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Recht oder falsch!?

Sind ehren­amt­liche Helfer über den Verein versi­chert?

Manch ein Ehrenamtler vergisst über die Hilfe für andere die eigene Sicherheit. © Quelle: Skelley/gettyimages.com

Menschen, die sich ehren­amtlich, also unent­geltlich engagieren, leisten der Gesell­schaft einen wichtigen Dienst. Das wird dieser Tage besonders deutlich: In manchen Erstauf­nah­me­stellen für Flüchtlinge sind fast ausschließlich freiwillige Helfer aktiv. Die Not der Hilfsbedürftigen lässt womöglich so manchen Helfer seine eigene Sicherheit vergessen. Das Problem dabei: Ehren­amtlich Tätige sind nicht immer über die Organi­sation versi­chert, für die sie tätig sind.

Es ist schnell passiert: Die Krankenstation der Flüchtlingsunterkunft ist überfüllt, die ehrenamtlichen Helfer sind erschöpft und einer gibt aus Versehen ein falsches Medikament heraus. Oder jemand stolpert, fällt unglücklich und verletzt sich. Das ist nicht nur für die Betroffenen tragisch – es stellt sich auch die Frage, wie ehrenamtliche Helfer eigentlich versichert sind.

Versi­che­rungs­schutz über Verein? Prüfung notwendig

Viele gehen davon aus, über die Organisation versichert zu sein, für die sie ehrenamtlich arbeiten, zum Beispiel das Rote Kreuz oder die Caritas. „Davon kann man nicht pauschal ausgehen“, warnt aber Heinz Veauthier, Rechtsanwalt für Vereins- und Verbandsrecht sowie für Versicherungsrecht und Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Eingetragene Vereine hätten teilweise Versicherungen für ihre Mitglieder abgeschlossen, die unterschiedliche Risiken abdeckten.

Ehren­amt­liche Helfer sollten sich bei den Vereinen erkun­digen, wie es mit dem Versi­che­rungs­schutz aussieht. Wichtig ist, dies zu Beginn der Tätigkeit zu klären und nicht erst, wenn schon etwas passiert ist.

Gegebe­nen­falls müssen Ehren­amt­liche selbst aktiv werden

Ein Grund: Manche Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen sehen sich weniger als Dienst­geber, sondern als Vermittler von Ehren­amt­lichen an Hilfspro­jekte. In der Folge sehen sie sich auch nicht in der Verant­wortung, wenn es um den Versi­che­rungs­schutz geht.

Wenn klar wird, dass die ehren­amt­liche Tätigkeit nicht über den Verein versi­chert wird, sollten Freiwillige selbst aktiv werden. Rechts­anwalt Veauthier rät aller­dings davon ab, sich „überzu­ver­si­chern“. Nicht alle Versi­che­rungen, die angepriesen würden, seien notwendig.

Recht­schutz­ver­si­cherung ist Trumpf

Welche Versicherungen sind zu empfehlen? Wichtig ist eine private Haftpflichtversicherung. Die sollte sowieso jeder abgeschlossen haben, ob ehrenamtlich tätig oder nicht. Freiwillige Helfer müssen ihre Versicherungsbedingungen dahingehend prüfen, ob auch ihre ehrenamtliche Tätigkeit abgedeckt ist.

Rechtsanwalt Veauthier empfiehlt zusätzlich eine Rechtsschutzversicherung: „Gerade bei großen Schadenssummen, wie sie bei schlimmeren Fehlern oder Unfällen gefordert werden, machen die Versicherungen Probleme und lassen es auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen.“ Um diese aufnehmen und finanziell durchstehen zu können, sei ein bestehender Rechtsschutzversicherungsvertrag in der Regel sehr hilfreich, denn damit sei der Versicherte vom Kostenrisiko – auch im Prozess – befreit.

Der Versi­che­rungs­rechts­ex­perte mahnt aller­dings zur Vorsicht, was die Auswahl der Versi­che­rungen angeht. Denn auch Rechts­schutz­ver­si­che­rungen deckten nicht jeden Prozess und jedes Risiko ab. Es sei äußerst wichtig, die Versi­che­rungs­be­din­gungen genau zu prüfen.

Wer freiwillig für die gute Sache tätig ist, sollte also wissen: Nicht alle Ehren­amtler sind über die Organi­sation versi­chert. Besteht kein Versi­che­rungs­schutz oder ist dieser nicht ausrei­chend, sollten ehren­amt­liche Helfer sich unbedingt selbst um notwendige Versi­che­rungen kümmern.

Themen
Haftpflichtversicherung Recht oder falsch?! Rechtsschutzversicherung Unfallversicherung Verein

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