Anwältin/Anwalt finden!

Merkzettel

Es befinden sich noch keine Anwälte in Ihrer Merkliste.

Wenn es kracht

Verkehrsunfall: Die Ansprüche der Geschädigten

Unfallopfer können auch einen Anspruch auf eine Haushaltshilfe haben. © Quelle: Luftbildfotograf/fotolia.com

Schmerzensgeld, Schadensersatz, Haushaltshilfe: Wer nach einem Unfall als Opfer zu seinem Recht kommen will, muss wissen, was ihm zusteht und wie sich Ansprüche beziffern lassen. Dafür lohnt sich oft der Gang zum Anwalt. Welche Schritte nach dem Unfall erforderlich sind: ein Überblick.

Wenn es zu einem Unfall gekommen ist, muss als erstes die Unfallstelle abgesichert werden: Warnblinkanlage einschalten, Warndreieck aufstellen und Warnweste anziehen. So schützt man sich und andere vor weiteren Unfällen. Sind Menschen verletzt worden, die Feuerwehr unter 112 (national) verständigen und erste Hilfe leisten.

Die Polizei muss nicht grundsätzlich ins Spiel gebracht werden: Nur, wenn es Verletzte gibt, der Unfallfahrer unter Alkoholeinfluss steht oder er Fahrerflucht begangen hat. Die Polizei kann unter der Nummer 110 gerufen werden.

Sind alle Verletzten versorgt und die Unfallstelle abgesichert, gilt es Beweise zu sichern. Die können im Streitfall Gold wert sein.

Im Schock nicht vergessen: Beweise sichern
  • Persönliche Daten, also Name und Anschrift des Unfallverursachers aufschreiben, am besten unmittelbar von dessen Personalausweis.
  • Ein paar Fotos von der Unfallsituation, beteiligte Fahrzeuge und deren Kennzeichen schießen – zum Beispiel mit dem Smartphone. Auf die Qualität der Bilder kommt es später nicht an.
  • Zeugen ansprechen und deren Kontaktdaten notieren.
  • Notizen über den Unfallhergang, um den später detailgetreu wiedergeben zu können
  • Zum Arzt gehen, um Verletzungen zu dokumentieren – auch bei Schürfwunden oder Prellungen. Zudem können Atteste wichtig sein, wenn es später gegenüber der Versicherung des Unfallverursachers darum geht, einen Krankheitsausfall zu refinanzieren.
Nächster Schritt: Anwalt kontaktieren

Unfallopfer sind gut beraten, sich nach dem Crash nicht unmittelbar an die gegnerische Haftpflichtversicherung zu wenden. Auch wenn das vermeintlich einfacher scheint als sich selber weiter zu kümmern: Versicherer sind keine Wohlfahrtverbände und werden versuchen, die Schadenssumme zu kürzen. 

Für Unfallopfer ist immer von Vorteil, sich einen Anwalt zu suchen, der alle weiteren Schritte in die Wege leitet. Zum einen zahlt den die gegnerische Versicherung, zum anderen weiß ein Anwalt am besten zu beziffern und durchzusetzen, welche Rechte und Geldentschädigung einem als Unfallopfer zustehen.

Welche Ansprüche der Anwalt im Blick hat
  1. Sachschaden: Reicht vom beschädigten Fahrzeug über Bekleidung oder ein zerstörtes Handy bis hin zum Nutzungsausfall des Fahrrads. Ist das eigene Fahrzeug nicht mehr einsetzbar, muss die gegnerische Versicherung auch die Kosten für ein Ersatzvehikel oder zumindest den öffentlichen Nahverkehr tragen.
  2. Schmerzensgeld: Bemisst sich nach dem Befund des Arztes. Für ein geschürftes Knie können das zwischen 100 und 500 Euro sein. Wesentlich höhere Summen werden zum Beispiel für Schädeltraumata berechnet.
  3. Haushaltshilfe: Wer als Hausfrau oder –mann ausfällt, kann auch das geltend machen. Abhängig von der Region zahlen Versicherungen pro Stunde um die 8 Euro. Bei 40 Stunden pro Woche und langwierigen gesundheitlichen Folgen, kann der Faktor „Haushaltsführungsschaden“ einen erheblichen Betrag ausmachen.
Themen
Auto Fahrrad Haftpflichtversicherung Schmerzensgeld Unfall
Datum
Aktualisiert am
27.06.2014
Autor
red/dpa
Bewertungen
1392

Zurück

Anwältin/Anwalt finden!

Merkzettel

Es befinden sich noch keine Anwälte in Ihrer Merkliste.

Mobilität
Sturm und Starkregen: Ihre Rechte bei Zugausfall und Flugverspätung
Leben
Matratzenkauf im Internet: Gibt es ein Recht auf Rückgabe?
Beruf
Sabbatical: Antworten auf die wichtigsten Rechtsfragen
Mobilität
Unfall beim Abschleppen eines Autos: Wie weit geht die Darlegungslast?
Beruf
Mindestlohn: Was Arbeitnehmer und Arbeitgeber wissen müssen
zur
Startseite