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Führerschein in der Probezeit: Das droht bei Unfall, Blitzer, Alkohol

Während der Probezeit ist der Führerschein besonders bedroht - denn es gelten schärfere Regeln. Welche das sind, lesen Sie hier © Quelle: AgenceDER/fotolia.com

Der eigene Führerschein hat kaum etwas von seiner Wirkung verloren, jährlich kommen etwa eine Millionen neue Autofahrer hinzu. Für Fahranfänger gelten aber in der Probezeit besondere Regeln und Pflichten. Eine Übersicht.

Den Führerschein auf Probe gibt es erst seit 1986. Damals wurde das entspre­chende Gesetz verab­schiedet, da Statis­tiken darauf hinwiesen, dass Fahranfänger besonders häufig in Verkehrsunfälle verwi­ckelt waren. Seither also gelten strengere Regeln für die – meist – Jugend­lichen und jungen Erwach­senen.

Zusammengefasst: drei zentrale Regeln zur Probezeit

  • Die Probezeit läuft zwei Jahre lang – vorausgesetzt, man begeht in dieser Zeit keine gröberen Verkehrsverstöße
  • Es gelten strengere Regeln im Vergleich zu Autofahrern nach bestandener Probezeit
  • Eine dieser Regeln ist: In der Probezeit gilt die Null-Promille-Grenze beim Alkoholkonsum.

Die Strafen: Was bei Verkehrsverstößen droht 

Wie sooft hängen die möglichen Strafen von der Art des Vergehens ab. In der Regel gelten als schwerwiegende Vergehen Verstöße, die ein Bußgeld von mehr als 60 Euro nach sich ziehen und bei denen die Tat als Straftat gilt. Alle Vergehen, die darunter liegen, werden in der Probezeit nicht anders behandelt als nach dieser. Falschparken an Sperrflächen beispielsweise wird bestraft, wie auch nach der Probezeit: mit 25 Euro.

Begeht man nun aber ein Vergehen, für das es nach dem Bußgeldka­talog mindestens einen Punkt in Flensburg gibt, wirkt sich dies unter Umständen direkt auf den Führerschein aus. Dabei wird zwischen zwei Gruppen unter­schieden.

Verstöße der Gruppe A: schwerwiegende Zuwiderhandlungen

Wer eine dieser Handlungen begeht, spürt immer führerscheinrechtliche Konsequenzen.

Ein Beispiel: Wird ein Autofahrer bei einer Geschwindigkeitsübertretung von über 20 km/h außerhalb geschlossener Ortschaften geblitzt, muss er zwar eine Strafe zahlen und bekommt in Flensburg einen Punkt. Doch erst bei mehr als 41 km/h droht ein Fahrverbot.

Wer aber in der Probezeit 21 km/h zu schnell fährt, muss mit der Verlängerung der Probezeit um weitere zwei Jahre rechnen und zudem an einem Aufbau­se­minar teilnehmen.

Verstöße der Gruppe B: weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen

Zu dieser Gruppe gehören der Handy­verstoß, das Fahren mit abgefah­renen Reifen oder auch die Gefährdung oder Behin­derung von Fußgängern oder Radfahrern beim Abbiegen.

Wer solch eine Zuwider­handlung begeht, muss zumindest keine Auswir­kungen auf seinen Führerschein fürchten – zumindest nicht beim ersten Vergehen. Doch lautet die Gleichung hier: B B = A. Wer also zweimal Zuwider­handlung dieser Gruppe begeht, muss ebenfalls mit Auswir­kungen auf dem Führerschein rechnen.

Im Bußgeldkatalog können Fahranfänger einsehen, welche weiteren Verstöße Punkten in Flensburg nach sich ziehen und somit Auswirkungen auf ihren Führerschein haben.

Strafen und Konsequenzen bei der Wiederholung der Vergehen

Wer also einen A-Verstoß (oder zwei B-Verstöße) begangen hat und bei dem sich die Probezeit verlängert hat, bekommt erneut Ärger, wenn er in dieser Verlängerung erneut ein A-Verstoß (oder zwei B-Verstöße) begeht. Dann folgen eine Verwarnung sowie die Auffor­derung, freiwillig an einer verkehrs­psy­cho­lo­gi­schen Unter­su­chung teilzu­nehmen.

Hierfür ist eine Frist von zwei Monaten angegeben. Verstreicht sie und folgt ein dritter A-Verstoß (oder zwei B-Verstöße), wird die Fahrer­laubnis für drei Monate entzogen.

Jenseits dieser mitunter drastischen Auswirkungen der Vergehen, sammeln Fahranfänger gleichzeitig auch Punkte in Flensburg und auch die zu zahlende Strafe hebt sich durch die Entziehung der Fahrerlaubnis nicht auf.

Insgesamt sind A- oder zwei B-Verstöße also auch eine kostspielige Angelegenheit, da Aufbauseminare oder auch die verkehrspsychologische Untersuchung mehrere hundert Euro kosten.

Besonderheit Alkohol: Null-Promille-Grenze für Fahranfänger

Eingangs schon erwähnt, sind die Regeln für den Alkohol­konsum für Fahranfänger besonders streng. Natürlich sollte kein Autofahrer alkoho­li­siert am Straßenverkehr teilnehmen. Wer aber außerhalb der Probezeit ist, darf bis zu 0,5 Promille Alkohol im Blut haben – voraus­ge­setzt, er gefährdet nicht den Straßenverkehr.

Wer in der Probezeit aber gegen die Null-Promille-Grenze verstößt, muss einen Regelsatz von 250 Euro blechen und – je nach Höhe des Pegels – mit mindestens einem Punkt in Flensburg rechnen. Außerdem wird auch in diesem Fall ein Aufbau­se­minar angeordnet und die Probezeit verlängert sich.

Diese Regel gilt im Übrigen auch für all jene Fahre­rinnen und Fahrer, die vor der Vollendung des 21. Lebens­jahres sind. Daher kann die Null-Promille-Grenze also auch gelten, wenn die Probezeit beendet ist.

Was eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt für Fahranfänger tun kann

A- bezie­hungs­weise B-Verstöße sind, wie beschrieben, vor allem daher proble­ma­tisch für Fahranfänger, da sie ins Fahreig­nungs­re­gister einge­tragen werden. Das ist immer dann der Fall, wenn das damit einher­ge­hende Bußgeld bei mindestens 60 Euro liegt.

Rechtsanwalt Christian Janeczek ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im DAV und weiß: „Gelingt es, die Behörde oder das Gericht davon zu überzeugen, dass ein Bußgeld von weniger als 60 Euro und damit abweichend vom Bußgeldkatalog ausreichend ist, wird ein solcher Verstoß nicht eingetragen und hat somit keine Folgen für die Probezeit.“

Anwältinnen und Anwälte können also beispiels­weise hier helfen. Bei einem solchen Verstoß sollte man daher immer sofort einen Anwalt beauf­tragen. Da dieser Geld kostet und das bei Fahranfängern meist knapp ist, empfiehlt sich besonders für die neuen Fahrer auf deutschen Straßen der Abschluss einer Recht­schutz­ver­si­cherung – die ist günstiger als es ein Aufbau­se­minar wäre.

In unserer Anwaltssuche finden Sie viele Verkehrsrechtsexpertinnen und –experten.

Themen
Auto Führerschein Jugendliche

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