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Handwer­ker­rechnung und Gewährleistung von Handwerkern: Das müssen Sie wissen

SolStock/gettyimages.de
Ein Handwerker arbeitet an der Spüle.

Was kann ich tun, wenn ich mit der Leistung des Handwerksbetriebes nicht zufrieden bin?

Die Handwerker sind weg, die Rechnung ist in Ordnung – die Leistung ist es möglicher­weise aber nicht. Rechts­anwalt Schons empfiehlt in diesem Fall das gleiche Vorgehen wie beim Verdacht einer überhöhten Rechnung: Zunächst das Gespräch mit dem Handwerks­un­ter­nehmen suchen, dann bei Bedarf einen Anwalt hinzu­ziehen.

Gewährleistung: Wann müssen Handwerker nachbessern?

Handwerker haben eine Gewährleis­tungs­pflicht. Gewährleistung bedeutet, dass die Arbeiten, die die Handwerker ausführen, bei Abnahme einwandfrei sein müssen. Bei einem Vertrag mit Handwerkern handelt es sich um einen sogenannten Werkvertrag.

Im Gegensatz zu einem Dienst­vertrag, bei dem lediglich die verein­barte Zeit abgear­beitet werden muss, zählt bei einem Werkvertrag das verein­barte Ergebnis. Also: eine einwandfrei geflieste Wohnung, ein dichtes Dach, erneuerte Fenster.

Zeigt sich im Nachhinein, dass ein Handwer­ker­be­trieb nicht korrekt gearbeitet hat, müssen die Auftrag­geber ihm Gelegenheit geben, nachzu­bessern. Dazu gibt es bestimmte Fristen.

Welche Verjährungsfristen gibt es?

Zwei Jahre nach Abnahme der Arbeiten sind Handwerker zur Gewährleistung verpflichtet. Wenn ein ganzes Haus gebaut wird, läuft die Gewährleis­tungs­frist nach fünf Jahren ab. Anschließend haben Verbraucher keinen Anspruch mehr darauf, dass Handwerker Mängel nachbessern.

Wer mit den Leistungen eines Handwerkers unzufrieden ist, ist also auf der sicheren Seite, wenn er innerhalb von 24 Monaten tätig wird. Stets ist darauf zu achten, innerhalb der Verjährungs­frist Ansprüche gerichtlich geltend zu machen und den Ablauf der Verjährungs­frist notfalls durch Klage­er­hebung zu hemmen.

Kann ich für die Nachbesserung einen anderen Handwerksbetrieb beauftragen?

Theore­tisch ja. Praktisch ist es meist proble­ma­tisch, einen anderen Handwerks­be­trieb für die Nachbes­serung zu beauf­tragen. Das ist sowieso erst dann möglich, wenn der Auftrag­geber den ersten Unter­nehmer ergeb­nislos oder erfolglos zur Nachbes­serung aufge­fordert hat.

„Kann man nachweisen, dass man zu dem Handwerker kein Vertrauen mehr hat, etwa weil er mehrfach völlig dilet­tan­tisch und erfolglos nachge­bessert hat, ist die Beauf­tragung eines anderen Betriebes geboten“, sagt Rechts­anwalt Schons.

In diesem Fall sei es wichtig, Beweis zu sichern und zum Beispiel Fotos zu machen. „Das neue Unter­nehmen kann natürlich nicht für die Fehler des ersten Unter­nehmens verant­wortlich gemacht werden. Kommt es beim Nachbessern aber zu Fehlern und man hat keine Beweise gesichert, beruft der alte Unter­nehmer sich möglicher­weise darauf, dass nicht er, sondern der zweite Unter­nehmer letzt­endlich den Mangel verur­sacht hat“, warnt der Rechts­anwalt. Wer ein Beweis­si­che­rungs­ver­fahren durchführt, sollte deshalb einen Anwalt hinzu­ziehen.

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Themen
Baumangel Dienstleistungen Geld Handwerk
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vhe
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