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Ferien

Diebstahl im Urlaub – was sollte man tun?

Einen Diebstahl sollten Betroffene sofort bei der Polizei melden. © Quelle: ammentrop/panthermedia.net

Wenn Geld, Wertsachen und Kredit­karten gestohlen werden, ist der Schreck groß. Vor allem wenn der Raub im Ausland in den Ferien passiert, stellt sich die Frage, welche Schritte Betroffene unter­nehmen müssen. Die Deutsche Anwaltaus­kunft gibt eine Anleitung.

Vor dem Urlaub: Dokumente kopieren und Adressen notieren

Vorsicht ist besser als Nachsicht – nach dieser alten Redensart sollten Urlauber bereits vor ihrem Reisan­tritt handeln und die Vorder- und Rückseiten wichtiger Dokumente wie Ausweis­pa­piere, Flugtickets, Fahrkarten, Geld- und Kranken­kas­sen­karten kopieren. Die Kopien helfen im Falle des Falles bei einer Anzeige bei der Polizei. Außerdem gelangen Bestohlene durch sie schneller an Ersatz­pa­piere und sie verein­fachen es, Geld- und Kredit­karten sperren zu lassen. Die Kopien sollte man unbedingt getrennt von den Origi­nalen aufbe­wahren.

Darüber hinaus ist es ratsam, sich vor dem Reise­an­tritt wichtige Adressen und Telefon­nummern zu notieren, etwa die Adresse der deutschen Vertretung im Urlaubsland oder die Notfall­nummer der eigenen Bank zum Sperren von Bank- und Kredit­karten.

Im Urlaub: Prävention und Vorsicht

„Es empfiehlt sich, auf seinen Wegen im Urlaubsland nur das nötigste mitzu­nehmen. Kredit­karten und Ausweis­pa­piere zum Beispiel sollte man möglichst im Hotel lassen“, erklärt der Hanno­ve­raner Rechts­anwalt und Reise­rechts­ex­perte Paul Degott vom Deutschen Anwalt­verein (DAV). Auch sei es ratsam, keine größeren Geldbeträge bei sich zu tragen.

Sobald Urlauber den Ferienort erreicht haben, sollten sie ihr Gepäck aus dem Auto nehmen und es nicht gut sichtbar im Wagen liegen lassen. Denn das könnte Diebe anziehen. Auch sollte man das Auto nicht längere Zeit unbeauf­sichtigt lassen.

Ratsam ist es außerdem, Wertgegenstände im Safe seines Hotelzimmers zu deponieren oder im hoteleigenen Tresor aufbewahren zu lassen. Allerdings: Selbst wenn man seine Wertsachen im Tresor des Hotels aufbewahren lässt, haften bei einem Diebstahl dieser Dinge nicht immer die Hotelleitung oder der Reiseveranstalter. „Bei Pauschalreisen haften die Reiseveranstalter bei einem Verlust meist nur dann, wenn es im Hotel schon öfter Diebstähle gegeben hat und die Veranstalter nicht auf diese besonderen Gefahren hingewiesen haben“, erklärt Paul Degott.  

Bei einem Diebstahl oder Einbruch: Anzeige bei der Polizei erstatten

Werden Urlauber trotz aller Vorsicht bestohlen oder ausge­raubt, müssen sie, wenn sie in einem Hotel unter­ge­bracht sind, die Hotel­leitung darüber infor­mieren. Ganz wichtig ist es, sofort Anzeige bei einem Polizei­revier zu erstatten. Dabei verlangt die Polizei häufig eine Liste mit den gestoh­lenen Dingen, eine sogenannte Stehl­gut­liste, die man auch auf Deutsch verfassen kann.

Versi­cherung infor­mieren

Die Meldungen des Diebstahls bei der Hotel­leitung und der Polizei sind wichtig, um ihn dokumen­tieren und etwa gegenüber seiner Versi­cherung nachweisen zu können, dass man bestohlen worden ist. Seine Versi­cherung sollte man am besten schon vom Urlaubsort aus über den Vorfall infor­mieren.  

Für Schäden durch Diebstähle kann eine Reisegepäckver­si­cherung aufkommen. Hat man eine solche Versi­cherung aber nicht abgeschlossen, greift manchmal die Hausrat­ver­si­cherung. Diese kann eine Außenver­si­cherung beinhalten. Der Schutz über die Hausrat­ver­si­cherung ist aller­dings manchmal eingeschränkt. Es lohnt daher, einen Blick in die Versi­che­rungs­be­din­gungen zu werfen.

Bank- und Kredit­karten sperren lassen

Hat ein Dieb zugeschlagen und Bank- und Kredit­karten mitgehen lassen, sollten Bestohlene sofort reagieren und ihre Karten sperren lassen. Dafür gibt es in Deutschland die zentrale Notruf­nummer 116 116. Mit diesem Service arbeiten zwar nicht alle Banken in Deutschland zusammen, aber zumindest die größten. Anrufen kann man die Nummer rund um die Uhr und gebührenfrei. Aus dem Ausland muss man wählen: 49 30 4050 4050. Zum Sperren seiner Karte kann man auch die Notfall­nummer seiner eigenen Bank wählen. „Sperrt die Bank die Karten nach diesem Anruf nicht, kommt sie für finan­zielle Schäden auf“, sagt Reise­rechts­ex­perte Degott. Um auf der ganz sicheren Seite zu stehen, sollte man sich daher den Namen des Ansprech­partners bei der Bank und die Uhrzeit des Anrufs notieren. Am besten lässt man einen Zeugen das Gespräch mithören.

Bei Verlust von Papieren zur deutschen Botschaft oder zum deutschen Konsulat gehen

Sind Urlaubern Pässe oder Ausweise entwendet worden, müssen sie zur deutschen Botschaft oder zum deutschen Konsulat am Urlaubsort gehen. Hier bekommen sie provi­so­rische Reise­aus­weise. Einen Ersatz für gestohlene Führerscheine oder Kfz-Papiere erhalten Betroffene aber nur in Deutschland. Mit dem provi­so­ri­schen Reise­ausweis können Bestoh­lenen nach Deutschland zurückkehren, aber nicht in andere Länder weiter­reisen.

Wie erhalten Bestohlene Bargeld?

Die Vorlage eines provi­so­ri­schen Reise­aus­weises ist auch die Voraus­setzung dafür, sich etwa über Finanz­dienst­leister Geld schicken zu lassen. Aller­dings verlangen solche Dienst­leister für ihren Service häufig hohe Bearbei­tungsgebühren. Von Freunden oder Angehörigen Geld schicken lassen können sich Bestohlene nach Absprache auch über das Konto des Reise­ver­an­stalters. Dieser oder die Hotel­leitung zahlen den Bestoh­lenen dann das Geld aus.

Unter­nehmen infor­mieren

Sind Urlaubern bei einem Raub auch ihre Mitglieds­aus­weise von Biblio­theken oder Video­theken abhan­den­ge­kommen, sollten sie auch diese Unter­nehmen infor­mieren. Andern­falls müssen die Bestoh­lenen je nach Vertrags­kon­di­tionen für Schäden haften.

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