift­mandat

Aus Einzugsermächtigung wird Lastschrift­mandat

Soll Geld einge­zogen werden, brauchen Firmen wie früher eine Einzugsermächtigung. Die heißt auf SEPA umgemünzt Lastschrift­mandat. Beste­hende Einzugsermächtigungen können als Lastschrift­mandat genutzt werden, sofern zwei Voraus­set­zungen erfüllt sind:

  • Die alte Einzugsermächtigung wurde schriftlich erteilt und enthält Informationen zum Zahler, Zahlungsempfänger sowie die notwendigen Bankdaten.
  • Das Mandat muss um die Gläubiger-ID des ausstellenden Unternehmens und eine Mandatsreferenz - eine Art Kundennummer - ergänzt werden.

Wollen Unter­nehmen für Neukunden weitere SEPA-Lastschrift­mandate anlegen, müssen Sie derzeit noch eine Bearbei­tungszeit von 14 Tagen einkal­ku­lieren, ehe sie den ersten Betrag abbuchen können.

Themen
Banken Handwerk Verein

Zurück

Anwältin/Anwalt finden!

Merkzettel

Es befinden sich noch keine Anwälte in Ihrer Merkliste.

Mobilität
Sünden am Steuer: So verlieren Sie schnell Ihren Führerschein
Geld
Testament schreiben: Den letzten Willen richtig aufsetzen
Wohnen
Wann ein befristeter Mietvertrag gültig ist
Beruf
Gehaltsverhandlung: Das sollten Arbeitnehmer wissen
Mobilität
Rote Ampel überfahren und erwischt – was nun?
zur
Startseite