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Bedürftige

Hartz 4: Wie viel darf man dazuver­dienen?

Hartz-4-Zuverdienst: Wie hoch darf er sein?
© Quelle: Persson/gettyimages.de

Viele Menschen, die Hartz IV beziehen, arbeiten – entweder in einem Mini-Job oder sie gehen Gelegen­heits- und Nebenjobs nach. Hartz IV erhalten aber auch sogenannte Aufstocker. Das sind Arbeit­nehmer, die in Vollzeit arbeiten, deren Löhne oder Gehälter aber so gering sind, dass sie davon allein nicht leben können. Für das Arbeiten neben dem Hartz-IV-Bezug gibt es aber finan­zielle Grenzen. Wir zeigen, wie viel man neben Hartz IV verdienen darf.

Wer beim Jobcenter die Grundsicherung für Arbeitsuchende beantragt, auch Hartz IV oder Arbeitslosengeld II genannt, muss alle Arten von Einnahmen angeben, die sie oder er erzielt. Auch wer über Vermögen verfügt, muss dieses in seinem Antrag auf Hartz IV angeben. Aus diesen Werten und anderen Faktoren ermitteln die Jobcenter dann, ob jemand bedürftig ist und, falls ja, wie hoch die staatliche Leistung ist, die ihr oder ihm zusteht. Die Angaben, die jemand in seinem Antrag auf Hartz IV macht, dürfen die Jobcenter übrigens mittels elektronischer Datenabgleiche überprüfen.

Muss man einen Mini- oder Nebenjob beim Jobcenter anmelden?

Deshalb muss man angeben, wenn man einen Antrag auf Hartz 4 stellt, dass man einen Mini-Job oder eine andere Arbeit ausübt. Wer während seines Hartz-4-Bezuges einen Job nebenher antreten möchte, muss dies dem Jobcenter vor Beginn der Tätigkeit melden. Das ist wichtig, um dem Jobcenter nicht den Eindruck zu vermitteln, man habe der Behörde etwas verschwiegen.

Muss man beim Jobcenter einen einma­ligen Zuver­dienst anmelden?

Ja. Auch einen einma­ligen Zuver­dienst müssen Hartz 4-Empfänger beim Jobcenter angeben. Dabei sollten Hilfebedürftige mit dem Sachbe­ar­beiter zugleich klären, wie das Einkommen auf die Leistung aufge­teilt wird.

Hartz IV und anrechen­bares Einkommen: Berücksich­tigen die Jobcenter das Einkommen der Bedarfs­ge­mein­schaft?

Wer mit anderen zusammenwohnt und Hartz IV bezieht, lebt „automatisch“ mit ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft. Das können zum Beispiel Ehegatten, Lebenspartner oder unverheiratete Kinder sein, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die  Jobcenter überprüfen das Einkommen und Vermögen aller in einer Bedarfsgemeinschaft Lebenden und berücksichtigten es, um die Höhe der staatlichen Leistung zu berechnen.

Arbeits­lo­sengeld II: Welcher Grund­frei­betrag gilt bei Hartz 4?

Von Arbeitsein­kommen dürfen Hartz-IV-Empfänger einen bestimmten Betrag behalten, dieser wird nicht auf ihre Leistungen angerechnet. Dabei liegt der Grund­frei­betrag bei mindestens 100 Euro brutto pro Monat. Darin fließen Absetz-Beträge für die Riester-Rente sowie eine Pauschale für private Versi­che­rungen ein.

Verdienen Hartz-IV-Empfänger monatlich zwischen 100 Euro und 1.000 Euro, dürfen sie zusätzlich zum Grund­frei­betrag von 100 Euro noch einmal 20 Prozent ihres Einkommens behalten. Wer mehr als 1.000 Euro pro Monat verdient, kann noch einmal zehn Prozent für sich behalten. Die Grenze liegt bei 1.200 Euro und bei 1.500 Euro für dieje­nigen, die mit einem Kind unter 18 Jahren zusam­men­leben.

Insgesamt kann ein Hartz-4-Empfänger je nach Verdiensthöhe 300 Euro pro Monat von seinem Einkommen behalten. 330 Euro ist es für denje­nigen, der mit einem minderjährigen Kind in einer Bedarfs­ge­mein­schaft lebt.

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