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Hinterbliebenenrenten

Witwenrente – welche Regeln gelten?

Witwen und Witwern zahlt die Deutsche Rentenversicherung eine Hinterbliebenenrente. © Quelle: Ansgar Photography/corbisimages.com

Der Tod des Partners bringt neben dem emotionalen Verlust oft auch finanzielle Einbußen für den überlebenden Partner mit sich. Diese gleichen Hinterbliebenenrenten zumindest teilweise aus. Wir zeigen, welche Vorgaben bei der Witwenrente und der Witwerrente gelten.

Muss man verheiratet oder verpartnert sein, um eine Witwenrente zu erhalten?

Frauen und Männer, deren Partner verstorben ist, können in der Regel eine Hinterbliebenenrente erhalten, also eine Witwenrente oder eine Witwerrente. Aber die Deutsche Rentenversicherung zahlt diese Renten nur dann an Witwen oder Witwer aus, wenn das Paar verheiratet oder nach dem Gesetz über die Eingetragene Lebenspartnerschaft verpartnert war. Wer mit seinem Partner in „wilder Ehe“ zusammenlebte, hat nach dessen Tod das finanzielle Nachsehen, denn sie oder er hat keinen Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente.

Bei Trennung: Können auch getrennt Lebende eine Witwenrente bekommen?

Wenn der ehemalige Partner während des Scheidungsprozesses stirbt oder wer getrennt von seinem Partner lebte, kann nach dessen Tod eine Witwenrente beanspruchen. Für die Witwenrente oder die Witwerrente zählt nur, dass die Ehe zumindest noch auf dem Papier bestanden hat und noch nicht rechtskräftig geschieden war.

Witwenrente und Ehedauer: Wie lange muss man verheiratet gewesen sein, um eine Witwenrente zu bekommen?

Damit die Rentenversicherung eine Hinterbliebenenrente zahlt, muss die Ehe mindestens ein Jahr bestanden haben. Mit der Verknüpfung von Rentenanspruch und Ehedauer will der Gesetzgeber sogenannte Versorgungsehen verhindern, diese werden oft dann vermutet, wenn ein Paar kurz vor dem Tod des Partners heiratet. Aus juristischer Sicht liegt dann nahe, dass das Paar nur geheiratet hat, um dem überlebenden Partner eine Witwenrente zu sichern.

In einem aktuellen Fall wurde einer Frau allerdings eine Witwenrente zugesprochen, obwohl sie ihren Mann erst zwei Monate vor seinem Tod geheiratet hatte und er zum Zeitpunkt der Hochzeit bereits schwer krank war.

Nachdem ihr Antrag auf Witwenrente aus diesen Gründen abgelehnt worden war, hatte die Frau vor dem Sozialgericht Berlin geklagt. Dieses gab ihr Recht (Urteil vom 11. September 2017, AZ: S 11 R 1839/16), wie die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) informiert. Das Gericht hatte herausgefunden, dass die Eheleute bereits einige Monate vor der Diagnose begonnen hatten, die für die Hochzeit erforderlichen Dokumente anzufordern. Dies war besonders schwierig, weil beide Partner zuvor schon einmal verheiratet gewesen waren. Auch musste die Frau mehrere Monate auf Unterlagen aus der Ukraine warten.

Der Richter ging deshalb davon aus, dass das Paar schon damals geplant hatte, zu heiraten.

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Themen
Rente Tod

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