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Wenn es kracht

Verkehrs­unfall: Die Ansprüche der Geschädigten

Unfallopfer können auch einen Anspruch auf eine Haushaltshilfe haben. © Quelle: Luftbildfotograf/fotolia.com

Schmer­zensgeld, Schadensersatz, Haushalts­hilfe: Wer nach einem Unfall als Opfer zu seinem Recht kommen will, muss wissen, was ihm zusteht und wie sich Ansprüche beziffern lassen. Dafür lohnt sich oft der Gang zum Anwalt. Welche Schritte nach dem Unfall erfor­derlich sind: ein Überblick.

Wenn es zu einem Unfall gekommen ist, muss als erstes die Unfall­stelle abgesi­chert werden: Warnblink­anlage einschalten, Warndreieck aufstellen und Warnweste anziehen. So schützt man sich und andere vor weiteren Unfällen. Sind Menschen verletzt worden, die Feuerwehr unter 112 (national) verständigen und erste Hilfe leisten.

DAV-Verkehrsanwälte: Hilfe bei Folgeschäden vorfi­nan­zieren lassen

Während die ärztliche Versorgung Schwer­ver­letzter hierzu­lande auf höchstem inter­na­tio­nalem Niveau steht, gilt dies nicht für Hilfe bei Folgeschäden. Im Zivil­recht geht der Schadenser­satz­an­spruch für Schwer­ver­letzte weit über das hinaus, was Kranken­kassen oder Sozial­ver­si­cherer zahlen. Muss ein Haus umgebaut werden oder benötigt der Geschädigte eine teure ärztliche Behandlung, die von seiner Kranken­ver­si­cherung nicht übernommen wird, muss er jedoch meist in Vorlage treten oder jahrelang um sein Recht streiten. Wenig bekannt ist, dass der Geschädigte einen Anspruch auf Vorfi­nan­zierung hat, um sofort mit der Maßnahme beginnen zu können. Von Versi­cherern wird dieser Anspruch jedoch oft ignoriert. Gerichte haben über die Vorfi­nan­zierung bisher vor allem im Zusam­menhang mit ärztlichen Behand­lungen entschieden. „Es ist wichtig, dass der Anspruch auf Vorfi­nan­zierung klar auf andere Ansprüche wie zum Beispiel Hausum­bau­kosten und vermehrte Bedürfnisse ausge­dehnt wird – und vor allem bekannt gemacht wird“, fordert Rechts­anwalt Christian Funk von der Arbeits­ge­mein­schaft Verkehrs­recht des Deutschen Anwalt­vereins (DAV) im Rahmen des Verkehrs­ge­richts­tages 2018 in Goslar.

Die Polizei muss nicht grundsätzlich ins Spiel gebracht werden: Nur, wenn es Verletzte gibt, der Unfall­fahrer unter Alkoho­lein­fluss steht oder er Fahrer­flucht begangen hat. Die Polizei kann unter der Nummer 110 gerufen werden.

Sind alle Verletzten versorgt und die Unfall­stelle abgesi­chert, gilt es Beweise zu sichern. Die können im Streitfall Gold wert sein.

Im Schock nicht vergessen: Beweise sichern

  • Persönliche Daten, also Name und Anschrift des Unfallverursachers aufschreiben, am besten unmittelbar von dessen Personalausweis.
  • Ein paar Fotos von der Unfallsituation, beteiligte Fahrzeuge und deren Kennzeichen schießen – zum Beispiel mit dem Smartphone. Auf die Qualität der Bilder kommt es später nicht an.
  • Zeugen ansprechen und deren Kontaktdaten notieren.
  • Notizen über den Unfallhergang, um den später detailgetreu wiedergeben zu können
  • Zum Arzt gehen, um Verletzungen zu dokumentieren – auch bei Schürfwunden oder Prellungen. Zudem können Atteste wichtig sein, wenn es später gegenüber der Versicherung des Unfallverursachers darum geht, einen Krankheitsausfall zu refinanzieren.

Nächster Schritt: Anwalt kontak­tieren

Unfallopfer sind gut beraten, sich nach dem Crash nicht unmit­telbar an die gegne­rische Haftpflicht­ver­si­cherung zu wenden. Auch wenn das vermeintlich einfacher scheint als sich selber weiter zu kümmern: Versi­cherer sind keine Wohlfahrtverbände und werden versuchen, die Schadens­summe zu kürzen.

Für Unfallopfer ist immer von Vorteil, sich einen Anwalt zu suchen, der alle weiteren Schritte in die Wege leitet. Zum einen zahlt den die gegne­rische Versi­cherung, zum anderen weiß ein Anwalt am besten zu beziffern und durch­zu­setzen, welche Rechte und Geldentschädigung einem als Unfallopfer zustehen.

Welche Ansprüche der Anwalt im Blick hat

  1. Sachschaden: Reicht vom beschädigten Fahrzeug über Bekleidung oder ein zerstörtes Handy bis hin zum Nutzungsausfall des Fahrrads. Ist das eigene Fahrzeug nicht mehr einsetzbar, muss die gegnerische Versicherung auch die Kosten für ein Ersatzvehikel oder zumindest den öffentlichen Nahverkehr tragen.
  2. Schmerzensgeld: Bemisst sich nach dem Befund des Arztes. Für ein geschürftes Knie können das zwischen 100 und 500 Euro sein. Wesentlich höhere Summen werden zum Beispiel für Schädeltraumata berechnet.
  3. Haushaltshilfe: Wer als Hausfrau oder –mann ausfällt, kann auch das geltend machen. Abhängig von der Region zahlen Versicherungen pro Stunde um die 8 Euro. Bei 40 Stunden pro Woche und langwierigen gesundheitlichen Folgen, kann der Faktor „Haushaltsführungsschaden“ einen erheblichen Betrag ausmachen.
Themen
Auto Fahrrad Haftpflichtversicherung Schmerzensgeld Unfall
Datum
Aktualisiert am
15.02.2018
Autor
red/dpa
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