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Desaströser Urlaub

Reise­be­wertung im Internet: Nicht alles ist erlaubt

Quelle: petejeff/fotolia.com
Verbraucher sollten bei einer im Internet veröffentlichten Bewertung einer womöglich desaströsen Reise aufpassen, was sie schreiben.
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Über frustrie­rende Urlaub­s­er­leb­nisse anschließend im Internet zu berichten, ist inzwi­schen üblich. Aller­dings müssen sich Verbraucher darüber im Klaren sein, dass hierbei einige Fallen lauern – denn schnell ist die Grenze zur Schmähkritik überschritten. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick

Was muss ich beachten, wenn ich Fotos posten will?

Um Mängel gegenüber dem Veran­stalter zu belegen, sind Fotos unerlässlich. Aber: Fotos von einzelnen Mitar­beitern oder anderen Gästen, auf denen diese zu identi­fi­zieren sind, sollte man nicht im Internet verbreiten, rät Astrid Auer-Reins­dorff, Vizepräsidentin des Deutschen Anwalt­vereins (DAV). Zudem handelt es sich bei einem Hotel nicht um einen öffent­lichen Raum, der Eigentümer kann die Veröffent­li­chung von dort gemachten Fotos per Hausrecht ausschließen - was auch häufig der Fall ist. Auch Außenanlagen wie der Pool oder eine Terrasse fallen dann darunter. Im Zweifelsfall sollten Verbraucher lieber von einer Verwendung ihrer Bilder absehen. „Es sei denn, es ist niemand darauf zu identi­fi­zieren, und sie sind nachweisbar im öffent­lichen Raum entstanden“, erklärt Auer-Reins­dorff.

Darf ich die Namen von Mitarbeitern des Veranstalters nennen?

Davon rät Astrid Auer-Reins­dorff strikt ab: „Anders als bei Lehrer­por­talen, wo es ja gerade um die Bewertung der Person geht, ist der Name von Mitar­beitern für die Bewertung von Reise­leis­tungen unerheblich“, erläutert die Expertin für IT-Recht. „Somit ist sie nach dem Bundes­da­ten­schutz­gesetz auch nicht zulässig.“

Darf ich mich nur auf Dinge beziehen, die ich mit eigenen Augen gesehen habe?

Wenn es um Tatsa­chen­be­haup­tungen geht, müssen die Fakten stimmen. Man sollte sich also nur auf die eigene Wahrnehmung berufen und nicht etwa Grüchte von Dritten weiter­geben. Einen Satz wie „Die Armaturen im Bad sind kaputt“ darf man nicht schreiben, wenn man es nur von anderen Gästen im Hotel gehört hat. Insbe­sondere zu Punkten, die man negativ bewerten will, sollte man keine pauschalen, sondern sehr genaue und objektive Angaben machen, rät Auer-Reins­dorff.

Wo sind die Grenze freier Meinungsäußerung zu ziehen?

Immer dann, wenn die Grenze zur Schmähkritik überschritten wird, entfernt man sich vom Recht auf freie Meinungsäußerung. Aller­dings ist es nicht leicht, hierbei eine klare Linie zu ziehen. „In einem Fall musste sich ein Hotel mit dem Namen Landhotel Hühnerhof zum Beispiel die Bezeichnung ‚Hühnerstall’ gefallen lassen, da für die Richter der satirische Bezug zum Namen im Vorder­grund stand“, weiß Auer-Reins­dorff zu berichten. Riskant sind solche Äußerungen jedoch allemal. Wer auf der sicheren Seite sein will, bleibt sachlich - das wirkt im Zweifel auch seriöser und verleiht der eigenen Kritik mehr Gewicht.

Darf ich Sternchen oder Noten für Hotels, Flüge oder Reisen vergeben?

Wenn das Bewer­tungs­system des Portals eine solche Katego­ri­sierung grundsätzlich vorsieht, ist dagegen nichts einzu­wenden.

Mit welchen Konsequenzen muss ich rechnen, wenn ich gegen die rechtlichen Vorgaben verstoße?

Das hängt, wie so oft in juris­ti­schen Fragen, vom konkreten Einzelfall ab. Aller­dings können Schmähkritik oder zu Unrecht verwen­detes Bildma­terial üble Folgen haben: „Je nachdem, wie gravierend der Fall ist, kann es für die Betref­fenden richtig teuer werden und auch schon einmal eine Straf­an­zeige nach sich ziehen“, warnt Auer-Reins­dorff.

Schauen Sie hier ein Video zur üblen Nachrede im Internet - und welche Folgen diese haben kann.

Themen
Internet Reisen Schadensersatz Urlaub

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