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Kollision

Unfall beim Abschleppen eines Autos: Wie weit geht die Darle­gungslast?

Quelle: DanBu.Berlin/fotolia.de
Auffahrunfall
© Quelle: DanBu.Berlin/fotolia.de

Kommt es beim Abschleppen zu einem Unfall zwischen dem ziehenden und dem gezogenen Fahrzeug, übernehmen Versi­che­rungen den Schaden unter Umständen nicht. Was muss man beachten?

Die so genannte Ausschluss­klausel wirkt, wenn der Unfall „ohne Einwirkung von außen“ geschieht, das Abschlepp­ge­spann also selbst schuld am Unfall ist. Die Voraus­setzung dieser Ausschluss­klausel muss die Versi­cherung beweisen.

Allerdings muss der Versicherte darlegen können, dass der Unfall auch von außen mit verursacht wurde. Eine pauschale Behauptung reicht nicht, warnt die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV). Sie verweist auf eine Entscheidung des Oberlandesgerichts München vom 24. März 2017 (AZ: 10 U 3749/16).

Unfall beim Abschleppen eines Autos: Welche Regeln gelten?

Im zugrundeliegenden Fall schleppten Vater und Sohn ein Fahrzeug ab. Der achtzehnjährige Sohn saß – trotz seiner Unerfahrenheit – im ziehenden Fahrzeug. Er bremste zweimal voll ab, so dass das abgeschleppte Fahrzeug zweimal auf den Vordermann auffuhr.

Der Vater verlangte von der Versi­cherung Schadensersatz. Er erklärte, der Unfall habe sich im Anschluss an eine Rechts­kurve ereignet, weil ein entge­gen­kom­mendes Motorrad in die Fahrbahn des Sohns geraten sei. Deshalb habe sein Sohn bremsen müssen. Weitere Angaben zum Unfall machte der Kläger aller­dings nicht. Die Versi­cherung berief sich auf ihre Ausschluss­klausel und zahlte nicht.

In Gerichts­ver­fahren ging es hauptsächlich darum, ob der Kläger seiner so genannten Darle­gungslast nachge­kommen war. Dies war aber nicht der Fall, da er „nur pauschal und ohne Darstellung genauer Umstände die Betei­ligung eines anderen Fahrzeugs behauptet hatte“, so das Gericht.

Unfall beim Abschleppen eines anderen Autos: Regeln der Darle­gungslast

Im vorlie­genden Fall hatte der Kläger selbst auch keine weiteren Umstände vorge­tragen, die für ein Fremd­ver­schulden sprachen. Vielmehr habe der Sohn aufgrund seiner Unerfah­renheit Fehler gemacht. Es war für das Gericht nicht ersichtlich, warum er – den eigenen Angaben zufolge – nach dem ersten Aufprall wieder auf das Gaspedal trat und sodann eine zweite Vollbremsung machte.

Auch hatte ein Zeuge mitge­teilt, dass der zweite Aufprall direkt nach dem ersten erfolgte. Der Kläger hatte dagegen gesagt, die zweite Kollision sei erst mindestens zehn Minuten nach der ersten erfolgt.

Als nachteilig sah das Gericht auch, dass ein Abschleppseil verwendet wurde statt einer Stange. Auch war der Abschlepp­wagen – ein Audi S4 – sehr stark motori­siert gewesen. Das Abschleppen mit einem Abschleppseil sei grundsätzlich bereits schwierig. Mit einem solchen Wagen erst recht. Man müsse sehr dosiert anfahren, damit sich das Seil spanne. Auch müsse man beim weiteren Abschlepp­vorgang immer dafür sorgen, dass das Abschleppseil straff gespannt bleibe.

Details konnten nicht geklärt werden. Die Tatsache allein, dass den beiden Fahrzeugen ein Motorrad entge­gen­ge­kommen sei, reiche nicht aus. Der Mann habe zu Punkten wie Entfernung, wie schnell er selbst unterwegs war und wie schnell etwa das Motorrad war, nichts vorge­tragen. Auch gab es Widersprüche hinsichtlich des Kolli­si­onsorts. Einmal hieß es, in der Geraden im Anschluss an die Rechts­kurve, ein anderes Mal in der Rechts­kurve selbst.

Nachdem alle relevanten Fragen zu Unfall­stelle, Geschwin­dig­keiten, Motorrad, genaues Fahrver­halten des Motorrads und Entfernung unklar waren oder keine Angaben gemacht wurden, war das Gericht nicht davon überzeugt, dass der Unfall von außen verur­sacht wurde.

Quelle: www.verkehrsrecht.de

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