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Nach dem Unfall

Fahrer­flucht: Die Folgen und wer den Schaden trägt

Jeder zehnte Unfallverursacher begeht Innerorts Fahrerflucht. © Quelle: Fisher/corbisimages.com

Fahrer­flucht ist ein ärgerliches wie häufiges Phänomen: Drei Viertel der Deutschen haben schon einmal einen Parkrempler erlebt oder wurden in einen Unfall verwi­ckelt und dann vom Verur­sacher auf der Straße stehen gelassen. Wer kommt in diesem Fall für den Schaden auf? Und welche Konse­quenzen kommen auf den Fahrerflüchtigen zu, wenn er erwischt wird? Die Deutsche Anwaltaus­kunft erklärt die Rechtslage.

Jeder zehnte Unfall­ve­rur­sacher begeht innerorts Fahrer­flucht. Das weist das Statis­tische Bundesamt für 2013 aus. Wie hoch die Aufklärungsrate ausfällt, ist hingegen nicht bekannt. Für die Opfer von Unfall­flucht sind vor allem die Fälle schmerzlich, in denen der Verur­sacher nicht ermittelt werden kann. Kann der Flüchtige nämlich nicht ermittelt werden, bleiben sie auf dem Schaden und den damit verbun­denen Kosten sitzen.

Nach der Unfall­flucht: Wann zahlt die Versi­cherung?

Für die Schäden haftet, wer den Unfall verursacht hat – unabhängig davon, ob er vom Unfallort geflüchtet ist oder sich dem Unfallgegner gestellt hat. Die Kosten des Opfers trägt in der Konsequenz die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers – zumindest solange der bekannt ist.

Fahrerflucht

straf­rechtlich unerlaubtes Entfernen von Betei­ligten eines Unfalls vom Unfall­or­tNach § 142 StGB mit Freiheits­s­trafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe ist bedroht, wer sich als Unfall­be­tei­ligter vom Unfallort entfernt, bevor er zugunsten der anderen Unfall­be­tei­ligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeuges und …

Ist der Verur­sacher nicht bekannt, bleibt das Opfer erstmal auf dem Schaden sitzen. Es sei denn, das Unfallopfer hat eine Vollkas­ko­ver­si­cherung, die würde den Schaden am eigenen Fahrzeug übernehmen. Aller­dings würden in einem solchen Szenario trotzdem Kosten auf den Versi­cherten zukommen: Der Schadens­frei­heitrabatt steigt mit jedem gemel­deten Unfall – bei Unfall­flucht sogar dann, wenn der Verant­wort­liche gefasst wird. Dann aller­dings könnte das Opfer sich die Mehrkosten vom Flüchtigen zurückholen.

Eine Teilkaskoversicherung hingegen kommt nicht für Unfallschäden auf. Hier sind “lediglich” Wildunfälle, Schäden durch Naturgewalten oder Diebstahl versichert. Bei Körperverletzungen können sich Opfer von Fahrerflucht übrigens und jenseits der eigenen Versicherungen an die Verkehrsopferhilfe wenden.

Kann auch der Flüchtige den Unfall­schaden am eigenen Fahrzeug bei seiner Versi­cherung geltend machen?

Nein, auch nicht bei einer Vollkaskoversicherung. Versicherte werden in der Regel Obliegenheitspflichten auferlegt, wenn sie einen Versicherungsvertrag abschließen: So muss der Versicherte unter anderem seiner Versicherung alle Umstände erläutern, die zum Unfall geführt haben und die den Hergang für die Versicherung offenlegen.

Gibt nun jemand nicht an, Unfall­flucht begangen zu haben, verstößt er gegen die Aufklärungs­ob­lie­genheit. Den Anspruch des Unfallopfers berührt das aber nicht. Die Haftpflicht­ver­si­cherung des Verur­sa­chers übernimmt den Schaden des Opfers auch dann voll, wenn der Verur­sacher seiner Versi­cherung verheim­licht, Fahrer­flucht begangen zu haben.

Erfährt die Haftpflicht­ver­si­cherung des Unfall­ve­rur­sa­chers- oder betei­ligten aller­dings, dass er aus der Situation geflohen ist, fordert sie einen Teil der Schadens­summe zurück: Unfallflüchtige haften dann zwischen 2500 Euro und 5000 Euro.

 

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Themen
Haftpflichtversicherung Polizei Unfall Versicherung

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