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Verkehr

Autounfall: Ich bremse auch für Tiere

Wer zahlt den Schaden, wenn ein Autofahrer für ein Tier bremst und es zum Unfall kommt? © Quelle: Yuri/gettyimages.de

Jeder Autofahrer kennt diese oder ähnliche Situa­tionen: Plötzlich läuft ein Hund, oder eine Katze direkt vor dem Auto über die Straße. Geistes­gegenwärtig reagiert der Autofahrer und bremst stark ab. Häufig resul­tieren hieraus Auffahrunfälle und ein Streit mit der Kfz-Haftpflicht­ver­si­cherung ist vorpro­gram­miert. Muss die Versi­cherung den Schaden bezahlen?

Grundsätzlich gilt die Regel, dass der Auffah­rende bzw. dessen Kfz-Haftpflicht­ver­si­cherung für den Unfall­schaden aufzu­kommen hat. Dies nach dem juris­ti­schen Grundsatz: "Wenn`s hinten kracht, gibt’s vorne Geld".

Das Landgericht Paderborn entschied jedoch, dass sich der für ein Tier bremsende Autofahrer richtig verhält (AZ: 5 S 181/00). Wer über eine Dorfstraße fährt, muss immer mit Tieren auf der Fahrbahn rechnen. Bremst ein Autofahrer in einer solchen Situation stark ab und ein anderer Wagen fährt ihm hinten auf, dann muss die Kfz-Haftpflichtversicherung des Auffahrenden den Schaden bezahlen.

Bremsmanöver wegen Tieren sind nicht fahrlässig, so die Richter. Autofahrer müssen innerorts ohnehin immer brems­bereit sein, weshalb entspre­chende Auffahrunfälle grundsätzlich nicht zu Lasten des Bremsers gehen.

Eine gute Entscheidung im Sinne der Tiere.

Andreas Ackenheil ist Anwalt mit dem Schwerpunkt Tierrecht (Hunderecht, Pferderecht, Recht rund um das Tier), berät bundesweit und betreibt einen eigenen Blog, der unter http://www.der-tieranwalt.de aufzurufen ist. Auch für die Deutsche Anwaltauskunft bloggt Herr Rechtsanwalt Ackenheil regelmäßig zum Thema Tierrecht.

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Auto Autounfall Tiere Versicherung

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