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Unfall

Verkehrs­unfall: Muss man immer die Polizei rufen?

Quelle: Luftbildfotograf/fotolia.com
Ein Verkehrsunfall ist meist für alle Beteiligten ein Schock.
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Nach einem Verkehrs­unfall sitzt der Schock bei den Betei­ligten meist tief. Wie man sich bei einem Unfall verhalten muss, hat jeder einmal gelernt: Unfall­stelle absichern und Erste Hilfe leisten gehören bei schweren Unfällen in jedem Fall dazu. Bei kleineren Auffahrunfällen müssen die Betei­ligten zumindest die Perso­nalien austau­schen. Dass die Polizei den Unfall aufnehmen muss, steht für viele ebenfalls fest. Wir erklären, wann Sie bei einem Verkehrs­unfall die Polizei rufen müssen.

2015 kam es auf deutschen Straßen zu 2,5 Millionen Verkehrsunfällen. Werden Menschen bei einem Unfall verletzt, kommen neben dem Heilungsprozess teilweise langwierige Auseinandersetzungen mit der Versicherung auf sie zu. Da ist es umso wichtiger, dass der Unfallhergang und die Art der Beteiligung dokumentiert sind. Können die Unfallbeteiligten das unter sich ausmachen – oder müssen sie die Polizei rufen?

Verkehrs­unfall: Keine Pflicht, Polizei zu rufen

Grundsätzlich gilt: Bei einem Verkehrsunfall besteht in der Regel keine Pflicht, die Polizei zu rufen. „Wenn alle an dem Unfall Beteiligten damit einverstanden sind, muss die Polizei nicht hinzugezogen werden“, sagt Rechtsanwalt Dr. Michael Burmann, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Allerdings müssten die Unfallparteien dann selbst die notwendigen Feststellungen treffen, um den Schaden mit ihren Versicherungen klären zu können.

Was dazu notwendig ist, präzisiert § 142 Straf­ge­setzbuch. Demnach muss jeder Unfall­be­tei­ligte den anderen Parteien Angaben zu seiner Person – also Name und Adresse –, Angaben zum Fahrzeug und zu seiner Unfall­be­tei­ligung machen.

Unfall mit Perso­nen­schaden: Polizei rufen sinnvoll

Kommen bei dem Unfall Menschen ums Leben oder werden schwer verletzt, muss die Polizei verständigt werden. „Dann ist es für die Betei­ligten in der Regel unmöglich, die notwen­digen Feststel­lungen zu treffen, vor allem zum Unfall­hergang und zur Frage der Verant­wortung“, präzisiert Rechts­anwalt Burmann. Wenn es nur zu leichten Verlet­zungen komme, könnten die Verletzten entscheiden, ob sie die Polizei hinzu­ziehen wollten.

Ob es Verletzte gibt oder nicht – wenn einer der Unfall­be­tei­ligten nach dem Verkehrs­unfall die Polizei rufen möchte, kann er das in jedem Fall tun. Die anderen Betei­ligten müssen dann warten, bis die Beamten da sind. Diese nehmen den Unfall und alle notwen­digen Infor­ma­tionen auf. Die Polizei ermittelt aller­dings nur bei einem Perso­nen­schaden oder bei Verdacht auf einen Perso­nen­schaden.

Unfall­be­tei­ligter nicht vor Ort: Polizei infor­mieren

In manchen Fällen muss die Polizei alarmiert werden. Das gilt bei allen Unfällen, in denen eine der beiden Parteien nicht dabei ist, zum Beispiel bei einem Auffahr­unfall bei einem geparkten Auto. Der Unfall­ver­sucher muss zunächst eine angemessene Zeit auf den anderen Betei­ligten warten und dann die Polizei verständigen.

Welche Zeit angemessen ist, kommt auf den Einzelfall an. „Bei einem Auffahrunfall am Samstagvormittag auf dem Supermarktparkplatz kann schon eine halbe Stunde ausreichen, während es nachts auf einer Dorfstraße schon deutlich mehr sein kann“, erklärt der Rechtsanwalt aus Erfurt. Auch bei einem Unfall mit Fahrerflucht sollte die Polizei informiert werden.

Nach Verkehrs­unfall: Polizei­einsatz immer kostenlos

Ob man die Polizei zu einem Unfall hinzu­ziehen muss oder die Beamten nur sicher­heits­halber ruft – bezahlen muss man den Einsatz in keinem Fall. Ordnen die Beamten einen Blutal­ko­holtest an, muss der Getestete aller­dings dafür aufkommen, sofern sich bei ihm tatsächlich Blutal­kohol nachweisen lässt.

Fazit: Kommt es zu einem Verkehrs­unfall, muss man die Polizei nur rufen, wenn einer der Betei­ligten dies wünscht. Empfeh­lenswert ist es aller­dings, die Polizei zu infor­mieren, wenn es bei einem Unfall Tote oder Verletzte gibt. So oder so: Kosten fallen für den Polizei­einsatz keine an.

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Auto Autounfall Polizei Unfall Verletzung

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