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Nach einem Unfall

Wie lange darf man sich mit einer Schadens­meldung Zeit lassen?

Wer zahlt bei einem Wildunfall? © Quelle: Jentzsch/corbisimages.com

Kommt es zu einem Unfall, muss der Versiche­rungs­nehmer diesen „unverzüglich“ der Versicherung melden. Ansonsten besteht die Gefahr einer so genannten Obliegen­heits­ver­letzung mit der Folge, dass der Anspruch gegenüber der Versicherung ganz oder teilweise erlischt. Was gilt aber noch als „unverzüglich“?

Erfolgt die Schadens­meldung zwei Tage nach dem Unfall, ist dies immer noch „unverzüglich“. Die Ansprüche gegenüber der Versicherung erlöschen damit nicht. Die Arbeits­ge­mein­schaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwalt­vereins (DAV) informiert über eine Entscheidung des Amtsge­richts Kaisers­lautern vom 11. Dezember 2015 (AZ: 4 C 575/13).

Wildtier­unfall und Versicherung

Die Frau war mit ihrem Auto über einen Wildschwein­kadaver gefahren. Bei ihrer Versicherung hatte sie eine Teilkas­ko­ver­si­cherung abgeschlossen, die auch Wildunfälle einschloss. An dem Auto entstand ein Schaden von rund 4.500 Euro, insbesondere an der Lenkung.

Die Versicherung wollte aus verschiedenen Gründen nicht zahlen. Zunächst einmal glaubte sie nicht an einen Wildtier­unfall. Darüber hinaus hätte Autofahrerin den Unfall früher, nämlich unverzüglich, melden müssen.

Das Gericht holte ein Sachver­stän­di­gen­gut­achten ein und befragte mehrere Zeugen. Dabei stellte sich heraus, dass zum fraglichen Zeitpunkt tatsächlich Wildschwein­kadaver an und auf der Fahrbahn lagen. Zuvor war ein Fahrzeug in eine Wildschweinrotte gefahren. Dabei verendeten fünf Tiere. Ein Polizei­beamter war daran beteiligt gewesen, die Wildschweine zur Seite zu transpor­tieren.

Der Sachver­ständige kam außerdem zu dem Ergebnis, dass die Schäden an dem Fahrzeug durch das Auffahren auf einen „weichen“ Gegenstand entstanden waren.

Gericht: Schadens­meldung nach zwei Tagen ausreichend

Damit stand für das Gericht fest, dass es den Unfall wirklich gegeben hatte und die Frau nicht einfach nur versuchte, Altschäden geltend zu machen. Auch in der Meldung des Versiche­rungsfalls zwei Tage nach dem Unfall sah das Gericht keine schuldhafte Verzögerung durch die Frau. Dies sei immer noch „unverzüglich“. Im vorlie­genden Fall habe sich die Klägerin einen Tag nach dem Unfall zumindest telefonisch bei der Versicherung gemeldet.

 

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Datum
Autor
red/dpa
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Themen
Auto Autounfall Unfall Versicherung

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